Nahost-Konflikt: Trotz Waffenruhe wieder Zwischenfälle im Libanon
Israel/Iran - Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist eine Fortsetzung der Verhandlungen weiter ungewiss.
Beide Parteien zeigten sich zuletzt unnachgiebig. Doch Medienberichten zufolge steht die US-Delegation um US-Vizepräsident JD Vance (41) vor einer Abreise Richtung Pakistan.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt (28), gab sich dem Sender Fox News gegenüber zuversichtlich, dass die USA ein "wirklich gutes Abkommen" schließen würden. Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt.
Zentraler Streitpunkt bleibt derweil die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. US-Präsident Donald Trump (79) teilte auf Truth Social mit, dass er an der Blockade festhalte, bis es eine Vereinbarung gebe.
Teheran knüpft die Teilnahme an Gesprächen nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen jedoch an die Aufhebung der Seeblockade.
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64), der die iranische Delegation in der vorigen Runde angeführt hatte, teilte mit, er akzeptiere keine Verhandlungen unter dem Eindruck von Drohungen. Der Iran habe nach der Feuerpause neue militärische Mittel in der Hinterhand.
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21. April, 19.57 Uhr: Trotz Waffenruhe wieder Zwischenfälle im Libanon
Trotz der im Libanon geltenden Waffenruhe zwischen proiranischer Hisbollah-Miliz und Israel hat Israels Armee eigenen Angaben zufolge Personen dort angegriffen.
Diese hätten von Israel kontrolliertes Gebiet betreten und eine unmittelbare Bedrohung für israelische Soldaten dargestellt, teilte das Militär am Abend mit. Damit hätten sie gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen.
Auch aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, zwei libanesische Männer hätten sich auf verdächtige Weise einer Gegend im Süden des Landes genähert, die Zivilisten derzeit nicht betreten dürften.
21. April, 19.15 Uhr: Abreise von Vance nach Pakistan verzögert sich
Vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan verzögert sich US-Medienberichten zufolge die Abreise der US-Delegation um Vizepräsident JD Vance (41).
Er hätte eigentlich am Morgen (Ortszeit Washington) zu einer möglichen weiteren Verhandlungsrunde mit dem Iran aufbrechen sollen, berichten die "New York Times" und der Sender CNN am Mittag. Stattdessen befinde sich Vance aber noch in Washington, um an weiteren politischen Besprechungen im Weißen Haus teilzunehmen, hieß es unter Berufung auf einen Regierungsbeamten.
21. April, 18.14 Uhr: Bisher offenbar keine Zusage Irans zu Treffen in Islamabad
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist weiter ungewiss, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt.
Nach pakistanischen Angaben gibt es bisher keine Zusage Irans zu Friedensgesprächen in Islamabad. Die Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien ende am Mittwoch um "4:50 am PST", hieß es in einer Mitteilung des pakistanischen Informationsministers Attaullah Tarar (40) auf X.
Eine Umrechnung der Pakistan Standard Time (PST) ergibt 1:50 Uhr am Mittwochmorgen deutscher Zeit als Auslaufen der Waffenruhe - sehr viel eher als bisher angenommen. US-Präsident Donald Trump (79) hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht deutscher Zeit am 8. April, einem Mittwoch, verkündet. Zuletzt benannte Trump den Mittwochabend Washingtoner Zeit (früher Donnerstagmorgen deutscher Zeit) als das Ende der Feuerpause.
21. April, 17.25 Uhr: Pentagon meldet geentertes Schiff
US-Streitkräfte haben vergangene Nacht einen Öltanker geentert, der zuvor von den USA wegen Zusammenarbeit mit dem Iran mit Sanktionen belegt worden war.
Es handele sich um ein "staatenloses sanktioniertes" Schiff, das im indopazifischen Raum gestoppt worden sei, teilte das Pentagon auf der Plattform X mit. Die USA würden weltweit Maßnahmen ergreifen, "um illegale Netzwerke zu zerschlagen und sanktionierte Schiffe abzufangen, die dem Iran materielle Unterstützung leisten – wo auch immer sie operieren". Internationale Gewässer seien kein Zufluchtsort für sanktionierte Schiffe.
21. April, 15.57 Uhr: Trump sieht USA in starker Verhandlungsposition
Vor möglichen weiteren Gesprächen mit dem Iran in Pakistan sieht US-Präsident Donald Trump (79) sein Land in einer starken Verhandlungsposition.
Der Iran habe keine andere Wahl, als Vertreter für weitere Gespräche mit einer US-Delegation zu schicken, sagte Trump dem Sender CNBC in einem Interview. Er denke, dass man einen "großartigen Deal" erzielen werde. "Ich denke, sie haben keine andere Wahl", sagte er über den Iran. Trump bekräftigte dabei auch, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen erst aufheben werde, wenn es ein "finales Abkommen" gebe.
Die Waffenruhe sei gut gewesen, weil die USA währenddessen ihre Munitionsvorräte wieder aufgefüllt hätten. Die US-Streitkräfte seien bereit wieder anzugreifen, betonte er.
21. April, 15.47 Uhr: Katar appelliert an Konfliktparteien
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA richtet der Golfstaat Katar einen eindringlichen Appell an die Konfliktparteien.
Der Krieg müsse enden, denn er habe die Region, die Weltwirtschaft und die Energiemärkte in eine "sehr gefährliche Lage" gebracht, sagte der katarische Außenamtssprecher Madschid al-Ansari am Dienstag.
Über ein mögliches Scheitern der Gespräche wolle er sich nicht äußern, sagte al-Ansari. "Die ganze Welt unterstützt diese Verhandlungen und die Bemühungen Pakistans." Katar habe dabei weiter Hoffnung und plädiere dafür, die aktuell geltende Waffenruhe zumindest zu verlängern, wenn es in den Verhandlungen vorerst keine Einigung gebe.
21. April, 14.16 Uhr: Trump wirft Iran Bruch der Waffenruhe vor
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA wirft US-Präsident Donald Trump Teheran vor, die Feuerpause wiederholt missachtet zu haben.
"Der Iran hat die Waffenruhe mehrfach verletzt!", schreibt Trump in einem neuen Post auf Truth Social. Details nannte der US-Präsident nicht; sein Post umfasste nur diesen einen Satz.
Trump hatte zuvor gesagt, er halte eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran für "sehr unwahrscheinlich", sollte es vor deren Ablauf keine Vereinbarung mit Teheran geben. Er nannte Mittwochabend Washingtoner Zeit als das Ende der Feuerpause. Weil der Iran den USA zeitlich siebeneinhalb Stunden voraus ist, würde das Ende der Waffenruhe dort in die Morgenstunden am Donnerstag fallen.
21. April, 13.32 Uhr: Iran zeigt sich kriegsbereit: "Hölle" für USA und Israel
Irans Militär hat sich vor dem Auslaufen der Waffenruhe bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs gegen Israel und die USA gezeigt.
Das Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine "Hölle" für die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es.
21. April, 12.50 Uhr: Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf
Die Bundesregierung fordert von der politischen Führung in Teheran ein Eingehen auf das Gesprächsangebot der USA.
"Wir rufen den Iran jetzt dringend dazu auf, nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhandeln", sagte Außenminister Johann Wadephul am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Luxemburg. Es gebe eine ausgestreckte Hand der Amerikaner, die im Interesse der eigenen Bevölkerung ergriffen werden sollte. Man wisse, dass der amerikanische Vizepräsident JD Vance bereit sei, für Gespräche in die pakistanische Hauptstadt Islamabad zu reisen.
Mit Blick auf die US-Regierung sagte Wadephul, er könne die amerikanische Seite nur auffordern, weiter die Offenheit für Verhandlungen mit dem Iran zu zeigen. "Ich glaube, es gibt nach wie vor ein Fenster der Möglichkeiten, diesen Krieg durch Verhandlungen zu beenden", betonte er. Der Krieg gehe bald in den dritten Monat und man habe ein Interesse, dass der Konflikt rasch gelöst werden könne.
21. April, 11.19 Uhr: Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten
Inmitten einer Welle von Hinrichtungen hat Irans Justiz ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar vollstreckt.
Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde demnach vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee im Teheraner Stadtteil Gholhak in Brand gesetzt zu haben.
Bereits am Montag wurden zwei Männer nach Spionagevorwürfen exekutiert. Die Justiz warf ihnen vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprachen hingegen von politischen Gefangenen, die den oppositionellen Volksmudschahedin angehört haben sollen. Die Organisation Iran Human Rights verurteilte die Hinrichtungen scharf.
21. April, 10 Uhr: Hisbollah-Chef wird laut Israel "mit seinem Kopf bezahlen"
Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Kassim werde "mit seinem Kopf bezahlen", sagte Minister Israel Katz nach Medienberichten bei einer Veranstaltung zum israelischen Soldatengedenktag.
Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach Angaben des Nachrichtenportals "ynet". Die Hisbollah habe Israel "im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen" und werde dafür den Preis zahlen.
"Jeder, der die Hand gegen Israel erhebt, dem wird sie abgeschlagen. Wir werden nicht zur Realität vor dem 7. Oktober 2023 zurückkehren", sagte Katz demnach.
21. April, 6.53 Uhr: Teheran droht mit "neuen Trümpfen auf dem Schlachtfeld"
Im Falle einer Wiederaufnahme des Iran-Krieges stehen Teheran dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf zufolge "neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld" zur Verfügung.
"In den vergangenen zwei Wochen haben wir uns darauf vorbereitet, neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld auszuspielen", erklärte Ghalibaf, der iranische Chefunterhändler in den Gesprächen mit Washington, am Montag im Onlinedienst X. Er bekräftigte zudem, Teheran akzeptiere "keine Verhandlungen im Schatten von Drohungen".
21. April, 4 Uhr: Leavitt - USA waren einem guten Deal mit dem Iran nie näher
Trotz der Unklarheit über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde sieht sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit dem Iran näher denn je.
"Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen – ganz im Gegensatz zu dem schrecklichen Abkommen, das Barack Hussein Obama unterzeichnet hat", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox News.
Damit bezog sie sich auf das Atomabkommen von 2015, das US-Präsident Donald Trump später aufkündigte.
Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa
