Kindern müssen nur lesen und schreiben lernen, wenn sie Lust haben: Sie sollen "autonom" entscheiden

Brighton (Großbritannien) - Adele (39) und Matt Allen (39) aus Brighton setzen auf unkonventionelle Erziehungsmethoden. Ihre drei Kinder "unterrichten" sie deshalb Zuhause. Lesen und schreiben lernen sie nur, wenn sie es möchten.

Schule, Impfungen, Arztbesuche, Sonnencreme, sogar Zähneputzen: Auf all das verzichten die Allens. Ihre drei Kinder Ulysses (12), Ostara (8, l.) und Kai (4, r.) lernen, was sie wollen, wann sie es wollen.
Schule, Impfungen, Arztbesuche, Sonnencreme, sogar Zähneputzen: Auf all das verzichten die Allens. Ihre drei Kinder Ulysses (12), Ostara (8, l.) und Kai (4, r.) lernen, was sie wollen, wann sie es wollen.  © Screenshot: Instagram/The Unconventional Parent

Sohn Ulysses (12) und seine beiden Schwestern Ostara (8) und Kai (4) werden von ihren Eltern nach dem Prinzip der "Kinder-Autonomie" großgezogen. Nicht die Gesellschaft legt fest, was sie können und lernen müssen, sondern sie selbst entscheiden über "Lehrpläne", Schlafens- und Essenszeiten, was sie zu sich nehmen und wie sie den Tag gestalten.

Wie die Zeitung New York Post berichtete, wollen ihre Eltern ihnen so "sparsame und natürliche Lebensangewohnheiten" beibringen. "Learning by Doing" (dt. Lernen durch Tun) heißt es wortwörtlich im Haus der Allens.

"Bevor wir unsere Kinder bekamen, begannen wir mit dem natürlichen Leben, also wurde es zu einem natürlichen Fortschritt, der sich fortsetzte und begann, alle unsere Entscheidungen zu beeinflussen, nachdem ich schwanger wurde", erklärte Adele.

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Sie und ihr Mann vertrauen weder dem Gesundheits- noch dem Bildungssystem. Ihre Kinder sind deshalb weder geimpft, noch gehen sie zur Schule.

Anstatt sich ans System anzupassen, sollen sie eigene Entscheidungen treffen.

Die Allens nehmen die Gesundheit und Bildung ihrer Kinder in die eigenen Hände

Auch die vierjährige Kai (r.) wird noch immer von Mama Adele (39, l.) gestillt.
Auch die vierjährige Kai (r.) wird noch immer von Mama Adele (39, l.) gestillt.  © Screenshot: YouTube/The Unconventional Parent

"Wir haben unsere Kinder nicht geimpft, was die Leute als grausam bezeichnen, und wir nutzen das Gesundheitssystem nicht", so Adele, "Stattdessen verwenden wir natürliche und pflanzliche Heilmittel."

Alle Kinder wurden natürlich gestillt, da Adele Milchpulver ablehnte. Ulysses wurde sogar bis zum Alter von 6 Jahren gestillt. Nach Ansicht der Eltern sorge eine lange Stillzeit für "eine gesunde Grundlage" um "in Zukunft gesünder" zu werden.

Das britische Bildungsystem hatte bei den Allens nie eine Chance: "Stattdessen schulen wir unsere Kinder. Das bedeutet, dass sie Interesse an etwas zeigen müssen, damit wir es mit ihnen erkunden können, anstatt einem Lehrplan zu folgen und ihnen zu sagen, was sie lernen werden", sagte die dreifache Mutter.

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"Das heißt nicht, dass es keine Anleitung gibt. Es geht nur darum, sie in die Entscheidungen einzubeziehen", fügte sie hinzu.

"Homeschooling" ist in Großbritannien legal und muss nicht den nationalen Richtlinien für Unterricht an Schulen folgen.

Mit unangekündigten Besuchen zur Überprüfung einer "angemessenen Ausbildung" von Kindern, die Zuhause Unterricht werden, sollte man allerdings rechnen, so die staatliche Informationsplattform GOV.UK.

Nähmaschine statt Alphabet für Ostara!

Individuelle Bedürfnisse an erster Stelle

Anstatt zu rechnen, lesen und zu schreiben, lernt Ostara (8), wie sie die Nähmaschine bedient.
Anstatt zu rechnen, lesen und zu schreiben, lernt Ostara (8), wie sie die Nähmaschine bedient.  © Screenshot: Facebook/The Unconventional Parent

Da Töchterchen Ostara früh Interesse am Nähen zeigte, darf sie nun ihre Handarbeitsfähigkeiten verfeinern. Ulysses widme sich derzeit seiner Leidenschaft für Tiere und Computer. Lesen und schreiben brachte sich der Zwölfjährige erst vor zwei Jahren selbst bei.

"Unser Sohn war zehn ahre alt, als er begann, sich für das Lesen und Schreiben zu interessieren. Er nahm einfach Stift und Papier zur Hand und brachte es sich selbst bei", teilte Adele mit.

"Die Sprache ist überall um sie herum, also werden sie diese zwangsläufig aufgreifen", begründete sie, "Da sie nicht im Klassenzimmer sind, gibt es keinen Druck, bestimmte Dinge bis zu einem gewissen Alter zu erledigen."

Feste Zeitpläne gibt es bei den Allens ebenfalls nicht. Wenn die Kinder hungrig sind, wird gegessen, aufgestanden wird ganz natürlich nach dem eigenen Empfinden, da die Familie keine Wecker mag. Aufs Zähneputzen und Sonnencreme wird ebenfalls gänzlich verzichtet.

Auf YouTube, Instagram und Facebook teilen Adele und Matt ihr ungewöhnliches Familienleben. Zwar müssen sie sich manchmal vor Kritikern verteidigen, aber eine Gemeinde ähnlich Denkender hält zu ihnen.

Titelfoto: Screenshot: Instagram/The Unconventional Parent

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