"Keiner hat an diese Idee geglaubt!": Miniatur Wunderland feiert Meilenstein

Hamburg - Das "Miniatur Wunderland" in der Hamburger Speicherstadt wird in diesem Jahr 25 Jahre alt: ein Vierteljahrhundert Modellbau im Maßstab 1:87, Millionen Besucher aus aller Welt und immer neue Superlative. Für Gründer Frederik Braun (58) ist es ein Meilenstein, der sich kaum greifen lasse. "Es ist so surreal. Für mich haben wir gestern erst angefangen", wie er TAG24 am Mittwochabend am Rande des 50. Geburtstags von "Knack den Krebs" verriet.

Frederik Braun (l.) zusammen mit Dr. Holger Iversen bei der Geburtstagsfeier zu 50 Jahre "Knack den Krebs" am Mittwochabend im "Miniatur Wunderland".  © Tag24/Madita Eggers

Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Gerrit Braun eröffnete er am 16. August 2001 die ersten drei Themenwelten – Mitteldeutschland, Knuffingen und Österreich – und legte damit den Grundstein für die beliebteste und am häufigsten besuchte Touristenattraktion Deutschlands.

"Damals hat uns jeder gesagt: 'Das wird nichts'. Keiner hat an diese Idee geglaubt", erinnerte sich Braun im TAG24-Gespräch. Umso bewegender sei es, im Rahmen des Jubiläums Wegbegleiter von damals wiederzutreffen. "Sich zu erinnern, wie es damals war und was daraus geworden ist, ist für mich eigentlich das Schönste dieses Jahr. Es ist ja wie ein Märchen", so Braun.

Schön sei es natürlich auch, allen Kritikern die Erfolge des "Das wird eh nichts"-Projekts unter die Nase zu reiben. Zum Jubiläum planen die Macher zahlreiche Aktionen. Höhepunkt wird eine "verrückte Nacht" vom 15. auf den 16. August – pünktlich zum Geburtstag des Wunderlands. Gefeiert werden soll ohne Pause bis in den nächsten Tag hinein.

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Ein weiteres Highlight für Braun ist eine ungewöhnliche Ehrung der Deutschen Bahn: Ein echter ICE soll den Namen "Knuffingen" tragen, benannt nach der fiktiven Wunderland-Stadt. "Das ist surreal, dass eine Fantasiestadt in unserer Welt Teil der realen Infrastruktur wird", so Braun. "Das ist schon absolut schräg und auch ein bisschen ein Ritterschlag."

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Im März 2025 hat das "Miniatur Wunderland" mit Dorina Trillitzsch aus Thüringen seine 25-millionste Besucherin begrüßt. Die 59-Jährige erhielt als Jubiläumsgast lebenslangen freien Eintritt und wurde als Figur im Modellbau verewigt.  © Miniatur Wunderland
Zur Eröffnung der Themenwelt "Monaco" im Jahr 2024 reisten sogar Fürst Albert II. und Charlène von Monaco mit ihren Zwillingen Jacques und Gabriella eigens aus dem Fürstentum an. Sie gehörten zu den Ersten, die einen Blick auf die detailgetreue Miniaturwelt im Maßstab 1:87 werfen durften.  © Miniatur Wunderland

Wunderland-Gründer Frederik Braun über Erfolg: "Wie eine Droge für mich"

Frederik Braun mit seinem Bruder Gerrit Braun (l.) im Januar bei einem Neujahrsempfang im Port des Lumiéres in Hamburg.  © Marcus Brandt/dpa

"Wenn man mir vor 25 Jahren gesagt hätte, dass ich irgendwann im Rathaus sitze und als Magnet für den Tourismus gelte, hätte ich gesagt: Das kann nicht sein", erzählte Braun außerdem. "Das macht stolz und nutzt sich nicht ab."

Gegenüber TAG24 sprach der 58-Jährige auch offen über seine Motivation. "Ich bin ein Typ, der dieses Schulterklopfen braucht", gestand er. "Wenn ich etwas Tolles mache, ist das für mich wie eine Droge - und nach ein paar Tagen brauche ich das wieder."

Wahrscheinlich sei das auch durch seine Kindheit geprägt: Er und sein Bruder Gerrit hätten oft um Bestätigung gekämpft. "Wir haben nicht so viel Liebe von unserer Mutter bekommen, obwohl sie uns eigentlich geliebt hat. Sie war aber wenig da, jung und überfordert. Das ist gar kein Vorwurf. Ich habe sie als tolle Mama in Erinnerung, aber sie ist leider auch sehr früh gestorben. Da hat ein bisschen Liebe gefehlt", so Braun.

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An Ideen mangelt es den Brüdern auch nach 25 Jahren nicht. Der neue Abschnitt mit Regenwald, Atacama-Wüste und Anden steht in den Startlöchern. Es folgen Mittelamerika und die Karibik, später Asien, Frankreich, Benelux und schließlich England - "das Mutterland der Eisenbahnen", wie Braun sagte: "Wir haben gar keine Lust, ideenmüde zu werden."

Bei aller Expansion blicke er dennoch manchmal etwas wehmütig auf die Anfangszeit zurück. Inzwischen beschäftigt das Wunderland rund 450 Mitarbeitende. "Ich sehe uns immer noch als Familie", so Braun. "Aber es ist manchmal schwer zu akzeptieren, dass es für manche einfach ein Job ist." Dennoch überwiege die Dankbarkeit: "Es gibt immer noch ganz viel Wunderland-Spirit im Team."

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