Kürzungsprogramm oder Zukunftsmodell? Rentenreform spaltet Politik und Gewerkschaften
Deutschland - Die Empfehlungen der Rentenkommission zur Reform der Altersvorsorge stoßen auf ein geteiltes Echo. Während Union und Teile der Grünen positive Ansätze sehen, kommt von der Linken und den Gewerkschaften deutliche Kritik.
CSU-Chef Markus Söder (59) lobte die Empfehlungen auf der Plattform X als "großen Wurf". Die Vorschläge seien aus seiner Sicht ein faires Angebot für jüngere Generationen und würden gleichzeitig eine gerechte Absicherung der Älteren gewährleisten.
Die Grünen unterstützen zahlreiche Reformvorschläge, fordern jedoch eine dauerhafte Sicherung des Rentenniveaus bei mindestens 48 Prozent.
Fraktionschefin Britta Haßelmann (64) warnte, dass ein Absinken des Rentenniveaus die Altersarmut verschärfen würde. Positiv bewerten die Grünen die Ergänzung der gesetzlichen Rente durch kapitalgedeckte Vorsorge.
Die Linke lehnt die Vorschläge entschieden ab. Fraktionschef Sören Pellmann (49) bezeichnete die Reform als "massives Kürzungsprogramm", das vor allem Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen sowie Ostdeutsche belaste.
Besonders kritisch bewertet die Partei die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters und die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren. Auch die stärkere Einbindung kapitalgedeckter Vorsorge lehnt die Linke ab, da Renten nicht von Entwicklungen an den Finanzmärkten abhängig sein sollten.
Gewerkschaften sehen Empfehlungen zur Rente teilweise kritisch
Die Gewerkschaften erkennen einzelne positive Elemente an, sehen aber erhebliche Risiken. DGB-Chefin Yasmin Fahimi (58) warnt vor einer Vermischung von gesetzlicher Rente und kapitalgedeckter Vorsorge sowie vor möglichen Leistungskürzungen. Auch die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren lehnt der DGB ab. Kritik gibt es zudem an einer Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.
Positiv bewerten die Gewerkschaften die geplante Einbeziehung von Selbstständigen und Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung. ver.di und NGG fordern darüber hinaus, das Rentenniveau auch über 2031 hinaus verbindlich bei mindestens 48 Prozent zu sichern.
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