Schweden/Belgien/Luxemburg/Estland - Ein Hackerangriff hat am Montag die Kühlanlagen mehrerer Supermärkte in Europa lahmgelegt.
Wie AP News berichtet, mussten einige der Märkte, darunter die schwedischen Supermarktketten ICA und Coop, die verdorbene Lebensmittel entsorgen.
Auf Facebook bestätigte ICA Kvantum aus Sjöbo in Südschweden einen Hackerangriff auf die eigenen Kühl- und Gefrierschränke. "Der schlimmste Fall ist eingetreten! Über Nacht wurden unsere Kühl- und Gefrierschränke gehackt und die Temperatur auf 50 Grad eingestellt", teilte der Supermarkt mit.
Weiter hieß es: "Wir sind zutiefst bestürzt und arbeiten mit Hochdruck daran, die betroffenen Waren zu entsorgen und alles wieder in Betrieb zu nehmen."
Auch die schwedische Supermarktkette Coop meldete Probleme mit ihren Kühl- und Gefriersystemen. Laut CBS News waren sechs Filialen in Mittelschweden betroffen.
Neben Schweden traf es auch Belgien und Luxemburg, berichtet das belgische Nachrichtenportal The Brussels Times. Bei der Supermarktkette Delhaize waren mehrere dutzend Filialen von Störungen der Kühlanlagen betroffen.
Hintergründe der Cyberattacken bislang unklar
Auch Estland blieb von den Cyberattacken nicht verschont.
Wie der estnische öffentlich-rechtliche Rundfunk Estonian Public Broadcasting berichtet, wurde eine Filiale der Supermarktkette Selver angegriffen. Die Angreifer verschafften sich Zugriff auf einen Computer, der die Kühlanlagen steuerte, und stellten die Temperatur eines Gefrierschranks auf 50 Grad Celsius.
Der Angriff wurde jedoch innerhalb von zehn Minuten entdeckt und gestoppt. Dadurch konnte größerer Schaden verhindert werden.
Wer hinter den Cyberattacken steckt und welches Ziel die Angreifer verfolgen, ist bislang unklar. Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich niemand öffentlich zu den Angriffen bekannt.