Waldbrand am Saurüsselkopf: Inferno eingedämmt, 300 Einsatzkräfte kämpfen weiter
Von Sabine Dobel
Ruhpolding - Die Lage bei dem Waldbrand am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen in Bayern hat sich stabilisiert. Am zweiten Tag des Katastrophenfalls im Landkreis Traunstein haben sich die Flammen nicht weiter ausgebreitet.
Entwarnung gebe es aber nicht, teilte das Landratsamt am Abend mit. Der Schwerpunkt der Maßnahmen bleibt darauf gerichtet, eine Ausbreitung des Feuers insbesondere in Richtung Süden zu verhindern. Das Feuer war am Sonntagabend entdeckt worden, seit Montag gilt in dem Gebiet der Katastrophenfall.
An die 300 Einsatzkräfte waren auch am Mittwoch mit dem Kampf gegen die Flammen beschäftigt, darunter etwa 215 Feuerwehrleute sowie Kräfte unter anderem von Bundespolizei, Landespolizei, Bergwacht, Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Technischem Hilfswerk und Bundeswehr.
Nach Einschätzung aus dem Kreis der Einsatzkräfte richten sich die Helfer darauf ein, dass der Einsatz noch mindestens zwei Tage weitergeht.
Nachts können die Hubschrauber aus Sicherheitsgründen keine Löscheinsätze fliegen. Tagsüber starteten aber rund neun Hubschrauber in Dauerschleife und holten Wasser in nahegelegenen Seen, um es über dem Berg abzuwerfen. Auch am Donnerstag sollen wieder Helikopter den Brand aus der Luft bekämpfen.
Chiemgauer Alpen erleben einen der größten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte
"Die Lage bleibt weiterhin stark von Witterung und Wind abhängig. Gewitter können eine Gefahr für die Einsatzkräfte darstellen und den Löscheinsatz beeinflussen", erläuterte das Landratsamt. Auch Wind könne problematisch sein, da er ein erneutes Aufflammen von Glutnestern begünstigen könne.
Der Brand ist besonders brisant, weil er ein Trinkwasserschutzgebiet bedrohen könnte. Eine Quelle versorgt laut dem Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) rund 30.000 Menschen mit Wasser. Ihr Schutz sei das wichtigste Ziel, betonte das Landratsamt. Es bestehe aber keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung und keine akute Gefährdung der Trinkwasserversorgung.
"Der Waldbrand ist mittlerweile einer der größten Waldbrände, die wir in Bayern in den vergangenen Jahrzehnten erlebt haben", sagte Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU).
Sie kündigte Unterstützung des Freistaats bei der Wiederaufforstung an.
Löscharbeiten am Saurüsselkopf erschwert
"Ein Waldbrand ist immer eine Katastrophe, besonders wenn es auch um Schutzwald für Trinkwasser und Lawinenschutz geht", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW), der auch Aufsichtsratschef der Bayerischen Staatsforsten ist und sich ein Bild vor Ort machte.
Wie viele Bäume dauerhaft geschädigt seien, werde sich aber erst nach den Löscharbeiten und teils erst im nächsten Jahr zeigen.
Erstmeldung 6.41 Uhr, zuletzt aktualisiert 19.33 Uhr
Titelfoto: NEWS5 / Lars Haubner

