Von Jens Albes
Marburg - Rechtsextreme nutzen nach Einschätzung des Demokratiezentrums Hessen zunehmend queer-feindliche Angriffe als Mobilisierungsthema.
Mit Beleidigungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und körperlichen Attacken gegen Angehörige der LGBTQ-Community sowie Störungen bei Veranstaltungen zum Christopher Street Day stellten sie "demokratische Errungenschaften gezielt infrage", teilte das Zentrum an der Universität Marburg mit.
Es fungiert als Koordinierungsstelle des "Beratungsnetzwerks Hessen - Gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus".
Das Demokratiezentrum verwies auf die polizeiliche Kriminalstatistik von Hessen: "Wurden 2022 noch 33 queer-feindliche Straftaten registriert, waren es im vergangenen Jahr bereits 141 – mehr als eine Vervierfachung innerhalb von vier Jahren." Vermutet werde zudem eine erhebliche Dunkelziffer, da viele Betroffene Vorfälle aus Angst oder Scham nicht meldeten.
Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.
Unter den Sammelbegriff fallen die Personen der LGBTQ-Community, also nicht-heterosexuelle Menschen, aber auch Personen mit dem Geschlechtseintrag "divers" sowie transidente und intergeschlechtliche Gruppen.