Nahost-Konflikt: Witkoff und Kushner reisen für Iran-Gespräche nach Pakistan

Israel/Iran - Die Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) um drei Wochen verlängert werden.

US-Präsident Donald Trump (79) erklärte die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah für verlängert.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit.

Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen. Die Hisbollah-Miliz äußerte sich zunächst nicht dazu.

"Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen", sagte Trump.

Israel Krieg Nahost-Konflikt: Iran nennt Hindernis für Gespräche - schließt sie aber nicht aus

Ins Auge nehme er dabei auch die Finanzierung der Miliz durch den Iran, sagte er auf eine Reporterfrage. Solange der Iran die Hisbollah finanziere, werde es keine Vereinbarung im Iran-Krieg geben. "Das ist ein Muss", sagte Trump.

Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen. Er plane, das Treffen noch während der verlängerten Waffenruhe stattfinden zu lassen. Das vorangegangene Treffen im Weißen Haus nannte Trump historisch.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

24. April, 20.47 Uhr: Witkoff und Kushner reisen für Iran-Gespräche nach Pakistan

Im Ringen um eine Beendigung des Iran-Kriegs reisen der US-Sondergesandte Steve Witkoff (69) und der Trump-Schwiegersohn, Jared Kushner (45), nach US-Angaben nach Pakistan zu Verhandlungen mit Vertretern Teherans.

Beide fliegen am Samstagmorgen (Ortszeit Washington) ab, wie US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt (28) auf Fox News sagte. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich sprechen, sagte sie wenig später vor Reportern. 

Laut dem Sender CNN und dem Nachrichtenportal "Axios" sollen sich die beiden US-Vertreter mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi (63) treffen. Dieser traf laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim bereits in Islamabad ein. Laut der den Revolutionsgarden nahe stehenden Agentur wird es keine Verhandlungen in Islamabad geben. 

Anzeige
Trump-Schwiegersohn Jared Kushner (45, l.) und der US-Sondergesandte Steve Witkoff (69) brechen am Samstagmorgen nach Pakistan auf. (Archivbild)  © Michael Kappeler/dpa

24. April, 16.41 Uhr: Israel meldet Drohnenbeschuss der Hisbollah

Trotz der Verlängerung der Feuerpause im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah bleibt die Lage unruhig.

Israels Armee meldete am Nachmittag einen Drohnenangriff der vom Iran unterstützten Miliz auf Israel. Das Fluggerät sei abgeschossen worden, ehe es Israel erreicht habe. In mehreren Gegenden im Norden des Landes wurden dennoch Warnsirenen ausgelöst. 

Mit Sprengstoff beladene Drohnen der Hisbollah seien zudem in der Nähe eines israelischen Soldaten im Südlibanon detoniert, teilte Israels Armee weiter mit. Es habe keine Verletzten in den Reihen des israelischen Militärs gegeben. Israels Armee sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe-Vereinbarung".

24. April, 16.30 Uhr: Irans Außenminister reist nach Pakistan

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) wird am Abend zu Gesprächen in Pakistan erwartet.

Dort soll er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit Vertretern Pakistans, die im Konflikt zwischen den USA und dem Iran vermitteln, sprechen. Treffen mit US-Vertretern seien nicht geplant, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus pakistanischen Sicherheitskreisen.

24. April, 16.25 Uhr: Hegseth bezeichnet Beratungen in Europa über Marineeinsatz als "dumm"

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) hat die europäischen Beratungen über einen Marineeinsatz zur Absicherung der Straße von Hormus als "dumm" bezeichnet.

"Das sind noch keine ernsthaften Bemühungen", sagte er auf einer Pressekonferenz über die Gespräche von vergangener Woche. 

Hegseth monierte, dass die Europäer darüber geredet hätten, "vielleicht irgendwann etwas zu unternehmen, wenn alles erledigt ist." Der Minister griff damit die anhaltende Kritik von US-Präsident Donald Trump (79) auf, der mehrfach von den europäischen Verbündeten deutlich mehr Engagement bei der Sicherung der Straße von Hormus gefordert hatte.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) fand deutliche Worte zu Beratungen in Europa über einen Marineeinsatz.  © Kevin Wolf/FR33460 AP/dpa

24. April, 16.10 Uhr: UN-Blauhelmsoldat im Libanon erliegt Verletzungen

Im Libanon ist ein weiterer UN-Blauhelmsoldat in Zusammenhang mit den Kämpfen zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz und Israel gestorben.

Der 31-jährige Indonesier sei in einem Beiruter Krankenhaus Verletzungen erlegen, die er am 29. März erlitten habe, teilte die UN-Friedenstruppe Unifil mit. Bei dem Angriff war auch ein weiterer UN-Soldat getötet worden.

Laut einem vorläufigen Bericht der UN von Anfang April war das Projektil damals von einem Merkava-Panzer der israelischen Streitkräfte abgefeuert worden. Israel hingegen hatte die Hisbollah-Miliz beschuldigt, hinter dem Angriff zu stehen. 

24. April, 15.56 Uhr: Schiff Hapag-Lloyds hat den Persischen Golf verlassen

Ein Containerschiff der deutschen Reederei Hapag-Lloyd hat den Persischen Golf durch die Straße von Hormus verlassen.

"Ein Schiff hat es geschafft", sagte eine Sprecherin von Deutschlands größter Containerreederei. Die "Tema Express" befindet sich Trackingdaten nach im Golf von Oman und liegt nördlich der omanischen Küste. Zuerst hatten mehrere Medien berichtet. 

Angaben zum Zeitpunkt der Durchfahrt machte die Konzernsprecherin auf Nachfrage nicht. Sie verwies auf Sicherheitsgründe. Vier Containerschiffe der Hamburger Reederei sitzen demnach noch im Golf fest. Ursprünglich waren es sechs. Im Fall eines Schiffs sei der sogenannte Chartervertrag ausgelaufen. Laut der Firmenwebsite lag die "Tema Express" am 7. April noch im Golf. Das Schiff muss die Meerenge demnach im April durchfahren haben. 

Ein Schiff von Hapag-Lloyd hat die Straße von Hormus passiert. (Symbolfoto)  © Marcus Brandt/dpa

24. April, 15.43 Uhr: Drohnen treffen Militärposten an Kuwaits Nordgrenze

Zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen sind am Freitag in Militärstellungen an Kuwaits Nordgrenze eingeschlagen.

Es gebe Schäden, jedoch keine Verletzten, teilte das kuwaitische Militär auf der Plattform X mit. Die Drohnen seien aus irakischer Richtung gekommen und hätten zwei Grenzposten getroffen, hieß es weiter. Kuwaits Militär bezeichnete den Vorfall als "kriminellen Akt der Aggression". 

24. April, 14.07 Uhr: Lieferengpässe bedrohen medizinische Versorgung im Iran

Im Iran droht nach den Angriffen der USA und Israels eine schwere Krise in der medizinischen Versorgung.

Zwar gibt es eine Waffenruhe, aber die Folgen der wochenlangen Bombardierung beeinträchtigten wohl noch auf Monate oder Jahre die Versorgung der Bevölkerung, sagte Cristhian Cortez Cardoza in Genf.

Er ist stellvertretender Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika bei der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC). Er hat den Iran vier Tage lang besucht.

"Ein Waffenstillstand bedeutet nicht, dass der Konflikt vorbei ist", sagte Cardoza. Hunderte Kliniken und Gesundheitseinrichtungen sowie Lernstätten und Geschäfte seien zerstört worden, sagte er. Es wachse die Sorge, dass nicht mehr genügend medizinische Geräte wie Dialysemaschinen oder Prothesen zur Verfügung stehen.

Eine Fabrik, die 60 Prozent der Dialysefilter und -geräte herstelle, habe nur noch Rohstoffe für die nächsten drei Monate. Die Lieferkette sei wegen des Konflikts unterbrochen.

Hunderte Kliniken und Gesundheitseinrichtungen im Iran wurden während des Krieges mit den USA und Israel zerstört.  © Vahid Salemi/AP/dpa

24. April, 13.52 Uhr: UN-Büro sieht Hinweise auf Kriegsverbrechen im Libanon

Das UN-Menschenrechtsbüro sieht Anzeichen für israelische Kriegsverbrechen im Libanon.

Das Büro habe zahlreiche tödliche Angriffe auf Gesundheitspersonal und Journalisten dokumentiert, sagte Sprecher Thameen Al-Kheetan in Genf. Am Mittwoch habe das israelische Militär nach Berichten Sanitäter bei Hilfeleistungen behindert, nachdem ein Journalist bei einem Angriff getötet und ein Fotograf verletzt worden war.

"Medizinisches Personal, sei es militärisch oder zivil, sowie andere Zivilisten, darunter auch Journalisten, genießen nach dem humanitären Völkerrecht Schutz. Sie gezielt anzugreifen, würde ein Kriegsverbrechen darstellen", sagte der Sprecher.

Israel warf der Hisbollah-Miliz, gegen die sie eigenen Angaben nach im Libanon vorgeht, am Nachmittag erneut vor, Krankenwagen und medizinische Teams als Tarnung zu missbrauchen, um Waffen und Kämpfer zu transportieren. Die israelische Armee sagte in der Vergangenheit außerdem, sie ziele nicht auf Journalisten ab.

Die meisten bei den jüngsten Angriffen getöteten Journalisten waren für Hisbollah-nahe Medien tätig. Israel beschuldigte sie mitunter, Mitglieder der Miliz zu sein.

24. April, 12.49 Uhr: Spanien reagiert auf Bericht über mögliche NATO-Suspendierung

Angesichts eines Medienberichts über angebliche US-Pläne für eine Suspendierung der NATO-Mitgliedschaft Spaniens hat Regierungschef Pedro Sánchez die Bündnistreue seines Landes betont.

"Die Haltung der spanischen Regierung ist klar: absolute Zusammenarbeit mit den Verbündeten", sagte er vor Journalisten beim EU-Gipfel in Zypern. Er schränkte jedoch ein, diese Zusammenarbeit könne nur "im Rahmen des internationalen Rechts" erfolgen. Sánchez ist einer der schärfsten Kritiker in Europa des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran.

Einem unbestätigten Medienbericht zufolge soll im Pentagon eine Mitteilung kursieren, in der Maßnahmen gegen "schwierige" NATO-Mitglieder vorgeschlagen werden, die das US-Militär im Krieg gegen den Iran nicht unterstützt hätten. Im Falle Spaniens werde eine Aussetzung der Mitgliedschaft in dem Verteidigungsbündnis erwähnt, berichtete die spanische Zeitung "El País".

Von der Nato gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht. Beim größten Verteidigungsbündnis der Welt gibt es grundsätzlich keinerlei Verfahren, das bei unerwünschtem Verhalten Sanktionen oder gar einen Ausschluss vorsieht.

Zudem ist Spanien ein wichtiger Alliierter und es gilt als ausgeschlossen, dass europäische Partner den USA dabei helfen, das Land aus der Nato zu drängen.

Denkbar ist allerdings, dass die USA über ihre Veto- und Drohmöglichkeiten dafür sorgen, dass Spanien und andere aus US-Sicht "schwierige" Alliierte künftiger weniger Spitzenposten im Bündnis besetzen können.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez betonte die Zusammenarbeit mit den Bündnispartnern.  © Johannes Neudecker/dpa

24. April, 11.24 Uhr: Trump will Spanien aus der NATO werfen

Wegen ihrer mangelnden Unterstützung im Krieg mit dem Iran prüft die USA nun einen Rauswurf Spaniens aus der NATO.

Die Regierung in Madrid hatte den USA untersagt, ihre Stützpunkte für den Angriff auf den Iran zu verwenden. Nun sollen laut einer internen E-Mail des Pentagons mögliche Strafmaßnahmen geprüft werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

In dem Schreiben würde vor allem die Frustration darüber zum Ausdruck gebracht werden, dass einige Verbündete den USA Zugangs-, Stationierungs- und Überflugrechte für den Iran-Krieg verweigert hatten. Obwohl dies die "absolute Grundvoraussetzung für die NATO" sei, heißt es.

Mögliche Maßnahmen sehen vor, "schwierige" Länder von wichtigen oder prestigeträchtigen Positionen in der NATO auszuschließen.

Weil Spaniens Regierung den USA untersagt hatte, ihre Stützpunkte für den Angriff auf den Iran zu verwenden, werde nun ein Ausschluss aus der NATO geprüft.  © Thanassis Stavrakis/AP/dpa

24. April, 11.13 Uhr: Irans Außenminister telefoniert mit pakistanischen Vermittlern

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat mit pakistanischen Vermittlern telefoniert.

In separaten Gesprächen mit Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, und dem Außenminister des Landes, Ishaq Dar, seien "regionale Entwicklungen und Themen in Verbindung mit der Waffenruhe" besprochen worden, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag einseitig die Waffenruhe mit dem Iran ohne klares Ende verlängert. Kurz zuvor hatte der Iran einer Teilnahme an weiteren Verhandlungen in Pakistan eine Absage erteilt. Pakistan vermittelt in dem Konflikt.

Ist eine weitere Verhandlungsrunde in Sicht? Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi telefonierte zumindest mit den pakistanischen Vermittlern.  © Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

24. April, 11.11 Uhr: Iraner seit 56 Tagen vom Internet abgeschnitten

Die Iraner sind inzwischen den 56. Tag in Folge vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen.

Die Sperre halte bereits seit 1.320 Stunden an, teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf der Plattform X mit. Demnach handelt es sich um die bislang längste landesweite Internetsperre in einer sonst "vernetzten Gesellschaft".

Mit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen.

Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dagegen nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X - also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind.

Mehr zum Thema Israel Krieg: