Besser gegen Hochwasser gerüstet: Sachsen-Anhalt zieht positive Bilanz
Von Daniel Josling
Barby/Magdeburg - Gut zwei Jahre nach dem Winterhochwasser 2023/2024 sieht sich Sachsen-Anhalt beim Hochwasserschutz deutlich besser aufgestellt als noch nach den großen Fluten von 2002 und 2013.
Dennoch bleiben die Folgen zunehmender Wetterextreme eine große Herausforderung, wie das Umweltministerium auf Anfrage mitteilte.
"Der Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt hat mit dem Winterhochwasser 2023/2024 einen echten Härtetest erlebt und diesen eindrucksvoll bestanden", erklärte Umweltminister Armin Willingmann (63, SPD).
Auch wenn es teils dramatische Situationen an der Helme gegeben habe, seien größere Schäden ausgeblieben.
Zum Jahreswechsel 2023/2024 hatten massive Niederschläge landesweit für hohe Pegelstände gesorgt. Besonders angespannt war die Lage an der Helme im Landkreis Mansfeld-Südharz.
Dort drohten Deiche in Thüringen überströmt zu werden, mehrere Anlagen in Sachsen-Anhalt wurden beschädigt. Auch die Talsperre Kelbra war stark belastet.
Nach Angaben des Ministeriums entstanden landesweit Schäden an Deichen, Pegeln, Schöpfwerken und Sielen in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Seit 2002 seien mehr als 1,5 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert worden.
Weiterer Handlungsbedarf
Inzwischen entsprächen 75 Prozent der rund 1284 Kilometer Deiche in Sachsen-Anhalt den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Weitere 18 Prozent haben demnach Anpassungsbedarf, rund 7 Prozent gelten weiterhin als nicht standsicher.
Als größte Herausforderungen bezeichnet das Ministerium zunehmende Starkregen- und Hochwasserereignisse. Das Land setze deshalb verstärkt auf Deichsanierungen, Flutpolder, Deichrückverlegungen und mehr Wasserrückhalt in der Fläche.
Umweltminister Willingmann und Vertreter des Landesbetriebs für Hochwasserschutz haben bei Groß Rosenburg den letzten sanierten Abschnitt eines Saaledeichs freigegeben.
Damit gilt der rund 14 Kilometer lange Deich zwischen Calbe und Barby nun als vollständig modernisiert.
Der jüngste Bauabschnitt war rund zwei Kilometer lang. Nach Angaben des Ministeriums wurden dafür rund 4,2 Millionen Euro investiert.
Titelfoto: Armin Weigel/dpa

