Nahost-Konflikt: Netanjahu trifft Trump - für harte Linie bei Iran-Gesprächen

Nahost - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) wird am Mittwoch bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump (79) in Washington auf Forderungen seines Landes an ein mögliches Abkommen der USA mit dem Iran pochen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76, l.) und US-Präsident Donald Trump (79) werden sich am Mittwoch treffen. (Archivfoto)
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76, l.) und US-Präsident Donald Trump (79) werden sich am Mittwoch treffen. (Archivfoto)  © Alex Brandon/AP/dpa

"Ich werde dem Präsidenten unsere Sichtweise zu den Grundsätzen dieser Verhandlungen darlegen", sagte Netanjahu vor seinem Abflug.

Kurz zuvor hatte er deutlich gemacht, dass jegliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowohl eine Begrenzung ballistischer Raketen als auch eine Beendigung der Unterstützung der iranischen Verbündeten in der Region beinhalten müsse.

Israel sieht in Irans Atom- und Raketenprogramm seine größte existenzielle Bedrohung. Vertreter der USA und des Irans hatten am Freitag in Omans Hauptstadt Maskat Gespräche begonnen. Ein Termin für eine mögliche Fortsetzung steht bisher nicht fest. Der Iran hat mehrfach erklärt, ausschließlich über sein Atomprogramm verhandeln zu wollen, nicht aber über seine Raketen.

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11. Februar, 6.13 Uhr: Israel pocht auf Entmilitarisierung Gazas

Es sei unwahrscheinlich, dass Israel seine Truppen aus Gaza abzieht, bevor die Hamas und andere militante Gruppen ihre Waffen niederlegen. Israel betrachtet außerdem das weit verzweigte Tunnelsystem der Hamas im Gazastreifen als Teil der militärischen Infrastruktur der Islamisten.

Israels Armee bereitet sich israelischen Medienberichten zufolge auch auf die Wiederaufnahme des Kriegs im Gazastreifen vor, sollte die Hamas eine Entwaffnung weiterhin verweigern.

Ohne eine Entmilitarisierung werde es für Trumps "Friedensrat" schwierig, die nächsten Schritte seines 20-Punkte-Plans umzusetzen, schrieb die "New York Times".

11. Februar, 6.10 Uhr: Auch Gaza-Friedensprozess auf der Agenda

Neben den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran wird Netanjahu beim Treffen mit Trump nach eigenen Angaben auch über die Lage im Gazastreifen sprechen.

Die zweite Phase des Waffenruhe-Abkommens sieht unter anderem die Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas vor.

Die "New York Times" berichtete nun über den Entwurf eines Plans, wonach die USA der Hamas zumindest anfangs erlauben könnten, Handfeuerwaffen zu behalten. Waffen, mit denen Israel angegriffen werden kann, müsse die Hamas dagegen herausgeben, wurden mit dem Vorschlag vertraute Personen zitiert.

11. Februar, 6.08 Uhr: Trump erwägt weitere Flotte Richtung Iran zu senden

Trump erwägt nun, einen weiteren Flugzeugträger zu senden. "Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen", sagte er "Axios". Und weiter: "Entweder wird es einen Deal geben oder wir werden wie beim letzten Mal zu sehr harten Maßnahmen greifen müssen."

Israel hatte im Juni 2025 zwölf Tage Krieg gegen den Erzfeind geführt und zusammen mit den USA iranische Atomanlagen bombardiert. Zudem hat Israel in den vergangenen zwei Jahren Irans Verbündete wie die islamistische Hamas im Gazastreifen oder die Hisbollah im Libanon militärisch stark geschwächt.

Netanjahu sei besorgt, dass Trump einem Abkommen zustimmen könnte, das den Iran "vom Haken" lasse, zitierte das "Wall Street Journal" Israels früheren Botschafter in den USA, Michael Oren. "Dieser militärische Sieg könnte zunichtegemacht werden, wenn dem Iran eine Lockerung der Sanktionen gewährt wird und er wieder zu einer großen regionalen Bedrohung wird, bewaffnet mit ballistischen Raketen und Terror unterstützend", sagte Oren.

US-Präsident Donald Trump (79) erwägt es, eine weitere Flotte in Richtung Iran zu senden.
US-Präsident Donald Trump (79) erwägt es, eine weitere Flotte in Richtung Iran zu senden.  © Alex Brandon/AP/dpa

11. Februar, 6.04 Uhr: Trump sagt, Netanjahu will auch ein Abkommen

Eine der Hauptbotschaften, die Netanjahu Trump überbringen werde, sei, dass Verhandlungen mit dem Iran wertlos seien, zitierte das "Wall Street Journal" den israelischen Energieminister Eli Cohen. "Der Iran hat keine seiner Verpflichtungen erfüllt", habe Cohen dem israelischen Armeeradio gesagt.

Trump sagte dagegen dem US-Nachrichtenportal "Axios", er glaube nicht, dass Netanjahu wegen der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran nervös sei. "Auch er will ein Abkommen. Er will ein gutes Abkommen", sagte Trump demnach.

Laut der israelischen Zeitung "Jediot Achronot" will Netanjahu mit Trump unter anderem aktuelle Geheimdienstinformationen über Irans Raketenprogramm teilen. Netanjahu werde Trump zudem warnen, dass Teheran Langstreckenraketen entwickele, die die Vereinigten Staaten treffen können.

10. Februar, 20.51 Uhr: Israel will erstmals verurteilte Attentäter ausweisen

Israel hat erstmals zwei verurteilten Attentätern die Staatsbürgerschaft entzogen und ihre Ausweisung beschlossen.

Die beiden Männer, die finanzielle Unterstützung von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) erhalten haben sollen, hätten Angriffe auf israelische Zivilisten verübt, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) mit. Das Parlament in Jerusalem hatte vor drei Jahren ein Gesetz gebilligt, das eine solche Ausweisung ermöglicht. Es wird nun zum ersten Mal umgesetzt.

Kritiker monieren, das Gesetz widerspreche internationalem Recht, weil es Menschen staatenlos mache.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76).
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76).  © Michael Kappeler/dpa

10. Februar, 12.48 Uhr: Netanjahu fliegt zu Gesprächen mit Trump

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) ist zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump (79) in die USA gereist.

Vor seinem Abflug sagte der Regierungschef, bei dem Treffen am Mittwoch in Washington gehe es um mehrere Themen, darunter die Lage im Gazastreifen und in der Region sowie vor allem die Verhandlungen mit dem Iran. Er werde Trump die israelische Auffassung zu den Gesprächen mit der Islamischen Republik darlegen, sagte er nach Medienberichten. Diese seien nicht nur für Israel wichtig, "sondern für alle, die Frieden und Sicherheit wollen".

Vertreter der US-Regierung und des Irans hatten am Freitag in der omanischen Hauptstadt Maskat Gespräche begonnen. Ein Termin für eine mögliche Fortsetzung steht bislang nicht fest.

Netanjahu (76) reist zu Trump (79) nach Washington. Im Mittelpunkt stehen Gespräche über den Iran, Geheimdienstinfos und Israels Forderungen an ein mögliches Abkommen. (Archivbild)
Netanjahu (76) reist zu Trump (79) nach Washington. Im Mittelpunkt stehen Gespräche über den Iran, Geheimdienstinfos und Israels Forderungen an ein mögliches Abkommen. (Archivbild)  © Alex Brandon/AP/dpa

10. Februar, 9.42 Uhr: Gaza-Plan sieht internationale Stabilisierungstruppe vor

Laut dem Plan von US-Präsident Donald Trump (79) soll der "Friedensrat" eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) aufbauen, die im Gazastreifen für Ordnung sorgen soll.

Ihre genaue Zusammensetzung ist allerdings noch offen. Mehrere mehrheitlich muslimische Länder hatten bereits Bereitschaft signalisiert, Soldaten zu stellen, neben Indonesien etwa auch Pakistan. Deutschland beabsichtigt nicht, sich militärisch an der ISF zu beteiligen.

10. Februar, 9.41 Uhr: Indonesien könnte 8000 Soldaten für Gaza-Mission schicken

Vor der ersten Sitzung des sogenannten Friedensrats in den USA hat Indonesien seine Bereitschaft zur Entsendung von Soldaten in den Gazastreifen bekräftigt.

Der indonesische Armeechef Maruli Simanjuntak bestätigte, dass das Land mit der Vorbereitung von Personal für einen möglichen Friedenseinsatz begonnen habe - vor allem von Ingenieuren und Sanitätern. Es könnten zwischen 5000 und 8000 Soldaten eingesetzt werden, sagte er vor Journalisten.

Indonesien signalisiert erneut die Bereitschaft, Tausende Soldaten für die Friedenssicherung in den Gazastreifen zu entsenden. Doch der Einsatz hängt von weiteren Verhandlungen ab. (Archivbild)
Indonesien signalisiert erneut die Bereitschaft, Tausende Soldaten für die Friedenssicherung in den Gazastreifen zu entsenden. Doch der Einsatz hängt von weiteren Verhandlungen ab. (Archivbild)  © Tatan Syuflana/AP/dpa

9. Februar, 17.08 Uhr: Israel erleichtert Siedlungsbau im Westjordanland

Die jüngsten Beschlüsse Israels zum Siedlungsbau im besetzten Westjordanland rufen heftige Kritik hervor.

Die EU verurteilte die "Entscheidungen des israelischen Sicherheitskabinetts, die israelische Kontrolle im Westjordanland auszuweiten", wie ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (48) sagte. Auch mehrere muslimisch geprägte Staaten verurteilten die Beschlüsse.

Das Sicherheitskabinett hatte israelischen Medien zufolge am Sonntag mehrere Maßnahmen gebilligt, die Beobachtern zufolge zu einer Ausweitung des israelischen Siedlungsbaus führen werden.

Die EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (48).
Die EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (48).  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

9. Februar, 13.40 Uhr: Prominente Reformpolitiker im Iran nach Protesten festgenommen

Im Iran sind rund einen Monat nach den Massenprotesten prominente Persönlichkeiten des politischen Reformlagers festgenommen worden.

Neben Asar Mansuri, der Vorsitzenden einer reformistischen Partei, seien mehrere weitere Politiker inhaftiert worden, berichteten iranische Medien übereinstimmend. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan bestätigte die Festnahme von vier Politikern, ohne jedoch ihre Namen zu nennen. Die Justiz wirft ihnen "Aufstachelung" sowie die "Verbreitung unwahrer Positionen" vor.

Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa

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