Nahost-Konflikt: Verhandlungen mit USA wohl Donnerstag in Genf

Nahost - Israel will Siedlern im Westjordanland den Erwerb von Land erleichtern. Viele Staaten, darunter Deutschland, übten Kritik. Nun sorgt der US-Botschafter in Israel mit Äußerungen für neuen Ärger.

Donald Trump (79, M.) im Gespräch mit Botschafter Mike Huckabee (70, l.) und Benjamin Netanjahu (76, r.).
Donald Trump (79, M.) im Gespräch mit Botschafter Mike Huckabee (70, l.) und Benjamin Netanjahu (76, r.).  © Evan Vucci/AP/dpa

Arabische und muslimische Staaten haben empört auf Aussagen des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee, reagiert, wonach der jüdische Staat ein biblisches Recht auf weite Teile des Nahen Ostens habe.

In einem Interview hatte ihn der rechte Online-Kommentator Tucker Carlson gefragt, ob Israel gemäß wörtlicher Auslegung der Bibel das Recht habe, große Teile des heutigen Nahen Ostens zu beanspruchen.

Huckabee antwortete: "Es wäre in Ordnung, wenn sie alles nähmen." Kurz darauf ruderte er zurück und sagte, Carlsons Frage sei irrelevant, da Israel keine solchen Absichten habe. Israel habe das Recht, in dem Land zu leben, das es derzeit besitze, sagte er.

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Israel Krieg Nahost-Konflikt: Trumps Schwiegersohn stellt Plan für Wiederaufbau Gazas vor

In einer vom saudischen Außenministerium auf der Plattform X veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme verurteilten die Außenministerien mehrerer arabischer und muslimischer Staaten die Äußerungen des US-Botschafters "auf das Schärfste".

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

22. Februar, 21.19 Uhr: Iran - Verhandlungen mit USA wohl Donnerstag in Genf

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat im Konflikt um das umstrittene Atomprogramm des Landes eine weitere Verhandlungsrunde mit den USA in wenigen Tagen in Aussicht gestellt.

"Ich gehe davon aus, dass wir bei unserem erneuten Treffen an diesem Donnerstag in Genf einen tragfähigen Text ausarbeiten und rasch zu einer Einigung kommen können", sagte Araghtschi dem US-Sender CBS News.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass ein besserer Deal als das Wiener Atomabkommen von 2015 möglich sei.

Die USA haben mit ihrer verstärkten Präsenz im Nahen Osten den Druck auf den Iran massiv erhöht. Der iranische Außenminister zeigt sich mit Blick auf die Verhandlungen mit den USA nun zuversichtlich.
Die USA haben mit ihrer verstärkten Präsenz im Nahen Osten den Druck auf den Iran massiv erhöht. Der iranische Außenminister zeigt sich mit Blick auf die Verhandlungen mit den USA nun zuversichtlich.  © Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

22. Februar, 21.18 Uhr: Iran verlangt Aufhebung westlicher Sanktionen

Die USA und Israel haben bislang vom Iran die vollständige Aufgabe seines Atomprogramms und insbesondere eine Null‑Urananreicherung gefordert.

Teheran ist jedoch lediglich bereit, den derzeitigen Anreicherungsgrad von 60 Prozent zu senken, um zu bekräftigen, dass sein Nuklearprogramm friedlichen Zwecken dient und das Land – anders als im Westen befürchtet – nicht an Atomwaffen arbeitet. Im Gegenzug verlangt der Iran die Aufhebung der westlichen Sanktionen.

22. Februar, 7.21 Uhr: US-Botschafter erzürnt arabische Welt mit Israel-These

Arabische und muslimische Staaten haben empört auf Aussagen des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee, reagiert, wonach der jüdische Staat ein biblisches Recht auf weite Teile des Nahen Ostens habe.

In einem Interview hatte ihn der rechte Online-Kommentator Tucker Carlson gefragt, ob Israel gemäß wörtlicher Auslegung der Bibel das Recht habe, große Teile des heutigen Nahen Ostens zu beanspruchen. Huckabee antwortete: "Es wäre in Ordnung, wenn sie alles nähmen." Kurz darauf ruderte er zurück und sagte, Carlsons Frage sei irrelevant, da Israel keine solchen Absichten habe. Israel habe das Recht, in dem Land zu leben, das es derzeit besitze, sagte er.

In einer vom saudischen Außenministerium auf der Plattform X veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme verurteilten die Außenministerien mehrerer arabischer und muslimischer Staaten zusammen mit der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), der Arabischen Liga und dem Golf-Kooperationsrat die Äußerungen des US-Botschafters "auf das Schärfste".

Sie äußerten ihre "tiefe Besorgnis" darüber. Huckabees "gefährliche und hetzerische Äußerungen" stellten einen "eklatanten Verstoß" gegen die Grundsätze des Völkerrechts und die Charta der Vereinten Nationen dar.

Arabische und muslimische Staaten haben empört auf Aussagen des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee (70), reagiert.
Arabische und muslimische Staaten haben empört auf Aussagen des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee (70), reagiert.  © Daniel Torok/White House/dpa

21. Februar, 22.27 Uhr: Neue Proteste an iranischer Elite-Universität

Mit Beginn des neuen Semesters im Iran sind an einer renommierten Universität neue Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem ausgebrochen.

An der Scharif-Universität für Technologie in der Hauptstadt Teheran riefen Studierende Protestslogans, wie Aktivisten in den sozialen Medien berichteten. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit den paramilitärischen Basidsch-Einheiten, wie es in dem Bericht des studentischen Newsletters "Amirkabir" hieß. Weitere Proteste gab es demnach auch von Medizinstudenten in der nordöstlichen Millionenmetropole Maschhad.

Anfang Januar wurden Proteste im Iran brutal niedergeschlagen. An einer berühmten Universität kommt es mit Beginn des neuen Semesters zu neuen Zusammenstößen. (Archivbild)
Anfang Januar wurden Proteste im Iran brutal niedergeschlagen. An einer berühmten Universität kommt es mit Beginn des neuen Semesters zu neuen Zusammenstößen. (Archivbild)  © Rouzbeh Fouladi/ZUMA Wire/dpa

21. Februar, 15.14 Uhr: Libanon - Israels Angriffe untergraben Stabilisierungsbemühungen

Libanons Präsident Joseph Aoun hat Israel nach den jüngsten tödlichen Angriffen auf Stellungen der Hisbollah vorgeworfen, die diplomatischen Bemühungen zur Stabilisierung seines Landes zu untergraben.

Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium kamen bei den Angriffen im Libanon am Freitagabend zehn Menschen ums Leben. Demnach wurden 24 weitere verletzt, darunter drei Kinder. Die Schiitenmiliz Hisbollah teilte mit, unter den Toten seien acht ihrer Mitglieder und eine Hausangestellte aus Äthiopien.

Israels Armee teilte am Morgen mit, sie habe mehrere Mitglieder der Hisbollah getötet, die für Raketenbeschuss zuständig gewesen seien. Demnach soll die vom Iran unterstützte Organisation zuletzt Raketenangriffe auf Israel geplant haben. Die Hisbollah-Mitglieder seien in Kommandozentralen der Miliz im Osten des Nachbarlandes getroffen worden.

21. Februar, 8.15 Uhr: Nach Protesten im Iran drohen laut Amnesty 30 Todesstrafen

Mindestens 30 Menschen im Iran droht im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten laut Informationen von Amnesty International die Todesstrafe.

In acht Fällen sei bereits ein Urteil gesprochen worden, berichtete die bekannte Menschenrechtsorganisation. Unter den 22 weiteren vor Gericht verhandelten Fällen seien zwei Männer noch minderjährig, berichtete Amnesty weiter. Die iranische Justiz hat bislang offiziell kein Todesurteil verkündet.

Amnesty wirft der iranischen Führung vor, mit den Todesurteilen und deren möglichen Vollstreckung die Protestbewegung brechen zu wollen.

"Indem sie die Todesstrafe als Waffe einsetzen, versuchen sie, Angst zu schüren und den Geist einer Bevölkerung zu brechen, die grundlegende Veränderungen fordert", sagte Diana Eltahawy, stellvertretende Regionaldirektorin für den Nahen Osten.

Irans Oberster Richter Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi.
Irans Oberster Richter Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi.  © Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa

21. Februar, 6 Uhr: Zweiter US-Flugzeugträger im Mittelmeer eingetroffen

Vor dem Hintergrund der militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran hat ein zweiter US-Flugzeugträger das Mittelmeer erreicht.

Von Gibraltar aus war am Freitag zu sehen, wie die "USS Gerald R. Ford" - der größte Flugzeugträger der Welt - die Straße von Gilbraltar passierte, die Meerenge zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer. Trump hatte zuvor bereits den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" entsandt, er ist seit Ende Januar in der Nahost-Region.

Mit Blick auf die Atomverhandlungen mit Teheran hatte Trump zuvor erklärt, er erwäge einen "begrenzten Militärschlag" auf den Iran, falls es zu keiner Einigung kommen sollte. Zuvor hatte er Teheran eine Frist bis Anfang März gesetzt.

20. Februar, 22.21 Uhr: Tote bei israelischem Angriff auf Hisbollah-Ziele im Libanon

Bei israelischen Luftangriffen im Osten des Libanon sind einem libanesischen Bericht zufolge sechs Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden.

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete insgesamt sechs Luftangriffe auf Gebäude, unter anderem nahe der Stadt Baalbek. Israels Armee bestätigte Angriffe in der Gegend und erklärte, Ziel seien Kommandozentralen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz gewesen.

Unter den Getöteten ist ein hochrangiger Hisbollah-Kommandeur, wie es aus Sicherheitskreisen im Libanon hieß. Zur Identität der anderen Opfer war zunächst nichts bekannt.

20. Februar, 17.56 Uhr: Israels Armee greift Palästinensercamp im Libanon an

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben das größte Flüchtlingslager für Palästinenser im Libanon angegriffen. Die Attacke habe einer "Kommando-Zentrale" der islamistischen Hamas in dem Camp gegolten, teilte die Armee mit.

Aus palästinensischen Kreisen im Lager hieß es, mindestens eine Person sei getötet worden. Die Angaben beider Seiten waren zunächst nicht überprüfbar.

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von mehreren Verletzten, ohne eine genaue Zahl zu nennen.

Ain al-Hilwah im Süden des Landes ist mit rund 80.000 Einwohnern das größte palästinensische Flüchtlingslager im Libanon. Das Camp liegt etwa 70 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt.

Die israelische Armee hat erneut Libanon angegriffen. (Archivfoto)
Die israelische Armee hat erneut Libanon angegriffen. (Archivfoto)  © Stringer/dpa

20. Februar, 7.15 Uhr: Ankündigung von Milliardenhilfe

Trump hatte bei der Sitzung des Friedensrats gesagt, Kasachstan, Aserbaidschan, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien, Usbekistan und Kuwait hätten sieben Milliarden US-Dollar (5,9 Milliarden Euro) für ein Hilfspaket für Gaza zugesagt.

Der Gesamtbedarf für den Wiederaufbau des Gebiets wird auf 70 Milliarden Dollar geschätzt. Gegründet hatte Trump den Friedensrat kürzlich beim Weltwirtschaftsforum in Davos, er selbst hat den Vorsitz inne - auf Lebenszeit. Grundsätzlich soll sich das Gremium - anders als erwartet - aber nicht nur mit der Überwachung einer Befriedung des Gazastreifens befassen. Vielmehr soll es globale Konflikte im Allgemeinen lösen. Aktuell gehören etwa zwei Dutzend Länder dazu, darunter Ungarn, Israel, Belarus, Katar, Saudi-Arabien und die Türkei.

Deutschland und viele andere europäische Staaten lehnen eine Beteiligung ab, weil das Gremium als Konkurrenz zu den von Trump kritisierten Vereinten Nationen gesehen wird.

Titelfoto: Daniel Torok/White House/dpa

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