"Ass im Ärmel": Kuriose Polizei-Aktion soll Cold Cases endlich lösen!

Florida - Jedes Jahr bleiben weltweit Millionen von Verbrechen ungelöst. Beamte aus dem US-Bundesstaat Florida wollen deshalb jetzt mit einer kuriosen Methode probieren, zumindest einige Fälle in den USA zu lösen. Wie das gehen soll? Mit einem Kartendeck - im Knast!

Ob 1980 oder 2023: Das Kartendeck beinhalten 50 ungelöste Kriminalfälle aus Florida.
Ob 1980 oder 2023: Das Kartendeck beinhalten 50 ungelöste Kriminalfälle aus Florida.  © Screenshot/Florida Association of Crime Stoppers

Mehr als 5000 Kartensätze mit Fotos und Informationen über ungelöste Mordfälle und vermisste Personen sollen in Gefängnissen und Haftanstalten verteilt werden, wie Floridas Generalstaatsanwältin Ashley Moody (49) gegenüber Fox News erklärte.

Die Karten werden an über 60 Bezirksgefängnisse und 145 weitere Einrichtungen im ganzen Bundesstaat verteilt, so Moody weiter. Die Hoffnung sei, Erinnerungen wachzurütteln und so "neue Hinweise und Einsichten von Insassen" zu erhalten.

"Wir geben den Häftlingen Karten für ungeklärte Fälle, aber wir spielen keine Spielchen", betonte Moody. "Dieser Low-Tech-Ansatz zur Gewinnung von Hinweisen kann sich als Ass im Ärmel erweisen, wenn wir weiterhin scheinbar unlösbare Fälle aufklären wollen."

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Manchmal würden die Hinweise laut Moody sogar von Kriminellen selbst kommen, "die einen Sinneswandel hatten oder vielleicht durch eine Belohnung motiviert worden sind."

Es ist nicht das erste Mal, dass in den USA auf Spielkarten gesetzt wird, um alte Fälle neu aufzurollen. Denn, dass die Karten auch tatsächlich etwas bringen, wurde bereits 2007 nachgewiesen.

Mithilfe des zweiten Kartendecks will die Polizei ihren Erfolg von vor 15 Jahren nochmal überbieten. (Symbolbild)
Mithilfe des zweiten Kartendecks will die Polizei ihren Erfolg von vor 15 Jahren nochmal überbieten. (Symbolbild)  © Spencer Platt/Getty Images via AFP

Pik-Sechs klärte brutalen Mord an 34-Jähriger auf

Der Mord an Ingrid Lugo (†34) konnte mithilfe eines Insassen, dem die Pik-Sechs in die Hände fiel, gelöst werden.
Der Mord an Ingrid Lugo (†34) konnte mithilfe eines Insassen, dem die Pik-Sechs in die Hände fiel, gelöst werden.  © Montage: Manatee County Sheriff's Office/Florida Attorney General's Office

So auch bei dem Mord an der 34-jährigen Ingrid Lugo, deren Leiche Bauarbeiter im Jahr 2004 in einem Rückhaltebecken in Florida gefunden hatten. Der Fall war ungelöst geblieben, bis Lugo auf einem Kartenspiel erschien, das 2007 verteilt wurde.

Ein Insasse war auf die Pik-Sechs mit Lugos Fall gestoßen und informierte daraufhin die Strafverfolgungsbehörden über einen Mann namens Bryan Curry, mit dem er Zeit im Gefängnis verbracht habe und von dem er glaube, er sei an dem Mord beteiligt gewesen.

Wenig später wurde Curry zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er seine Ex-Verlobte - Ingrid Lugo - brutal erwürgt hatte.

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Kreative Methoden wie die Kartendecks sind in den USA dringend notwendig, da die Aufklärungsrate von Tötungsdelikten in den letzten fünf Jahrzehnten um mehr als 20 Prozent gesunken ist.

"Diese Initiative zielt darauf ab, einige der quälendsten ungelösten Mordfälle Floridas anzugehen", sagte Moody. "Indem wir diese Fälle in Justizvollzugs- und Hafteinrichtungen ins Rampenlicht rücken, hoffen wir, Hinweise zu erhalten, die bei ihrer Lösung helfen und den Familien und Angehörigen der Opfer den dringend benötigten Abschluss bieten."

Titelfoto: Montage: Spencer Platt/Getty Images via AFP, Screenshot/Florida Association of Crime Stoppers

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