Vater und Tochter kaufen alte Nähmaschine: Im Inneren finden sie dann einen Brief
Großbritannien - Als Paul Seddon und seine Tochter (17) in einem Antiquitätenladen eine alte Nähmaschine kauften, ahnten sie nicht, dass der alte Gegenstand ein Geheimnis in sich trug.
"Ich hatte die Nähmaschine in einem kleinen Antiquitätengeschäft in Felsted gekauft, mit der Absicht, den Holzsockel als Rahmen zu verwenden – das hatte ich schon früher so gemacht", erinnert sich Paul gegenüber Newsweek.
Als er und seine Tochter dann den Boden der Nähmaschine öffneten, fiel ihnen ein Brief entgegen. Auf dem Schriftstück hatte eine unbekannte Person die Geschichte der Maschine nachkonstruiert.
"Diese Singer-Nähmaschine wurde im Jahr 1885 hergestellt", heißt es auf dem Zettel. "Sie wurde möglicherweise in Clydebank, Schottland, gefertigt, doch das Unternehmen Singer produzierte in Ländern auf der ganzen Welt."
Demnach war die Nähmaschine im Besitz einer gewissen Amy Louise Dutton, die 1891 in Edmonton geboren wurde.
"Man kann nur erahnen, wie viele Dinge Amy an ihrer Nähmaschine in ihrem kleinen Reihenhaus aus der Edwardianischen Zeit in der Forest Road in Edmonton gefertigt hat", schreibt der unbekannte Autor weiter. "Sicherlich wurde sie auch genutzt, um Wimpelketten herzustellen, die zur Feier des Endes des Zweiten Weltkriegs von Haus zu Haus gespannt wurden."
Vater und Tochter entdecken Zettel im Inneren einer alten Nähmaschine.
Für Paul und seine Tochter war der Fund eine große Überraschung: "Ich war verblüfft, als ich den Brief entdeckte", erklärt er. "Dieser Hohlraum dient normalerweise zur Aufbewahrung alter Nähnadeln und Garnrollen für die Maschine." Er vermutet, dass der einstige Besitzer eine emotionale Bindung zu dem Singer-Artikel gehabt haben muss und wollte, dass die Geschichte der Nähmaschine nicht in Vergessenheit gerät.
Die Entdeckung warf aber nun die Pläne der beiden Briten, die Maschine zu zerlegen und daraus ein Kunstwerk entstehen zu lassen, über den Haufen. "Als ich den Brief fand und die Geschichte sowie die persönliche Verbindung dazu las, kamen mir Zweifel", gibt Paul zu.
Paul ist immer wieder auf der Suche nach alten Gegenständen, um diese für verschiedene Kunst-Projekte zu nutzen. Die sogenannten Assemblagen entstehen im Rahmen einer Kunsttherapie, bei der er seine 17-jährige Tochter unterstützt, die unter einer Epidermolysis bullosa (EB) leidet. Die genetische Krankheit führt dazu, dass die Haut und Schleimhäute der Jugendlichen extrem empfindliche sind und bei geringster Reibung schmerzhafte Blasen oder Hautrisse aufweisen.
"Das Anfertigen, Bewerben und Verkaufen dieser Kunstwerke vermittelt ihr ein Erfolgserlebnis und stärkt ihr Selbstvertrauen", erklärt der Brite.
Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/Instagram/mrsnickettscurios

