Bennewitz/Machern - Auch wenn die Hochwassergefahr im Landkreis Leipzig aktuell gering ist, kann es im Ernstfall ganz schnell gehen. Statistisch gesehen kommt es in der Region einmal in 100 Jahren zu einem Hochwasser. Zwei weitere Gemeinden entlang der Mulde sind jetzt sicher, sollten die Pegel plötzlich ansteigen.
Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen sprach am Montag von einem "Meilenstein".
Im Püchau, einem Ortsteil von Machern, wurde eine rund 400 Meter große Lücke im neuen Hochwasserschutzdeich geschlossen. Damit sind die Gemeinden Bennewitz und Machern nun geschützt.
Seit 2017 wird der Deich zwischen Bennewitz und Püchau auf einer Strecke von fünf Kilometern neu errichtet.
Die Bauarbeiten kamen ins Stocken, weil eine geschützte Eiche als Habitat des Heldbockkäfers im Bereich des geplanten Schöpfwerkes mit eingeplant werden musste. Insgesamt kosten die Bauarbeiten rund 32 Millionen Euro.
Einige letzte Arbeiten stehen bis Sommer 2027 noch an. Unter anderem werden noch Deichverteidigungswege angelegt, das Schöpfwerk fertiggebaut und der Deich begrünt. Danach werden 300 Meter des alten Deiches und vier Siele zurückgebaut.
Durch die Rückverlegung des Deiches sind an der Mulde zwischen Wurzen und Eilenburg wichtige Flächen entstanden, die bei Hochwasser temporär Wasser aufnehmen und somit die Pegelstände senken.
In Grubnitz, Groitzsch und Kosten wurden die Deiche bereits saniert bzw. ein Flügeldeich fertiggestellt. Vor dem nächsten möglichen Hochwasser sollte der Landkreis Leipzig somit besser aufgestellt sein.