Totenzahl steigt nach Erdbeben in Venezuela auf mehr als 1400

Von Andrea Sosa, Jürgen Bätz

Caracas - Nach zwei sehr starken Erdbeben in Venezuela suchen die Rettungskräfte unter den Trümmern weiter nach zahlreichen Verschütteten. Hilfe kommt inzwischen auch aus Deutschland.

Die Verzweiflung steht den Betroffenen im Erdbebengebiet ins Gesicht geschrieben. Trauer und Schäden sind groß.  © Rafael Hernández/dpa

Laut Angaben der Regierung ist die Opferzahl weiter gestiegen. Demnach seien mehr als 1400 Menschen gestorben. Über 380 Gebäude wurden zerstört oder beschädigt.

Es sei die schwerste Naturkatastrophe, die Venezuela in den vergangenen 30 Jahren erlebt habe, sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez (57).

Die Vereinigten Staaten, Deutschland und viele weitere Länder sagten Hilfen zu. Am Freitag machte sich bereits ein Bundeswehrflieger, beladen mit Hilfsgütern, Manpower und Rettungshunden, auf den Weg nach Südamerika.

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TAG24 berichtet im Liveticker über das Geschehen in Venezuela.

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27. Juni, 19.39 Uhr: Totenzahl steigt nach Erdbeben in Venezuela auf mehr als 1400

Die Zahl der Toten nach der Erdbebenkatastrophe in Venezuela ist auf 1430 gestiegen.

Mehr als 3200 Menschen seien verletzt worden, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, mit.

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Die Zahl der Toten in Venezuela ist erneut gestiegen.  © Matias Delacroix/AP/dpa

27. Juni, 18.22 Uhr: Rettungshoffnung schwindet nach Einsturz in Caracas

Der Einsatz internationaler Rettungsteams nach den Erdbeben in Venezuela hat die Suche nach Überlebenden beschleunigt, für Angehörige von Vermissten aber zum Teil auch traurige Gewissheit gebracht.

Nach Erkundungsarbeiten schlossen etwa mexikanische Rettungskräfte in einem eingestürzten Gebäude im Stadtbezirk Chacao der Hauptstadt Caracas die Möglichkeit aus, dort noch lebende Menschen zu finden.

"Sie halten es aufgrund des Gewichts der Konstruktion für sehr unwahrscheinlich, dass sich dort noch Überlebende befinden", sagte der Bürgermeister von Chacao, Gustavo Duque, in einem Video vor dem Wohngebäude Petunia. Das dort eingesetzte Rettungsteam habe nach einer ersten Inspektion festgestellt, dass die Betonplatten vollständig zusammengedrückt seien.

27. Juni, 16.48 Uhr: Suche nach Vermissten in Venezuela läuft unter Hochdruck

Am dritten Tag nach den Erdbeben ist der Verbleib von Zehntausenden Menschen in Venezuela weiterhin unklar.

Die Zahl der Toten lag weiterhin bei mindestens 920, mehr als 3000 Menschen wurden verletzt. Befürchtet wird weiter, dass Tausende Menschen unter Trümmern eingeschlossen sein könnten.

Angesichts der katastrophalen Lage hat Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez (57) an den Zusammenhalt der Bevölkerung appelliert.

"Ein Land wird in großen Krisen geformt, und eine dieser großen Krisen ist die, die das venezolanische Volk heute durchmacht - eine wahrlich schmerzhafte Situation für unsere Nation", erklärte Rodríguez in einer Ansprache am frühen Samstagmorgen (Ortszeit).

Der Bezirk Chacao im Osten der Hauptstadt gehört zu den am stärksten betroffenen Gebieten der Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5, die bislang nach offiziellen Zahlen 920 Menschen das Leben gekostet haben.  © Matias Delacroix/AP/dpa

27. Juni, 16.42 Uhr: Fünfter Bundeswehr-Flieger mit Hilfskräften unterwegs

Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela ist der fünfte Bundeswehr-Flieger ins Katastrophengebiet gestartet.

Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen hob erneut eine Militärmaschine mit Hilfskräften, Medikamenten und Material ab, wie ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte. 

Für Sonntag werden bereits zwei der Flugzeuge zurückerwartet. Ein weiteres soll anschließend erneut in die rund 8200 Kilometer entfernte Krisenregion fliegen. "Es ist geplant, dass täglich ein Flugzeug von hier startet", sagte der Sprecher. 

Im Zuge der Katastrophe in Venezuela hat sich ein fünfter Bundeswehr-Flieger auf den Weg in das Krisengebiet gemacht.  © Kai Moorschlatt/dpa

27. Juni, 15.54 Uhr: THW-Team in Caracas eingetroffen - Helfer für Venezuela

Nach dem tödlichen Erdbeben in Venezuela ist ein 48-köpfiges Team des Technischen Hilfswerks (THW) in der Nacht zu Samstag am Flughafen Caracas eingetroffen.

Die Einsatzkräfte der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) beginnen nun die Lageerkundung gemeinsam mit internationalen Partnern, berichtete THW-Präsidentin Sabine Lackner. So schnell wie möglich solle die Suche nach Vermissten beginnen.

Dafür brauche es eine Abstimmung der Einsatzstellen und Einsatzoptionen sowie die Prüfung logistischer Rahmenbedingungen für die nächsten Tage. "Im Einsatzland startet nun ein Wettlauf gegen die Zeit", hieß es beim THW.

Die Erkundungen seien gestartet. Ziel sei es, jene Einsatzstellen zu identifizieren, an denen es wahrscheinlich sei, Menschen retten zu können.

Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützt die Suche nach Vermissten in Venezuela.  © Kai Moorschlatt/dpa

27. Juni, 13.37 Uhr: Freiwillige Helfer im Internet gefeiert

Nach dem schweren Doppelbeben in Venezuela werden im Internet freiwillige Helfer gefeiert, die ihren Rettungseinsatz auf der Suche nach Verschütteten mit Gesang begleiten.

Auf einem von "El País México" geteilten Video sind die Helfer zu sehen und zu hören, wie sie laut und enthusiastisch gemeinsam singen: "Beruhig dich, mein Verletzter, wir sind fast da." 

Dabei greifen sie in einer leichten Abwandlung auf ein populäres venezolanisches Weihnachtslied zurück, "El burrito sabanero". Es handelt von einem Hirten, der sich mit seinem kleinen Esel auf den Weg zum Jesuskind macht. Der Gesang soll dem Medium zufolge Verschüttete auf die nahenden Helfer aufmerksam machen und Trost spenden. 

Das "El País"-Video zeigt auch, wie unter schweren Betontrümmern Überlebende gefunden werden, darunter ein eingeklemmtes Kind. "Wir holen dich jetzt raus, damit dich der Hubschrauber wegbringen kann", ist ein Helfer zu hören, dem der kleine Junge antwortet: "Aber es ist alles zerstört."

27. Juni, 9.07 Uhr: Interimspräsidentin Rodríguez im Erdbebengebiet ausgebuht

Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez (57) ist bei einem Besuch in einem Erdbebengebiet in Caracas ausgebuht worden.

Anwohner und Angehörige von Menschen, die nach dem Einsturz eines Gebäudes unter Trümmern eingeschlossen sind, riefen am Freitag (Ortszeit) "Raus, raus", wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Rodríguez besuchte das Gebiet in einem wohlhabenden Viertel der Hauptstadt. Hinter der Absperrung an dem am Mittwoch eingestürzten Gebäude warfen ihr Menschen vor, aus der Katastrophe politisches Kapital schlagen zu wollen.

"Es reicht jetzt, inmitten einer Tragödie wie der, die wir gerade erleben, Wahlkampf zu machen", riefen Anwohner. Zudem warfen sie der Regierung vor, "nichts für das Volk" zu tun.

Der Besuch von Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez (57, r.) im Katastrophengebiet kam nicht bei allen gut an.  © HANDOUT / VENEZUELAN PRESIDENCY / AFP

27. Juni, 8.30 Uhr: Fans und Mannschaften bei der Fußball-WM gedenken der Erdbebenopfer

Stille herrschte vor den Spielen der WM in der Nacht von Freitag auf Samstag. Teams und Zuschauer waren - zumindest kurz - in Gedanken in Venezuela.

Mit einer Schweigeminute wurde an die Opfer der Katastrophe gedacht. Das Schicksal vieler Venezolaner ging den Menschen in den Stadien nahe, einige Fans hielten Schilder in die Luft: "Betet für Venezuela".

Auch bei der Fußball-WM wurde an die Erdbebenopfer gedacht.  © Ashley Landis/AP/dpa

27. Juni, 8.24 Uhr: Präsidentin spricht von entscheidenden Stunden bei Rettung von Überlebenden

"Es sind kritische Stunden für die Rettung von Leben", sagte Delcy Rodríguez (57). Mindestens 920 Menschen sind laut Behörden bislang ums Leben gekommen, mehr als 3000 wurden verletzt.

Rettungsteams aus verschiedenen Ländern kämpfen unter schwierigen Bedingungen gegen die Zeit. Experten gehen davon aus, dass die Überlebenschancen der Vermissten und Verschütteten nach 72 Stunden stark sinken.

Den Helfern läuft bei der Suche nach Überlebenden langsam aber sicher die Zeit davon.  © Javier Campos/dpa

27. Juni, 8.16 Uhr: Vereinigte Staaten sichern Venezuela Hilfen zu

Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez (57) hat zwei Tage nach dem schweren Doppel-Erdbeben mit US-Präsident Donald Trump (80) telefoniert.

Trump und US-Außenminister Marco Rubio hätten angerufen und ihr die Unterstützung der USA für Venezuela angesichts der Katastrophe zugesichert, schrieb Rodriguez auf der Plattform X.

"Sie bekräftigten ihre Bereitschaft, die Hilfsmaßnahmen durch die Entsendung von Rettungskräften, Spezialausrüstung, Unterstützung für Notunterkünfte und humanitäre Hilfe für die betroffenen Familien zu begleiten. Wir sind zutiefst dankbar für diese Geste der Freundschaft und Zusammenarbeit", schrieb die Staatschefin.

Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez (57) zeigte sich für das US-Hilfsangebot dankbar.  © Ariana Cubillos/AP/dpa

27. Juni, 8.06 Uhr: Streitkräfte übernehmen Kontrolle im Erdbebengebiet

Angesichts der schweren Schäden im Bundesstaat La Guaira hat die Regierung die Region im Norden des Landes militarisiert.

Die Streitkräfte hätten die Kontrolle übernommen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und die Arbeit der Rettungskräfte zu erleichtern, sagte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez. 

Innenminister Diosdado Cabello (63) kündigte die Schließung der Zufahrtsstraßen nach La Guaira aus humanitären und gesundheitlichen Gründen an. Ziel sei, gesundheitliche Risiken zu minimieren sowie die Bergungsarbeiten zu beschleunigen.

Soldaten sollen im Bundesstaat La Guaira für Ordnung und Sicherheit sorgen.  © Rafael Hernández/dpa

26. Juni, 22.07 Uhr: Weitere deutsche Hilfsflüge nach Venezuela unterwegs

Nach den verheerenden Erdbeben haben sich bereits die ersten Rettungskräfte aus Deutschland auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht. Weitere Hilfe folgt, wie die Bundeswehr mitteilte.

An Bord der ersten Transportmaschine befanden sich außer der Luftwaffen-Crew 26 Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW). Dabei handelt es sich um Bergungsexperten. "Aus Wunstorf werden noch heute drei weitere Flugzeuge des Lufttransportgeschwaders 62 nach Venezuela starten", teilte die Bundeswehr weiter mit. 

Zudem sei ein Vorauskommando der Bundeswehr auf dem Weg, um die Lage vor Ort zu erkunden. "Innerhalb von 24 Stunden haben wir es geschafft, in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen vier Maschinen zu planen, zu beladen und in weiteren 14 Stunden erste Hilfe ins Krisengebiet zu bekommen", sagte der Chef des Geschwaders, Oberst Markus Knoll laut Mitteilung. Zudem wird die Bundeswehr am Samstag Hilfsgüter der Organisation Malteser nach Venezuelafliegen.

Die ersten Retter stiegen bereits am heutigen Nachmittag in ein Bundeswehr-Flugzeug.  © picture alliance/dpa | Kai Moorschlatt

26. Juni, 20.09 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt auf über 900

Nach den Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Opfer, während die Angehörigen von Vermissten fieberhaft nach ihnen unter den Trümmern und übers Internet suchen.

Am zweiten Tag nach der Erdbebenkatastrophe liegt die offizielle Zahl der Toten bei 920. Zudem seien 3300 Menschen verletzt worden, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, mit.

Seinen Angaben nach sind mehr als 380 Gebäude komplett eingestürzt oder beschädigt worden. Mehrere Hunderte Menschen seien aus den Trümmern gerettet worden. 172 Menschen würden noch unter Trümmern vermutet, sagte Rodríguez. Wegen des Ausmaßes der Erdbeben gehen Experten von einer höheren Zahl aus.

Inoffizielle Vermisstenzahlen sind deutlich höher - wobei sich diese nicht verifizieren lassen. Auf einem für die Suche von Vermissten eingerichteten Internetportal gingen Zehntausende Meldungen ein - aktuell gelten demnach rund 50.000 Menschen als vermisst.

Die Retter versuchen noch Überlebende zu finden.  © FEDERICO PARRA / AFP

26. Juni, 15.16 Uhr: Zahl der Toten steigt auf 589

Die Zahl der Toten nach den zwei schweren Erdbeben in Venezuela ist laut Angaben der Regierung in Caracas auf 589 gestiegen.

Zudem seien 2980 Menschen verletzt worden, sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez (57).

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