Berlin - Am 27. Januar wird weltweit der Opfer des Holocaust gedacht. Doch wie erreicht Erinnerung heute noch junge Menschen, die ihre Infos vor allem über TikTok, Instagram und Co. bekommen?
Shoah Stories ist ein Projekt des Anne Frank Zentrums in Berlin. Es erzählt die Geschichte des Holocaust in kurzen, eindrücklichen Videos auf Social Media.
Statt trockener Texte setzen Gedenkstätten, Museen und Content-Creator auf kurze Clips, die erklären, einordnen und berühren – angepasst an das Nutzungsverhalten einer Generation, die Wissen oft in Sekunden aufnimmt.
In den vergangenen Jahren entstanden so Tausende Videos zu jüdischem Leben, Verfolgung durch die Nazis und Antisemitismus.
Allein auf TikTok kommen die beteiligten Accounts auf Hunderttausende Follower und Millionen Aufrufe.
Shoah Stories als Zeichen gegen Falschinformationen und Hass
Shoah Stories sammelt diese Inhalte auf einer eigenen Online-Plattform und macht sie gezielt für Schulen, Studenten und Lehrkräfte nutzbar.
Ziel ist es, Erinnerung lebendig zu halten, Falschinformationen entgegenzuwirken und ein Zeichen gegen Hass zu setzen. Jugendliche sollen dabei nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden – etwa durch eigene Videos oder Workshops im Anne Frank Jugendnetzwerk.
Begleitet wird das Projekt von einer Studie, die untersucht, wie junge Nutzer auf Holocaust-Inhalte in Kurzvideoform reagieren. Klar ist schon jetzt: Gedenken verändert sich – und findet längst auch im Hochformat statt.