Schlechte Quoten: Waldbrand-Ermittlungen gestalten sich für Polizei schwierig

Halberstadt - Waldbrände in der Natur werden in aller Regel vom Menschen verursacht. Gerade im Harz brannte es in den zurückliegenden Jahren häufig. Die Polizei sucht oft vergeblich nach den Verursachern.

Nicht nur die Feuerwehr hat aufgrund unebenen Geländes Probleme mit den Löscharbeiten, auch die Polizei bei den nachfolgenden Brandermittlungen. (Archivbild)
Nicht nur die Feuerwehr hat aufgrund unebenen Geländes Probleme mit den Löscharbeiten, auch die Polizei bei den nachfolgenden Brandermittlungen. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa

Ermittlungen nach Waldbränden haben die Polizei selten auf die Spur der Täter geführt.

Im Bereich des Polizeireviers Harz etwa wurden in den Jahren 2021 bis 2023 49 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Waldbränden geführt, allein 36 im besonders waldbrandträchtigen Jahr 2022, wie eine Sprecherin auf Nachfrage mitteilte.

In zwei Fällen aus dem Jahr 2022 seien Tatverdächtige ermittelt worden, in den anderen 47 Fällen nicht.

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Der Verlauf der Ermittlungen hänge von verschiedenen Faktoren ab - etwa davon, ob es konkrete Hinweise gibt, von der Spurenlage und ihrer Auswertbarkeit.

Die Ermittlungen von Brandursachen und Zündquellen bei Wald- und Flächenbränden sei mit besonderen Herausforderungen verbunden.

Dazu zählten die Lage des Brandortes, die besondere Topografie im Harz sowie die zum Teil große Ausdehnung der Brandflächen, erklärte die Sprecherin.

Schlecht erreichbare Gelände beeinflussen Ermittlungen

Nach zahlreichen Waldbränden im Harz sieht es für eine erfolgreiche Ermittlung der Polizei schlecht aus. (Archivbild)
Nach zahlreichen Waldbränden im Harz sieht es für eine erfolgreiche Ermittlung der Polizei schlecht aus. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa

"Nicht selten sind Geländebereiche kaum oder nicht erreichbar, was nicht nur Feuerwehrkameraden bei Löscharbeiten, sondern auch Polizeibeamte bei der Brandursachenermittlung herausfordert."

Vom Zeitpunkt der Feststellung und Meldung eines Waldbrandes bis zum Wirken erster Löschmaßnahmen vergehe zum Teil einige Zeit, in der sich der Brand unkontrolliert ausbreite.

Das wirke sich auf die Beweislage und auch nicht unwesentlich auf die Ermittlungen aus. Ein unmittelbarer Ermittlungserfolg glücke zumeist beim Antreffen auf frischer Tat.

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"Vor diesem Hintergrund stellen Zeugenhinweise in solchen Fällen wichtige Anhaltspunkte dar."

Am Maifeiertag in der vergangenen Woche hatte es am Königsberg den ersten Waldbrand der Saison gegeben, betroffen war ein Gelände von etwa 100 mal 100 Metern. Ein Löschflugzeug kam zu Einsatz.

Der Brand konnte rasch gelöscht werden. Auch an einem Wanderweg unterhalb des Brockens hatte es laut Polizei einen kleinen Brand gegeben.

Titelfoto: Matthias Bein/dpa

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