Berlin/Wiesbaden - Es sollte der Abschied einer Ära sein: Im Oktober wollte "Schlünß Eisenbahn Logistik" (SEL) das Ende des Intercity-1-Verkehrs mit einer Sonderfahrt von Berlin nach Wiesbaden feiern. Doch dazu kommt es nun nicht.
"Aufgrund mangelnder Kostendeckung können wir unsere Zugfahrten am 10. Oktober leider nicht wie gewünscht stattfinden lassen", so die traurige Video-Botschaft der Veranstalter in den sozialen Netzwerken.
Die Anzahl der Buchungen sei nicht ausreichend gewesen, um die Trassenkosten (Schienenmaut) finanzieren zu können. "Deswegen bereuen wir auch diesen Schritt, die Fahrt abzusagen, besonders."
In ihrem Video spricht die SEL zudem noch ein zweites Problem an: "Von Fotografen alleine an der Strecke können wir unsere Zugfahrten nicht stattfinden lassen." Zwar freue man sich über Bilder vom Rheingold und Co., jedoch brauche es eine ausreichende Auslastung, um solche Fotomotive überhaupt möglich zu machen.
Der Appell des Unternehmens lautet daher: "Unterstützt die Vereine. Unterstützt Möglichkeiten außer der Reihe – wie den IC-Abschied. Denn nur vom Foto alleine werden solche Fahrten in Zukunft nicht mehr möglich sein."
Begründung der Sonderfahrt-Absage auf SEL-Facebook-Kanal
IC1-Ära endet nach 55 Jahren
Geplant war, eine historische Zuggarnitur – bestehend aus einer Lok der Baureihe 120 und mehreren Abteilwagen der Bauart Avmz 111 sowie einem Bordrestaurant – von Berlin mit Halten über Bitterfeld, Halle, Erfurt und Eisenach nach Wiesbaden und wieder zurück rollen zu lassen.
In der hessischen Landeshauptstadt verabschiedet die Deutsche Bahn am 10. Oktober nach 55 Jahren den klassischen Intercity 1. Die beliebten Flachparks werden damit in den Ruhestand geschickt, im Linienverkehr sind sie bereits ausgeschieden.
SEL wollte sich mit einer Sondertour (55 Euro pro Person und Fahrt) an den Feierlichkeiten beteiligen. Dass dies nun doch nicht möglich ist, schmerzt auch die Fans.
"Hatte mich so gefreut, schon alles gebucht mit Hotel. Sehr schade", schreibt etwa eine Userin. Das Verständnis für die Entscheidung ist jedoch groß.
Zuletzt kämpfte auch der Förderverein des historischen DDR-Schnellzugs VT 18.16 mit ausbleibenden Buchungen. Eine Sonderfahrt von Köln nach Bochum musste deshalb gestrichen werden.