Weil er nicht mehr um 5 Uhr anfangen darf: Postbote bekommt Entschädigung
Eccles (England) - Der frühe Vogel fängt den Wurm. Dem frühen Postboten werden jedoch Steine in den Weg gelegt. Darren Williams hat vom Gericht nun eine Entschädigung bekommen, weil ihm der frühe Arbeitsbeginn um 5 Uhr morgens untersagt wurde.
Der britische Postmann hatte aus gutem Grund jeden Morgen so zeitig begonnen, schreibt die Daily Mail.
So konnte Williams Menschenmengen besser umgehen und damit seine Angstzustände lindern.
Außerdem hatte er dadurch um 12.30 Uhr Feierabend, sodass er sich ab mittags um seine Frau kümmern konnte, die gesundheitliche Probleme hat.
Nachdem Darren Williams von November 2022 bis Februar 2023 krankgeschrieben war, teilte ihm sein Arbeitgeber, die Royal Mail, sowohl einen neuen Arbeitsweg als auch einen späteren Arbeitsbeginn zu.
Der Postbote sollte nun ab 6.45 Uhr beginnen, dienstags sogar erst ab 7.30 Uhr.
Dies hätte seine Routine durcheinandergebracht. Zudem soll er während seiner Abwesenheit vom Arbeitgeber mit zahlreichen E-Mails bombardiert worden sein, die seine neue Dienstzeit betrafen.
Wie das Arbeitsgericht von Manchester im Fall des Postboten entschied
Der Fall wurde nun vor dem Arbeitsgericht von Manchester verhandelt. Dort kam der Richter zu dem Schluss, dass man dem Paketboten Zeit für die Umstellung seiner Arbeitszeiten hätte einräumen müssen. Vollständig zurück zum alten Zeiten-Status konnte jedoch nicht gekehrt werden.
Immerhin darf Darren Williams zwischen 5 und 6 Uhr anfangen, da ein späterer Arbeitsbeginn seine psychische Gesundheit beeinträchtigen würde. Bei ihm wurden sowohl Autismus als auch psychische Probleme von einem Arzt diagnostiziert.
Das Gericht entschied, dass ihm zudem eine Entschädigung von 12.925 britischen Pfund (umgerechnet knapp 15.000 Euro) zusteht.
"Wir akzeptieren die Angaben des Klägers zu den Aufgaben, die er jahrelang ausgeführt hat. Wir stellen fest, dass für den Kläger ausreichend Aufgaben vorhanden gewesen wären, um 6 Uhr morgens mit der Arbeit zu beginnen, und dass er mit Unterstützung des Beklagten in der Lage gewesen wäre, sich darauf einzustellen", stellte der Richter, der den Nachnamen McDonald trägt, in seinem Urteil klar.
Titelfoto: 123RF/asphoto777

