"Letzte Generation" rennen bei Comedy-Show offene Türen ein: "Wie Nazis beim AfD Parteitag"

Hamburg/Leipzig - Laut Till Reiners (37) und Moritz Neumeier (34) wurde ihre gemeinsame Stand-up Impro-Show "Schund und Asche" in Leipzig von "Letzte Generation"-Aktivisten unterbrochen. Warum sie damit offene Türen einrannten, erzählten die beiden Comedians im gemeinsamen Podcast "Talk ohne Gast".

Die drei Stand-up-Comedians Hinnerk Köhn (28, l.), Till Reiners (37, M.) und Moritz Neumeier (34, r.).
Die drei Stand-up-Comedians Hinnerk Köhn (28, l.), Till Reiners (37, M.) und Moritz Neumeier (34, r.).  © Screenshot/Instagram/realreiners

Dass es sich bei den zwei Menschen, die mitten in der Show plötzlich in Richtung Bühne rannten, um Aktivisten handelte, war den beiden Comedians zunächst allerdings gar nicht klar.

Ganz im Gegenteil. Moritz dachte, es handele sich um ihnen feindlich gesinnte Leute. Kein Wunder, immerhin habe er in der Vergangenheit zahlreiche Morddrohungen erhalten.

Till hingegen vermutete, dass sich zwei ambitionierte Zuschauer für das beliebte Spiel "Das menschliche Quartett" anbieten wollten. "Die Show ist eh so ein bisschen wild, deswegen war das gar nicht so komisch", so Till.

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Statt spielen zu wollen, schmissen die Aktivisten etwas in die Luft und forderten das Publikum dazu auf, sie und ihre Klima-Ziele zu unterstützen.

Mit diesem Anliegen rannten sie bei Till und Moritz allerdings offene Türen ein. Wie nicht anders zu erwarten, stießen die beiden Aktivisten beim Publikum wie auch bei den Herren auf der Bühne auf Zuspruch statt auf Empörung. Überzeugt werden musste von ihren Zielen niemand mehr.

"Das war so merkwürdig. Das war so eine Störung von einer Veranstaltung wo ich denke: 'Was ist denn jetzt die Erwartungshaltung?'", fragte sich Moritz. Festgeklebt habe sich niemand.

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Till und Moritz sympathisieren mit "Letzte Generation"

"Letzte Generation"-Aktivisten blockieren eine Straße in Oldenburg.
"Letzte Generation"-Aktivisten blockieren eine Straße in Oldenburg.  © Letzte Generation

Bekanntermaßen sind Till und Moritz politisch eher links zu verordnen. Till fragte sogar nach, wie er helfen könne - festkleben käme für ihn allerdings nicht infrage. "Aber sonst bin ich grundsätzlich dabei."

Was das Ziel der Aktion war, wissen die beiden Comedians bis heute nicht so genau. "Es ist ein bisschen so, als würden Nazis 'nen AfD-Parteitag sprengen und sagen 'Macht mal mehr gegen Ausländer'. Und alle so 'Hä? Wir machen schon was gegen Ausländer, wir sind super rassistisch'", verglich Till die Reaktion der Zuschauer auf die Aktivisten. "So war die Atmosphäre da."

Ein Protest, der definitiv das falsche Publikum erreichte. Warum sich die Aktivisten ausgerechnet diese Comedy-Show aussuchten, ist entsprechend nicht so richtig nachvollziehbar.

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Auf eine Anfrage zu dem Thema reagierte die Gruppe "Letzte Generation" leider nicht.

Titelfoto: Screenshot/Instagram/realreiners

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