Nahost-Konflikt: Netanjahu fliegt zu Gesprächen mit Trump

Nahost - Vor der ersten Sitzung des sogenannten Friedensrats in den USA hat Indonesien seine Bereitschaft zur Entsendung von Soldaten in den Gazastreifen bekräftigt.

Der Friedensrat wurde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos offiziell gegründet.
Der Friedensrat wurde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos offiziell gegründet.  © Evan Vucci/AP/dpa

Der indonesische Armeechef Maruli Simanjuntak bestätigte, dass das Land mit der Vorbereitung von Personal für einen möglichen Friedenseinsatz begonnen habe - vor allem von Ingenieuren und Sanitätern. Es könnten zwischen 5000 und 8000 Soldaten eingesetzt werden, sagte er vor Journalisten.

Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. "Alles wird noch verhandelt und noch ist nichts sicher", erklärte der General. "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine bestätigte Zahl." Der Beginn der Mission hänge vom Ausgang weiterer Verhandlungen über die Umsetzung des Gaza-Friedensplans ab. Entscheidungen über Zeitpunkt, Ort und Mandat des Einsatzes würden von höheren Instanzen getroffen.

Indonesien hat wiederholt erklärt, es werde Truppen nur im Rahmen einer internationalen Friedensmission und mit Zustimmung der beteiligten Parteien nach Gaza entsenden.

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Israel Krieg Berlin setzt Zeichen gegen Hamas am Brandenburger Tor

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10. Februar, 12.48 Uhr: Netanjahu fliegt zu Gesprächen mit Trump

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) ist zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump (79) in die USA gereist.

Vor seinem Abflug sagte der Regierungschef, bei dem Treffen am Mittwoch in Washington gehe es um mehrere Themen, darunter die Lage im Gazastreifen und in der Region sowie vor allem die Verhandlungen mit dem Iran. Er werde Trump die israelische Auffassung zu den Gesprächen mit der Islamischen Republik darlegen, sagte er nach Medienberichten. Diese seien nicht nur für Israel wichtig, "sondern für alle, die Frieden und Sicherheit wollen".

Vertreter der US-Regierung und des Irans hatten am Freitag in der omanischen Hauptstadt Maskat Gespräche begonnen. Ein Termin für eine mögliche Fortsetzung steht bislang nicht fest.

Netanjahu (76) reist zu Trump (79) nach Washington. Im Mittelpunkt stehen Gespräche über den Iran, Geheimdienstinfos und Israels Forderungen an ein mögliches Abkommen. (Archivbild)
Netanjahu (76) reist zu Trump (79) nach Washington. Im Mittelpunkt stehen Gespräche über den Iran, Geheimdienstinfos und Israels Forderungen an ein mögliches Abkommen. (Archivbild)  © Alex Brandon/AP/dpa

10. Februar, 9.42 Uhr: Gaza-Plan sieht internationale Stabilisierungstruppe vor

Laut dem Plan von US-Präsident Donald Trump (79) soll der "Friedensrat" eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) aufbauen, die im Gazastreifen für Ordnung sorgen soll.

Ihre genaue Zusammensetzung ist allerdings noch offen. Mehrere mehrheitlich muslimische Länder hatten bereits Bereitschaft signalisiert, Soldaten zu stellen, neben Indonesien etwa auch Pakistan. Deutschland beabsichtigt nicht, sich militärisch an der ISF zu beteiligen.

10. Februar, 9.41 Uhr: Indonesien könnte 8000 Soldaten für Gaza-Mission schicken

Vor der ersten Sitzung des sogenannten Friedensrats in den USA hat Indonesien seine Bereitschaft zur Entsendung von Soldaten in den Gazastreifen bekräftigt.

Der indonesische Armeechef Maruli Simanjuntak bestätigte, dass das Land mit der Vorbereitung von Personal für einen möglichen Friedenseinsatz begonnen habe - vor allem von Ingenieuren und Sanitätern. Es könnten zwischen 5000 und 8000 Soldaten eingesetzt werden, sagte er vor Journalisten.

Indonesien signalisiert erneut die Bereitschaft, Tausende Soldaten für die Friedenssicherung in den Gazastreifen zu entsenden. Doch der Einsatz hängt von weiteren Verhandlungen ab. (Archivbild)
Indonesien signalisiert erneut die Bereitschaft, Tausende Soldaten für die Friedenssicherung in den Gazastreifen zu entsenden. Doch der Einsatz hängt von weiteren Verhandlungen ab. (Archivbild)  © Tatan Syuflana/AP/dpa

9. Februar, 17.08 Uhr: Israel erleichtert Siedlungsbau im Westjordanland

Die jüngsten Beschlüsse Israels zum Siedlungsbau im besetzten Westjordanland rufen heftige Kritik hervor.

Die EU verurteilte die "Entscheidungen des israelischen Sicherheitskabinetts, die israelische Kontrolle im Westjordanland auszuweiten", wie ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (48) sagte. Auch mehrere muslimisch geprägte Staaten verurteilten die Beschlüsse.

Das Sicherheitskabinett hatte israelischen Medien zufolge am Sonntag mehrere Maßnahmen gebilligt, die Beobachtern zufolge zu einer Ausweitung des israelischen Siedlungsbaus führen werden.

Die EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (48).
Die EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (48).  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

9. Februar, 13.40 Uhr: Prominente Reformpolitiker im Iran nach Protesten festgenommen

Im Iran sind rund einen Monat nach den Massenprotesten prominente Persönlichkeiten des politischen Reformlagers festgenommen worden.

Neben Asar Mansuri, der Vorsitzenden einer reformistischen Partei, seien mehrere weitere Politiker inhaftiert worden, berichteten iranische Medien übereinstimmend. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan bestätigte die Festnahme von vier Politikern, ohne jedoch ihre Namen zu nennen. Die Justiz wirft ihnen "Aufstachelung" sowie die "Verbreitung unwahrer Positionen" vor.

9. Februar, 13.39 Uhr: Israel holt Mitglied einer militanten Gruppe aus dem Libanon

Israels Armee hat nach eigenen Angaben im Südlibanon ein hochrangiges Mitglied der militanten Gruppe Al-Dschama al-Islamija festgenommen und nach Israel gebracht.

Dort solle er weiter vernommen werden, teilte das israelische Militär mit. Israels Armee hat bereits mehrfach in Nachbarländern Personen festgenommen und nach Israel geholt, denen sie Terroraktivitäten vorwirft.

9. Februar, 13.38 Uhr: Drohnenangriff aus Israel fordert drei Tote im Libanon

Bei einem israelischen Drohnenangriff im Libanon sind nach dortigen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden, darunter ein Kind.

Das libanesische Gesundheitsministerium bestätigte den Angriff in der Küstenstadt Tyros im Süden des Landes. Israels Armee teilte mit, der Angriff sei eine Antwort auf "die wiederholten Verstöße der Hisbollah gegen die Bedingungen der Waffenruhe".

Die Phase der vielen Opfer und großen Fluchtbewegungen im Libanon ist im Krieg mit Israel erst einmal vorbei. Dennoch kommt es täglich zu Luftangriffen - wie nun im Südlibanon. (Archivbild)
Die Phase der vielen Opfer und großen Fluchtbewegungen im Libanon ist im Krieg mit Israel erst einmal vorbei. Dennoch kommt es täglich zu Luftangriffen - wie nun im Südlibanon. (Archivbild)  © Mohammad Zaatari/AP/dpa

9. Februar, 13.37 Uhr: Vier Palästinenser nach Angriff auf Soldaten in Gaza getötet

Weil Bewaffnete im Gazastreifen Schüsse auf israelische Soldaten gefeuert haben sollen, hat Israels Armee eigenen Angaben zufolge alle vier Angreifer getötet.

Die Palästinenser seien zuvor aus einem Tunnel in Rafah im Süden des Gebiets gekommen, teilte das israelische Militär am Morgen mit. Israelische Einsatzkräfte seien bei dem Vorfall nicht verletzt worden.

8. Februar, 12.13 Uhr: Israelischer Minister hält mögliches Iran-Abkommen für wertlos

Israels Energieminister Eli Cohen hält ein mögliches Abkommen zwischen Washington und Teheran für wertlos - und eine militärische Konfrontation mit dem Iran auch dann für möglich.

"Ein Abkommen mit dem derzeitigen Regime hat keinen Wert – nur ein Regimewechsel im Iran", sagte Cohen nach Angaben des israelischen Nachrichtenportals "ynet". "Ein Regimewechsel in Teheran liegt im Interesse aller muslimischen Staaten, die den Iran umgeben."

Vertreter der US-Regierung und des Irans hatten am Freitag in der omanischen Hauptstadt Maskat Gespräche begonnen. Ein Termin für eine mögliche Fortsetzung steht bislang nicht fest. Cohen stellt klar: "Auch im Falle eines Abkommens gilt: Sollte sich eine Bedrohung gegen Israel entwickeln und wir dazu gezwungen sein, werden wir handeln."

Israels Energieminister Eli Cohen. (Archivbild)
Israels Energieminister Eli Cohen. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

8. Februar, 7.02 Uhr: Trumps "Friedensrat" tagt am 19. Februar zu Gaza

Der sogenannte Friedensrat von US-Präsident Donald Trump zur Beilegung globaler Konflikte soll US-Medienberichten zufolge erstmals am 19. Februar in Washington zusammenkommen.

Das Weiße Haus wolle das Treffen von Spitzenpolitikern der beteiligten Staaten nutzen, um die Umsetzung der zweiten Phase des Friedensprozesses im Gazastreifen voranzubringen, meldete das US-Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf einen US-Beamten und Diplomaten.

Beim ersten Treffen des Friedensrats soll es darum gehen, Geld für den Wiederaufbau des vom Krieg weitgehend zerstörten Küstenstreifens einzuwerben.
Beim ersten Treffen des Friedensrats soll es darum gehen, Geld für den Wiederaufbau des vom Krieg weitgehend zerstörten Küstenstreifens einzuwerben.  © Leo Correa/AP/dpa

7. Februar, 20.41 Uhr: Netanjahu pocht auf harte Linie bei Iran-Gesprächen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will voraussichtlich am Mittwoch in Washington mit US-Präsident Donald Trump über die laufenden Gespräche mit dem Iran beraten. Das teilte Netanjahus Büro auf der Plattform X mit.

Netanjahu erklärte, dass jegliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowohl eine Begrenzung ballistischer Raketen als auch eine Beendigung der Unterstützung der iranischen Verbündeten in der Region beinhalten müsse.

Israel sieht in dem iranischen Atom- und Raketenprogramm seine größte existenzielle Bedrohung.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) reist am kommenden Mittwoch nach Washington, um mit US-Präsident Donald Trump (79) über die Verhandlungen mit dem Iran zu sprechen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) reist am kommenden Mittwoch nach Washington, um mit US-Präsident Donald Trump (79) über die Verhandlungen mit dem Iran zu sprechen.  © Alex Brandon/AP/dpa

6. Februar, 19.49 Uhr: Hochrangiger Hisbollah-Funktionär tritt zurück

Wafik Safa, ein hochrangiger Funktionär der libanesischen Hisbollah, ist informierten Kreisen zufolge zurückgetreten. "Interne Streitigkeiten" seien der Grund für seinen Rücktritt gewesen, hieß es aus Hisbollah-nahen Quellen.

Safa galt als prominente und einflussreiche Figur der proiranischen Schiitenorganisation. Er entging während des Kriegs mit Israel im Herbst 2024 einem Attentatsversuch des israelischen Militärs.

Den Quellen zufolge könnten auf seinen Rücktritt umfassende Umstrukturierungen innerhalb der Hisbollah folgen. Seit dem Krieg mit Israel gilt die Organisation als stark geschwächt.

Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa

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