Nahost-Konflikt: London bringt kostengünstigere Drohnenabwehr in Nahen Osten

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Israel/Iran - Kurz nach der Einigung auf eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz eigenen Angaben zufolge erneute Angriffe auf Israel geflogen.

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz griff trotz Waffenruhe den Norden Israels an.
Die pro-iranische Hisbollah-Miliz griff trotz Waffenruhe den Norden Israels an.  © KAWNAT HAJU / AFP

Ihre Kämpfer hätten im Norden Israels "die Ja'ara-Kasernen mit einem Schwarm von Angriffsdrohnen" attackiert, erklärte die Miliz am Samstag (Ortszeit).

Zuvor hatte die Miliz mehrere Kampfeinsätze gegen Truppen der israelischen Streitkräfte im Süden des Libanons angekündigt.

Israel und der Libanon hatten sich am Freitag unter US-Vermittlung auf eine Verlängerung ihrer Waffenruhe um 45 Tage geeinigt.

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Israel Krieg Nahost-Konflikt: Neue Luftangriffe im Iran bringen laut Demokraten keinen Durchbruch

Ungeachtet der Feuerpause hatten Israel und die Hisbollah im Libanon ihre gegenseitigen Angriffe bereits in den vergangenen Wochen fortgesetzt. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen das Waffenruhe-Abkommen vor.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

17. Mai, 7.24 Uhr: London bringt kostengünstigere Drohnenabwehr in Nahen Osten

Vom Iran angegriffene Golfstaaten und deren Verbündete schießen mit teils sündhaft teuren Abfangraketen vergleichsweise spottbillige Drohnen ab - dieses Problem geht Großbritannien nun an.

Das Verteidigungsministerium in London erklärte, seine Kampfflugzeuge im Nahen Osten vom Typ Typhoon würden mit neuen und kostengünstigen Raketen speziell zur Drohnenabwehr ausgerüstet. Damit sei die präzise Zerstörung von Zielen möglich - und das "zu einem Bruchteil der Kosten der Raketen, die aktuell dafür genutzt werden".

Das Waffensystem sei innerhalb weniger Monate von ersten Tests zur Auslieferung in den Nahen Osten gegangen, hieß es weiter. Es werde der Luftwaffe helfen, "bei viel geringeren Kosten viel mehr Drohnen abzuschießen", erklärte Verteidigungsminister Luke Pollard.

Die Typhoon-Kampfflugzeuge verteidigten im Nahen Osten britische Staatsbürger und Interessen sowie Verbündete. Die Jets dienten als Rückgrat der Luftabwehr Großbritanniens und der Nato. Die Kampfflugzeuge schützen demnach auch die Nato-Ostflanke vor dem möglichen Eindringen russischer Drohnen.

Die neue Anti-Drohnen-Waffe (Kürzel APKWS) nutzt demnach ein Laser-Zielsystem, das einfache Raketen in günstige Präzisionswaffen umwandelt. Das Ministerium nannte keinen genauen Preis für das System. "Die Entwicklung günstiger Systeme bietet einen effektiveren und nachhaltigeren Weg, der zunehmenden Bedrohung des britischen Militärs und unserer Partner durch Drohnen zu begegnen", hieß es.

Laut dem britischen Verteidigungsministerium seien die Kampfflugzeuge vom Typ Typhoon mit neuen und kostengünstigen Raketen speziell zur Drohnenabwehr ausgerüstet.
Laut dem britischen Verteidigungsministerium seien die Kampfflugzeuge vom Typ Typhoon mit neuen und kostengünstigen Raketen speziell zur Drohnenabwehr ausgerüstet.  © Sgt Lee Goddard/Mod Crown Copyri/PA Media/dpa

16. Mai, 17.47 Uhr: Iranischer Hackerangriff auf US-Tankstellen

Einem Medienbericht des US-Senders CNN zufolge, vermuten US-Beamte, dass iranische Hacker die Daten mehrerer Kraftstofflager in den USA manipuliert haben könnten.

Die Hacker sollen sich dabei online Zugriff auf automatische Tankmessgeräte (ATG) verschafft haben, welche die Lagertanks überwachen, von denen aus Tankstellen in mehreren US-Bundesstaaten mit Sprit versorgt werden. Während die Hacker dadurch keine Möglichkeit hätten, mit dem tatsächlich im Tank lagernden Sprit zu interagieren, sei es durch den Cyberangriff möglich gewesen, die Anzeige für die Kraftstoffbestände zu manipulieren. In der Theorie wäre es möglich, dass die Anzeige des Tanks dann einen deutlich höheren oder niedrigen Wert anzeigt, der nicht dem realen Inhalt des Tanks entspricht.

Laut CNN hätten die Hacker dabei relativ simpel auf die Tankmessgeräte zugreifen können, die nichtmal durch ein Passwort geschützt worden seien. Obwohl bisher keine durch den Hackerangriff entstandenen Schäden bekannt seien, werfe der Vorfall Sicherheitsbedenken auf. Laut US-Beamten hätten die Hacker auf diese Weise im schlimmsten Fall einen Gasleck in einem der Tanks vertuschen können.

Iranische Hacker haben offenbar Zugriff auf Tankmessgeräte in den USA erlangen können. (Symbolbild)
Iranische Hacker haben offenbar Zugriff auf Tankmessgeräte in den USA erlangen können. (Symbolbild)  © Kenneth Martin/ZUMA Press Wire/dpa

16. Mai, 12.44 Uhr: Israels Militär bestätigt Tod von Hamas-Chef im Gazastreifen

Das israelische Militär und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet haben den Tod des Militärchefs der Hamas im Gazastreifen, Iss al-Did al-Haddad, bei einem israelischen Luftangriff am Vortag bestätigt.

Al-Haddad wurde in einer Mitteilung als einer der Architekten des Terrorangriffs am 7. Oktober 2023 bezeichnet. Bei dem Angriff töteten Terroristen der Hamas und andere Islamisten rund 1200 Menschen in Israel und verschleppten mehr als 250 in den Gazastreifen.

Al-Haddad war nach der Tötung von Mohammed Sinwar zum Militärchef der Hamas im Gazastreifen aufgerückt. Nach israelischen Militärangaben gehörte er zu den dienstältesten Kommandeuren der Hamas. Er habe sich der Terrororganisation in ihrer Gründungsphase angeschlossen, hieß es. Israel hat eine Reihe politischer und militärischer Führer der Hamas gezielt getötet.

Eine offizielle Bestätigung des Todes durch die Hamas gibt es bisher nicht. Seine Familie bestätigte hingegen, dass al-Haddad, seine Frau und eine seiner Töchter bei dem israelischen Angriff in einem Stadtteil von Gaza am Freitag ums Leben gekommen sei.

Das israelische Militär griff am Freitag Gaza-Stadt an. Dabei soll der militärische Führer der Hamas, Iss al-Did al-Haddad, ums Leben gekommen sein.
Das israelische Militär griff am Freitag Gaza-Stadt an. Dabei soll der militärische Führer der Hamas, Iss al-Did al-Haddad, ums Leben gekommen sein.  © Jehad Alshrafi/AP/dpa

16. Mai, 11.10 Uhr: Israel greift Hisbollah-Ziele im Südlibanon an

Die israelische Luftwaffe hat nach Angaben eines Militärsprechers Ziele der proiranischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon angegriffen. Nähere Angaben machte das Militär zunächst nicht.

Vor dem Angriff hatte das Militär die Bevölkerung mehrerer Ortschaften im Südlibanon aufgefordert, wegen der bevorstehenden Attacke ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Die Angriffe wurden mit Verstößen der Hisbollah gegen die bestehende Feuerpause begründet.

16. Mai, 7.14 Uhr: Tote und Verletzte bei israelischem Angriff im Libanon

Bei einem mutmaßlich von Israels Armee geführten Angriff im Süden des Libanons sind einem Medienbericht zufolge sechs Menschen getötet worden.

Drei der Todesopfer bei der Attacke auf ein Zentrum des Zivilschutzes im Bezirk Nabatieh seien Sanitäter gewesen, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Weitere 22 Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht dazu.

Die USA hatten erst am Freitag die Verlängerung der aktuell geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon um 45 Tage bekanntgegeben. Allerdings war die Feuerpause bereits in den vergangenen Wochen von beiden Seiten immer wieder verletzt worden.

Trotz der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon am Freitag kam es erneut zu einem Angriff. (Archivfoto)
Trotz der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon am Freitag kam es erneut zu einem Angriff. (Archivfoto)  © --/dpa

16. Mai, 7.11 Uhr: Trump über den Iran: "Ich habe nichts unterschätzt"

US-Präsident Donald Trump hat von sich gewiesen, die Widerstandsfähigkeit des Irans unterschätzt zu haben. Auf die Frage, ob er die Schmerztoleranz des Irans verkannt habe, sagte Trump dem Sender Fox News: "Ich habe nichts unterschätzt."

Eine Lösung des von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Kriegs mit dem Iran ist trotz diplomatischer Bemühungen nach wie vor nicht in Sicht. Die US-Regierung hatte zu Beginn des Kriegs gesagt, dass der Einsatz zwischen vier und sechs Wochen dauern würde.

Die USA hätten den Iran "unglaublich hart" getroffen, betonte Trump nun. Man hätte die Brücken stehen und die Stromversorgung intakt gelassen. "Wir können das alles in zwei Tagen lahmlegen", sagte Trump. Der US-Präsident hatte dem Iran im Laufe des Kriegs mehrfach mit Angriffen auf dessen Energiesektor und Infrastruktur gedroht.

Der Iran-Krieg dauert schon deutlich länger, als von der US-Regierung ursprünglich anberaumt. Den Gegner falsch eingeschätzt haben, will US-Präsident Donald Trump aber nicht.
Der Iran-Krieg dauert schon deutlich länger, als von der US-Regierung ursprünglich anberaumt. Den Gegner falsch eingeschätzt haben, will US-Präsident Donald Trump aber nicht.  © Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpa

15. Mai, 22.23 Uhr: Indien erhöht erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs die Spritpreise

In Indien sind erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs die Spritpreise erhöht worden.

Seit dem Freitagmorgen (Ortszeit) hätten die Mineralölunternehmen die Preise für Benzin sowie für Diesel um 3 Rupien (0,02 Euro) pro Liter angehoben, berichteten die Zeitung "The Hindu" und andere indische Medien.

Es ist demnach der höchste Anstieg seit vier Jahren. Im März 2022 seien die Kraftstoffpreise um rund 9 Rupien gestiegen. Damals hätten die Unternehmen auf die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine reagiert. Laut "The Hindu" gab es seitdem nur winzige Erhöhungen unter einer Rupie.

15. Mai, 20.21 Uhr: USA verkünden Verlängerung der Waffenruhe im Libanon

Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll um 45 Tage verlängert werden.

Dies teilte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, auf der Plattform X mit. Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. Die Waffenruhe war in den vergangenen Wochen von beiden Seiten mehrfach verletzt worden.

Pigott kündigte ferner eine weitere Gesprächsrunde zwischen Vertretern beider Seiten unter der Vermittlung des Ministeriums am 2. und 3. Juni an. Zuvor solle am 29. Mai noch im Pentagon ein militärischer Dialog zwischen Delegationen beider Länder stattfinden.

Im Libanon soll die Waffenruhe verlängert werden. (Archivbild)
Im Libanon soll die Waffenruhe verlängert werden. (Archivbild)  © Bilal Hussein/AP/dpa

15. Mai, 19.03 Uhr: Erneut Seeleute von festgesetzten Schiffen frei

Inmitten festgefahrener Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten holt Pakistan eigene und iranische Seeleute heim.

Die 20 Iraner und elf Pakistaner seien "an Bord von Schiffen gewesen, die auf hoher See von den Vereinigten Staaten festgesetzt wurden", schrieb der pakistanische Außenminister Ishaq Dar (76) auf X. Sie seien wohlauf und an Bord eines Flugzeugs nach Islamabad. Die iranischen Seeleute würden dann von Pakistan in den Iran überstellt.

Pakistan hat die Seeleute demnach in Vermittlung mit Singapur zurückgeholt. Bereits Anfang Mai hatte Pakistan die Rückführung von iranischen Seeleuten bekanntgegeben.

Laut Pakistans Außenminister Ishaq Dar (76) konnten über 30 Seeleute heimgeholt werden.
Laut Pakistans Außenminister Ishaq Dar (76) konnten über 30 Seeleute heimgeholt werden.  © Shamil Zhumatov/Pool Reuters/dpa

15. Mai, 18.53 Uhr: Iran-Krise spaltet Brics-Staaten - Außenminister uneins

Ein Treffen von Außenministern und Sonderbeauftragten des Staatenbündnisses Brics in Neu-Delhi hat ohne gemeinsame Abschlusserklärung geendet.

Zwar hieß es unter anderem in einer Erklärung des Vorsitzlandes Indien, die Teilnehmer hätten ihre tiefe Besorgnis wegen der Entwicklung im Nahen Osten und in der Region Nordafrika geäußert. Doch hieß es zugleich, es habe "abweichende Ansichten unter einigen Mitgliedern hinsichtlich der Situation in Westasien/Nahost-Region" gegeben.

Die Abkürzung Brics steht für die Anfangsbuchstaben der ersten fünf Mitglieder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Auch Saudi-Arabien, der Iran, Ägypten, Äthiopien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Indonesien sind Mitglieder. Eines der Ziele der Gruppe, die sich auch als Gegengewicht zum Westen versteht, ist es, sich in geopolitischen Fragen abzusprechen.

Zwei Tage lang trafen sich die Außenminister der Brics-Staaten – so etwa Sergej Lawrow (76, l.) aus Russland und Subrahmanyam Jaishankar (71) aus Indien.
Zwei Tage lang trafen sich die Außenminister der Brics-Staaten – so etwa Sergej Lawrow (76, l.) aus Russland und Subrahmanyam Jaishankar (71) aus Indien.  © Manish Swarup/AP/dpa

15. Mai, 18.30 Uhr: Gespräche zwischen Israel und Libanon

Israelische und libanesische Unterhändler setzen Medienberichten zufolge ihre Gespräche in Washington fort. Das berichteten übereinstimmend der arabischsprachige Sender Al-Jazeera und die israelische Zeitung "Haaretz".

Libanon und Israel hatten sich Mitte April nach Gesprächen auf Diplomatenebene erstmals auf eine Waffenruhe geeinigt. Eine weitere Gesprächsrunde begann am Donnerstag. Die libanesische Regierung ist allerdings selbst keine aktive Konfliktpartei. Israel liefert sich Gefechte mit der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon, die nicht mit am Tisch sitzt.

Mit Spannung wurde erwartet, ob die beiden Regierungen sich auf eine Verlängerung der Waffenruhe einigen werden. Die bisherige Vereinbarung läuft an diesem Sonntag (17. Mai) aus.

Titelfoto: Sgt Lee Goddard/Mod Crown Copyri/PA Media/dpa

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