Von Kathrin Zeilmann
München/Bamberg - Die bayerischen Bistümer haben im vergangenen Jahr mehr als 81.800 Mitglieder durch Kirchenaustritte verloren.
Das sind etwa 5300 weniger als noch 2024, wie aus Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hervorgeht.
Gestiegen sind die Austrittszahlen bei der evangelischen Landeskirche (ELKB). Rund 42.000 Menschen kehrten ihr 2025 offiziell den Rücken - das ist ein Anstieg im Vergleich zu 2024, als es 39.486 Austritte gab.
Die Mitgliederzahl der Landeskirche ist im Vergleich zu 2024 unter die Zwei-Millionen-Marke gerutscht. Die katholische Kirche kommt im Freistaat noch auf mehr als 5,3 Millionen Mitglieder.
Doch nicht nur die Austritte machen den Kirchen zu schaffen: Längst bestatten sie viel mehr Mitglieder, als sie durch Taufen neue hinzugewinnen.
Für die Landeskirche heißt das konkret: 29.782 Kirchenmitglieder sind 2025 gestorben, im Gegensatz dazu gab es nur 12.562 Taufen. Im Jahr zuvor registrierte die kirchliche Statistik noch 13.633 Taufen in den Gemeinden der Landeskirche.
Weiteres Problem: Mehr Beerdigungen als Taufen
Für die bayerischen Bistümer registrierte die DBK 36.129 Taufen - und 60.758 kirchliche Bestattungen.
Die katholische Kirche scheint sich bei den Austrittszahlen von den großen Austrittswellen in den Vorjahren zu erholen.
2023 waren 106.663 Menschen im Freistaat aus der katholischen Kirche ausgetreten, im bisherigen Rekordjahr 2022 waren es sogar 153.586 gewesen.
Besorgt äußerte sich der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl zur sinkenden Zahl der Priester. "Diese Entwicklung stellt uns vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist das Engagement der vielen Frauen und Männer, die sich in unseren Pfarreien einbringen. Kirche lebt von der gemeinsamen Verantwortung aller Getauften."
Ohne dieses vielfältige Engagement wäre Seelsorge in vielen Bereichen heute nicht mehr möglich, so der Erzbischof. Deutschlandweit wurden 2025 nur 25 Diözesanpriester geweiht - so wenige wie noch nie in der bis 1962 zurückreichenden Statistik. In Bayern gab es in den Bistümern nur sechs Priesterweihen.