Drinnen Theater, draußen Raketen: Passagiere gefangen auf Kreuzfahrtschiffen
Doha (Katar) - Seit drei Tagen sind Passagiere der Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" von TUI Cruises im Nahen Osten an Bord gefangen. Während draußen Raketen einschlagen, wird drinnen Unterhaltung geboten.
Sie wollten den "Zauber des Orients" erfahren, prächtige Moscheen erkunden, Wüstenlandschaften und Oasen sehen und lebendige Großstädte erleben.
Ein schriller Ton des Smartphones ließ die Träume am Samstag allerdings platzen. Alle Gäste mussten, begleitet vom Luftalarm und ersten Raketen am Himmel, zurück auf die Schiffe.
"Unsere Gäste befinden sich weiterhin an Bord der 'Mein Schiff 4' und der 'Mein Schiff 5'. Sie werden umfassend betreut und versorgt. Der Bordbetrieb läuft regulär im Rahmen der gegebenen Umstände", heißt es auf der Website der Hamburger Reederei TUI Cruises.
Wie viele Gäste derzeit an Bord sind, konnte die Presseabteilung des Unternehmens auf TAG24-Nachfrage nicht beantworten.
Man stehe im engen Austausch mit Fluggesellschaften, um eine verlässliche Planung der Rückreisen zu ermöglichen. "Die Organisation der Rückreisen hat, neben der umfassenden Betreuung unserer Gäste an Bord, derzeit höchste Priorität", heißt es.
Einschränkungen gebe es vor Ort lediglich auf den Außendecks. Ansonsten können sich die Gäste mit Live-Formaten im Theater, musikalischen Darbietungen oder im Sport- und Wellnessbereich die Zeit vertreiben.
Ehemalige "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin an Bord
Der Instagram-Account "Touristik aktuell" veröffentlichte am Montag den Mitschnitt einer Durchsage des Kapitäns der "Mein Schiff 5".
"Es ist alles noch so ein bisschen am Laufen, auch mit den Raketen. Das hat man heute früh gehört und man hat das sogar hier von der Brücke gesehen. Deswegen bitte nicht an die offenen Decks gehen, weder vorne noch am Pool", heißt es.
Von der "Mein Schiff 4", die sich derzeit in Abu Dhabi befindet, gab die ehemalige Germany's Next Topmodel-Kandidatin Felice Wolfgram (22) am Dienstagmorgen via Instagram ein Update.
"Die Lage entspannt sich weiter. Es kam dann nachts zwar vom Handy noch mal dieser Signalton, dass wieder etwas passieren könnte. Einige sind ins Schiffsinnere gegangen und die Crew hat sich wieder rührend um die Leute gekümmert", so die Berlinerin. Es habe aber schnell Entwarnung gegeben.
Es sind aber offenbar nicht alle mit den Leistungen der Reederei zufrieden. "Immer mehr Leute verlassen jetzt das Schiff und versuchen, einen Flug zu bekommen. Auf eigene Faust oder sonst was", so Wolfgram.
Titelfoto: Lana Dörrer/privat/dpa

