Glutnester statt Flammen: Feuerwehr kämpft weiter gegen Waldbrand am Saurüsselkopf
Von Sophie Brössler
Ruhpolding - Der Einsatz gegen den Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding wird wohl noch bis in die kommende Woche dauern. Das offene Feuer sei zwar am Donnerstag gelöscht worden, doch die Nachlöscharbeiten seien wegen zahlreicher Glutnester herausfordernd.
Das Wetter am Wochenende - trocken, warm und windig - könne zudem das Aufflammen einzelner Brandstellen begünstigen, hieß es in einer Pressemitteilung.
Laut einem Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein laufen die Planungen bis nächste Woche. Man müsse aber von Tag zu Tag entscheiden, wie der Einsatz weitergeht. Seit dem Morgen seien rund 340 Kräfte vor Ort, hieß es.
Für das Finden und Bekämpfen der Glutnester werden Hubschrauber, Drohnen und Bodentrupps eingesetzt.
"Es sind viele Glutnester, die alle einzeln nacheinander gelöscht werden müssen", erklärte der Sprecher. Zudem müsse man im steilen Bergwald mit Gebirgsspezialisten in Sicherungen arbeiten. Das mache die Arbeiten sehr aufwendig und zeitintensiv.
Waldboden muss zur Brandbekämpfung geöffnet werden
Im schwer erreichbaren Gebiet sei das Löschen Handarbeit, teilte der Kreisfeuerwehrverband mit. Der Waldboden müsse mit Werkzeugen Schicht für Schicht geöffnet werden, um an die versteckte Glut zu kommen. Um auch abseits von Schlauchleitungen zu löschen, werden kleine Strahlrohre oder Löschrucksäcke genutzt, gefüllt mit 20 Litern Wasser.
Auch Wärmebildkameras werden laut Kreisfeuerwehrverband inzwischen überwiegend per Hand gesteuert. Der Grund: Drohnen können verdeckte Glutnester unter dichtem Laub und Blättern nur eingeschränkt erfassen.
Anwohner sollen auf Rauchgeruch achten
Schon bei wenig Wind könnten sich die Glutnester wieder entzünden, zum Teil mit Flammen oder Rauch. Wer Entsprechendes rieche, solle Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen möglichst abschalten und den Aufenthalt im Freien vorsorglich reduzieren, hieß es zuletzt vom Landratsamt Traunstein.
Besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten aufmerksam sein.
Titelfoto: NEWS5 / Lars Haubner
