Kletter-Aktion von "Neue Generation": Aktivisten legen A100 lahm
Von Marion van der Kraats
Berlin - Eine Aktion der Gruppe "Neue Generation" an der A100 in Berlin hat am Morgen zur Sperrung der Stadtautobahn geführt.
Es kam zu längeren Staus im Berufsverkehr rund um das Autobahnkreuz Neukölln.
Ein Mann war nach Polizeiangaben auf die Schilderbrücke an der Hatun-Sürücü-Brücke im Bereich der Sonnenallee geklettert und hielt ein Transparent hoch. Die Polizei sperrte daraufhin den Bereich zwischen Treptower Park und Autobahnkreuz Neukölln beidseitig.
Höhenretter der Polizei trugen den Mann von der Brücke, wie ein Polizeisprecher sagte. Freiwillig habe er diese nicht verlassen wollen. An der Brücke habe sich auch eine Frau befunden. Diese sei vermutlich eine Unterstützerin, so der Polizeisprecher. Bei der Frau wurden nach seinen Angaben mehr als 20 Tuben mit Sekundenkleber gefunden.
Beide Aktivisten seien in Polizeigewahrsam gekommen. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz sei eingeschaltet. Laut Polizei war die A100 für knapp eine Stunde gesperrt.
Bundesweite Proteste der "Neuen Generation"
Nach Angaben der Bewegung "Neue Generation", die aus der früheren Klimaschutzgruppe Gruppe "Letzte Generation" hervorgegangen ist, handelte es sich um eine bundesweite Protestaktion.
Auch in Halle/Saale, Leipzig, München, Kassel und Potsdam sowie auf der Nordseeinsel Pellworm seien Menschen auf der Straße gewesen.
Sie hätten dabei Banner mit dem Schriftzug "Wir rasen in den Faschismus – #MerzMafia" entrollt. "Unsere Demokratie steht an einem Kipppunkt. Wir brauchen dringend ein Update unseres Systems, um die Zivilgesellschaft gegen den drohenden Faschismus zu stärken", teilte die Gruppe mit.
Die "Letzte Generation" hat sich im Januar 2025 aufgelöst. Aus ihr sind unter anderem die Bewegungen "Neue Generation" und "Widerstandskollektiv" hervorgegangen.
Titelfoto: Polizei Berlin

