Nahost-Konflikt: USA wollen laut Teheran vollständige Kapitulation Irans

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Israel/Iran - Kurz vor der China-Reise von US-Präsident Donald Trump (79) herrscht weiter Ungewissheit über die Zukunft des Iran-Kriegs.

Der US-Präsident Donald Trump (79).
Der US-Präsident Donald Trump (79).  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Trump stellte die seit fast fünf Wochen dauernde Waffenruhe öffentlich infrage. Grund dafür sei der "dämliche Vorschlag" aus Teheran zur Beendigung des Krieges, sagte er in Washington.

"Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe." Unterdessen herrscht im Iran großes Misstrauen. Aus Parlamentskreisen in Teheran hieß es am Dienstag, dass die iranische Regierung ein Wiederaufflammen der Kampfhandlungen für wahrscheinlich halte.

Eine gut informierte Quelle sagte, es gebe keine Entwicklungen mit Blick auf die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington.

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Trumps China-Reise ist aus iranischer Sicht jedoch mit der Hoffnung verbunden, dass Staatschef Xi Jinping (72) zu einer möglichen Deeskalation beitragen könnte.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

12. Mai, 21.34 Uhr: Trump erwartet "langes Gespräch" mit Xi zu Iran

US-Präsident Donald Trump (79) hat seine erste China-Reise seit 2017 angetreten. Die Präsidentenmaschine Air Force One hob am Dienstag von der Luftwaffenbasis Joint Base Andrews nahe Washington ab, wie AFP-Reporter berichteten.

Kurz vor dem Abflug hatte Trump Gesprächsbereitschaft über den Iran-Krieg signalisiert. Er erwarte dazu "ein langes Gespräch" mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping (72), sagte der Präsident vor Journalisten.

Peking befürwortet eine dauerhafte Friedenslösung im Iran und dringt als Importeur iranischen Öls auf eine rasche Öffnung der Straße von Hormus. Trump ist ein Abkommen mit Teheran bisher nicht gelungen. Zuletzt kritisierte er die iranische Antwort auf den US-Vorschlag scharf und gab der seit April geltenden Feuerpause nur noch eine "Überlebenschance von einem Prozent".

US-Präsident Donald Trump (79) vor seinem Abflug nach China.
US-Präsident Donald Trump (79) vor seinem Abflug nach China.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

12. Mai, 20.47 Uhr: USA wollen laut Iran vollständige Kapitulation Irans

Mit Blick auf die Ungewissheit über die Zukunft des Iran-Kriegs kritisiert Teheran die Verhandlungsstrategie der Vereinigten Staaten. Die USA strebten keine echten Verhandlungen an, sondern die vollständige Kapitulation Irans, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna Außenamtssprecher Ismail Baghai.

In einem Interview mit dem indischen Magazin India Today Global sagte der Sprecher demnach, statt einer Geben- und Nehmen-Diplomatie verfolgten die USA mit ihren Forderungen die Unterordnung seines Landes.

Den USA gehe es nicht um eine friedliche Lösung, sondern um ein Kapitulationsdokument, schrieb auch der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf X. Der Standpunkt Irans sei eindeutig: Man wolle eine Beendigung der Kampfhandlungen, keine Wiederaufnahme des Konflikts, Entschädigungen, ein Ende der Blockade, Aufhebung von Sanktionen sowie die Achtung internationaler Rechte des Iran.

Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai erhebt Vorwürfe gegen die USA.
Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai erhebt Vorwürfe gegen die USA.  © Shadati)/XinHua/dpa

12. Mai, 19.24 Uhr: EU-Marinemission Aspides kann laut Kallas auf Straße von Hormus ausgeweitet werden

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (48) hält eine Ausweitung der EU-Marinemission Aspides auf die Straße von Hormus nach Ende des Iran-Kriegs für möglich.

Aspides leiste bereits "einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer, doch ihre Aktivitäten könnten auch auf die Meerenge ausgeweitet werden", sagte Kallas nach einem Treffen der EU-Verteidigungsminister am Dienstag. Dafür müssten die Mitgliedstaaten lediglich den operativen Auftrag der Mission ändern.

Kallas zufolge haben einige Länder bereits zugesagt, mehr Schiffe für Aspides zur Verfügung zu stellen. Es seien "sehr gute Diskussionen" über die Marinemission geführt worden. Bei ihrem Treffen im März hatten sich die Verteidigungsminister noch gegen eine Ausweitung von Aspides ausgesprochen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (48) im Gebäude des Europäischen Rates.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (48) im Gebäude des Europäischen Rates.  © Virginia Mayo/AP/dpa

12. Mai, 19.18 Uhr: US-Senator traut Pakistan nicht als Vermittler im Iran-Krieg

Der einflussreiche US-Senator Lindsey Graham (70) hat sich empört über einen Medienbericht gezeigt, wonach Pakistan als Vermittler im Iran-Krieg Teheran das Abstellen von Flugzeugen auf seinen Stützpunkten gestatten soll.

"Ich traue Pakistan nicht über den Weg", sagte der Republikaner in einem Senatsausschuss. Er konfrontierte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) und Generalstabschef Dan Caine (57) mit der Frage, ob der Bericht zutreffend sei. Keiner der beiden wollte sich zu dem Sachverhalt äußern.

"Wenn tatsächlich iranische Flugzeuge auf pakistanischen Stützpunkten stationiert sind, um iranische Militäranlagen zu schützen, dann sagt mir das, dass wir uns nach jemand anderem als Vermittler umsehen sollten", sagte Graham. Er vermutete dies als Grund für die seit Wochen stockenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Der einflussreiche US-Senator Lindsey Graham (70) traut Pakistan nicht.
Der einflussreiche US-Senator Lindsey Graham (70) traut Pakistan nicht.  © Kenny Holston/Pool The New York Times/AP/dpa

12. Mai, 19.08 Uhr: Israel und Hisbollah greifen einander weiter an

Trotz Waffenruhe tritt im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz erneut Gewalt auf.

Das Gesundheitsministerium in Beirut teilte mit, es seien zwei Sanitäter bei einem israelischen Angriff am Nachmittag im Südlibanon getötet worden. Eine weitere Sanitäterin sei zudem verletzt worden.

Militärfahrzeuge der israelischen Verteidigungskräfte patrouillieren im Südlibanon, vom Norden Israels aus gesehen.
Militärfahrzeuge der israelischen Verteidigungskräfte patrouillieren im Südlibanon, vom Norden Israels aus gesehen.  © Gil Cohen Magen/XinHua/dpa

12. Mai, 18.29 Uhr: Laut Libanon 380 Tote seit Waffenruhe - Israel meldet Einsatz am Fluss Litani

Bei israelischen Luftangriffen auf den Libanon sind seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen beiden Ländern nach neuen offiziellen Angaben 380 Menschen getötet worden.

Unter den seit dem 17. April Getöteten seien 108 Angehörige der Sicherheitskräfte und der Gesundheitsbehörden, erklärte der libanesische Gesundheitsminister Rakan Nassereddin am Dienstag. Die israelische Armee gab einen Einsatz von Bodentruppen im Libanon am Litani-Fluss bekannt, Medienberichten zufolge überquerten dabei Soldaten den Fluss.

12. Mai, 16.59 Uhr: Irans Revolutionsgarden führen Militärübungen in Hauptstadt Teheran aus

Die iranischen Revolutionsgarden haben in der Hauptstadt Teheran Militärübungen ausgeführt.

Neben den Revolutionsgarden seien auch die Bassidsch-Milizen beteiligt gewesen, meldete das iranische Staatsfernsehen am Dienstag. Die "erfolgreich ausgeführten" Übungen erfolgten inmitten einer fragilen Waffenruhe des Iran mit den USA.

Die iranischen Revolutionsgarden bereiten sich wohl auf weitere Kämpfe vor. (Archivbild)
Die iranischen Revolutionsgarden bereiten sich wohl auf weitere Kämpfe vor. (Archivbild)  © Vahid Salemi/AP/dpa

12. Mai, 16.35 Uhr: Iran-Krieg kostete laut Pentagon "eher" 29 Milliarden Dollar

Die Kosten des Iran-Krieges für die Vereinigten Staaten sind nach Schätzungen eines hochrangigen Pentagon-Mitarbeiters deutlich gestiegen.

Die Ausgaben lägen mittlerweile "eher" bei 29 Milliarden US-Dollar (gut 24,6 Mrd Euro), sagte Jules W. Hurst III bei einer Anhörung des Repräsentantenhauses. Grund dafür seien Reparatur- und Ersatzbeschaffungen sowie "allgemeine Betriebskosten". Ende April hatte er noch von schätzungsweise 25 Milliarden US-Dollar (rund 21,2 Mrd Euro) gesprochen.

12. Mai, 15.40 Uhr: US-Militär verfügt laut Hegseth über ausreichend Munition

US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) hat Spekulationen über stark aufgezehrte Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs heruntergespielt.

"Wir wissen genau, was wir haben. Wir verfügen über reichlich von dem, was wir brauchen", sagte er in einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Debatte um die Vorräte sei "törichterweise und wenig hilfreich übertrieben" worden, führte Hegseth weiter aus.

US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) will von Munitionsproblemen der USA nichts wissen.
US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) will von Munitionsproblemen der USA nichts wissen.  © Alex Brandon/AP/dpa

12. Mai, 14.35 Uhr: Israels Armee fängt Drohne ab - Huthi werden verdächtigt

Die israelische Luftwaffe hat nach Militärangaben eine aus dem Osten gestartete Drohne abgefangen. In Übereinstimmung mit geltenden Richtlinien seien dabei keine Warnsirenen ausgelöst worden, hieß es in einer Mitteilung der Armee.

Einwohner der israelischen Küstenstadt Eilat an der Südspitze des Landes berichteten laut Medien, sie hätten Spuren einer Abwehrrakete im Himmel über der Stadt beobachtet. Die Times of Israel berichtete, es werde vermutet, dass die Huthi-Miliz im Jemen hinter dem Angriff stehe. Es wäre der erste Huthi-Angriff seit Beginn der Waffenruhe im Iran-Krieg im vergangenen Monat.

Titelfoto: Shadati)/XinHua/dpa

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