Berlin - Eine Aktivistin der Gruppe "Neue Generation" hat im Berliner Bode-Museum gegen die aus ihrer Sicht zu große Nähe von Politik und Wirtschaft protestiert.
Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, verkleidete sich die Frau am Dienstagnachmittag als Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) und klebte sich im Münzkabinett mit Sekundenkleber an eine Glasvitrine.
In der Vitrine befinden sich unter anderem antike Münzen mit dem Abbild von Alexander dem Großen. Die Aktivistin trug eine Maske mit dem Gesicht Reiches sowie ein Schild mit der Aufschrift "Katherina Super-Reiche". Während der Aktion habe sie die Parolen in eine Kamera gerufen.
Nach Angaben der Gruppe soll der Protest symbolisch auf den Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf politische Entscheidungen aufmerksam machen.
Die Aktivistin kritisierte dabei insbesondere eine aus ihrer Sicht fehlende Unabhängigkeit der Bundespolitik gegenüber großen Unternehmen und vermögenden Einzelpersonen.
Hinter der Aktion steht laut der Gruppe die Aktivistin Joyce Fiedler. In Redebeiträgen vor Ort übte sie scharfe Kritik an der Energiepolitik sowie an personellen Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Politik.
"Neue Generation"-Aktivistin skandiert als Katherina Reiche Parolen
Konkrete politische Forderungen verband die Gruppe unter anderem mit einem Aufruf zu mehr Bürgerbeteiligung.
"Als Ministerin verdiene ich nur etwa 18.000 Euro monatlich – ein Almosen! Da bin ich froh, dass ich mir vorher als Chefin der e.on-Tochter Westenergie ein dickes Polster angespart habe", habe Fiedler skandiert und setzte hinterher: "Was interessiert mich der Schutz unserer Lebensgrundlagen, wenn ich mir dank meines Netzwerks und meines Vermögens alles kaufen kann."
Ob und in welchem Umfang Schäden entstanden sind, war zunächst unklar. Das Museum soll eigenen Angaben zufolge an diesem Mittwoch wie üblich öffnen.
Die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch.