Nächster Kahlschlag: Porsche streicht 5000 weitere Stellen

Von Julian Weber

Stuttgart - Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche streicht bis 2035 weitere 5000 Stellen in der Region Stuttgart. Betroffen sind das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum im nahen Weissach.

Porsche fährt derzeit einen Sparkurs.  © Christoph Schmidt/dpa

Im Gegenzug wird die Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035 verlängert. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen, wie das Unternehmen und der Gesamtbetriebsrat mitteilten.

Der Stellenabbau soll den Angaben nach sozialverträglich erfolgen - vor allem über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge. An den Verhandlungen waren auch die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall beteiligt.

Ziel sei, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und dabei langfristig möglichst viele Arbeitsplätze abzusichern.

Porsche Dax-Abstieg bei Porsche: Hat es Auswirkungen auf das Geschäft?

Das sogenannte Zukunftspaket sieht deshalb auch Investitionen von insgesamt 2,1 Milliarden Euro vor. Damit soll unter anderem sichergestellt werden, dass die zweitürigen Sportwagen weiterhin in Zuffenhausen vom Band rollen und die Entwicklungsarbeit in Weissach gebündelt bleibt.

Finanziert wird das demnach durch ein umfassendes Maßnahmenpaket. "Es soll die Personalkosten deutlich senken und die Arbeit an den Standorten flexibler und produktiver machen."

Anzeige

Sparrunde folgt auf Sparrunde

Michael Leiters ist seit Jahresbeginn Porsche-Chef.  © Marijan Murat/dpa

Konkret bedeutet das unter anderem: Tariferhöhungen werden bis 2035 zum Teil einbehalten, das Weihnachtsgeld sinkt und der Mitarbeiterbonus orientiert sich stärker am Unternehmenserfolg.

Große Teile des Managements verzichten 2027 und 2028 auf Erhöhungen der Grundvergütung. Homeoffice soll zudem künftig nur noch an maximal acht statt zwölf Tagen im Monat möglich sein.

Das nun beschlossene Zukunftspaket ist bereits die zweite große Sparrunde. Im Februar 2025 hatten sich Management und Betriebsrat auf den Abbau von rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 verständigt. Zusätzlich liefen die befristeten Arbeitsverträge von etwa 2000 Mitarbeitern aus.

Porsche Teure US-Zölle und stockende China-Geschäfte: Porsche meldet Gewinneinbruch und kündigt Stellenabbau an

Nötig sind die Sparmaßnahmen, weil Porsche bereits seit einiger Zeit in der Krise steckt. Der Konzernüberschuss des einstigen VW-Gewinnbringers brach 2025 um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Im ersten Quartal setzte sich der Rückgang fort, wenn auch mit weniger Tempo.

Mehr zum Thema Porsche: