Riesiger Waldbrand im Moor: Jetzt sollen Hubschrauber beim Löschen helfen

Landkreis Rostock-Göldenitz – Seit Dienstagmittag brennt eine etwa 40 Hektar große Fläche im Göldenitzer Moor im Landkreises Rostock. Seit dem späten Dienstagabend ist das Feuer unter Kontrolle. Jedoch flammen einzelne Glutnester immer wieder auf, die teilweise für eine erneute Rauchentwicklung sorgen. Drei Hubschrauber helfen ab sofort beim Löschen aus der Luft.

Riesige Rauchschwaden breiteten sich über dem Göldenitzer Moor aus.
Riesige Rauchschwaden breiteten sich über dem Göldenitzer Moor aus.  © Stefan Tretropp

Wie die Polizei am Dienstagnachmittag mitgeteilt hatte, waren über 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei aufgrund eines Waldbrandes bei Göldenitz im Einsatz. Die riesigen Rauchschwaden waren teilweise kilometerweit zu sehen.

"Das Feuer war zunächst auf Ödland ausgebrochen, griff dann aber auf ein Waldstück über. Die Brandursache ist unklar", hatte Juliane Hinz, Pressesprecherin des Landkreises Rostock, gegenüber TAG24 erklärt.

Am Dienstagnachmittag mussten vorübergehend alle Straßen von Göldenitz in Richtung Süden, den Ortschaften Kassow sowie Teschow für die Einsatzkräfte gesperrt werden, so die Polizei.

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Die Straße Am See in Göldenitz bis Kossower Weg 13 in Dummerstorf bleibt vorläufig weiterhin gesperrt, um den reibungslosen Ablauf der Löscharbeiten zu ermöglichen.

Fazit des zweiten Brandtages: "Die Lage stellt sich nahezu unverändert dar!"

Mehrere Glutnester flammen in dem Wald- und Torfmoorgebiet immer wieder auf.
Mehrere Glutnester flammen in dem Wald- und Torfmoorgebiet immer wieder auf.  © Stefan Tretropp

Am späten Dienstagabend folgte die erste Entwarnung. Laut dem Landkreis gab es gegen 21.30 Uhr keine offenen Flammen mehr, das Feuer war unter Kontrolle gebracht worden.

Trockenheit und schwierige Wasserversorgung erschwerten nach Angaben der Feuerwehr die Löscharbeiten. Eine Evakuierung von Ortschaften war jedoch nicht nötig.

"Die Lage stellt sich nahezu unverändert dar. Zur Brandbekämpfung werden unter anderem Kreisregner eingesetzt, da teilweise offenes Feuer aufgeflammt ist und es wieder zu einer stärkeren Verrauchung kommt", sagte Pressesprecherin Hinz am Mittwochmorgen.

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Aufgrund dessen werden die Anwohner weiterhin gebeten, die Fenster und Türen ihrer Wohnungen und Häuser geschlossen zu halten und auf örtliche Durchsagen zu achten.

Das abgebrannte Torfmoorgebiet. Das Feuer war am Dienstagmittag im Ödland ausgebrochen und hatte auf den Wald und das benachbarte Moorgebiet übergegriffen.
Das abgebrannte Torfmoorgebiet. Das Feuer war am Dienstagmittag im Ödland ausgebrochen und hatte auf den Wald und das benachbarte Moorgebiet übergegriffen.  © Bernd Wüstneck/dpa

Zahl der Verletzten steigt auf fünf Personen

Zusätzlich werden die Einsatzkräfte seit Donnerstagvormittag von drei Hubschraubern der Bundeswehr bei den Löscharbeiten aus der Luft unterstützt.
Zusätzlich werden die Einsatzkräfte seit Donnerstagvormittag von drei Hubschraubern der Bundeswehr bei den Löscharbeiten aus der Luft unterstützt.  © Stefan Tretropp

Auch am dritten Tag des Brandes werden die Löscharbeiten mit weiteren Kreisregnern des Landkreises Ludwigslust-Parchim fortgesetzt. "Damit soll Landregen simuliert werden, um den Moorboden zu durchfeuchten", sagte Hinz am Donnerstag.

Zusätzlich werden die Einsatzkräfte am Boden von drei Hubschraubern der Bundeswehr bei den Löscharbeiten aus der Luft unterstützt.

"Die Lage ist wirklich schwierig, weil sich die Glutnester im Moorboden befinden und sich unterirdisch ausbreiten", sagt Landrat Sebastian Constien (43, SPD), der bereits vor Ort war und sich bei den zahlreichen Einsatzkräften für ihre Arbeit bedankt hat.

Seit Beginn des Feuers sind nach Angaben des Landkreises fünf Menschen verletzt worden. Ein Feuerwehrmann war noch am Dienstag mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden.

Erstmeldung am 6. Juni um 16.47 Uhr. Update am 8. Juni um 13.49 Uhr.

Titelfoto: Stefan Tretropp

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