Warnstreiks in Hessens Nahverkehr: Diese Alternativen haben Pendler

Von Christine Schultze

Frankfurt/Marburg/Gießen/Kassel/Wiesbaden - Erneut müssen sich viele Pendler in Hessen für ihren Weg zur und von der Arbeit Alternativen überlegen. Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte mehrerer Verkehrsgesellschaften zu weiteren ganztägigen Warnstreiks im Nahverkehr aufgerufen.

Die Gewerkschaft "Komba" bestreikt den VGF-Betriebshof Gutleut in Frankfurt.
Die Gewerkschaft "Komba" bestreikt den VGF-Betriebshof Gutleut in Frankfurt.  © Verdi macht Druck vor nächster Verhandlungsrunde

Wie schon mehrfach sind die Städte Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Marburg und Gießen betroffen. Wie kommt man dort trotz der Arbeitsniederlegungen weiter?

In Hessens größter Stadt Frankfurt dürfte durch den Warnstreik wieder auf allen neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahn-Linien Stillstand herrschen.

Als Ausweichmöglichkeit stehen hier S-Bahnen, Regionalzüge, städtische Buslinien sowie Regionalbusse zur Verfügung. Gerade im Busverkehr sei aber mit teils spürbar höherer Nachfrage und dadurch auch Verspätungen zu rechnen, teilte die Stadt mit.

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Auch der Ersatzverkehr für die U2 zwischen Nieder-Eschbach und Gonzenheim sowie für die U5 ab 22 Uhr zwischen Konstablerwache und Marbachweg/Sozialzentrum und die Express-Busse dürften trotz Warnstreiks unterwegs sein.

Kurzfristig informieren ratsam

Fahrgäste sollten sich laut Empfehlung der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ möglichst kurz vor Fahrtantritt aktuelle Informationen einzuholen - über Radiosender, das Servicetelefon des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), im Internet sowie in den sozialen Netzwerken.

Auch in Kassel und in Teilen des Umlands müssen die Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen im ÖPNV rechnen, wie die Kasseler Verkehrsbetriebe bereits angekündigt hatten.

Es komme zu Ausfällen auf den Linien 1 bis 29 sowie im Regio-Tram-Betrieb, hieß es auf der Homepage des Unternehmens.

Einige Buslinien in Wiesbaden nicht betroffen

Auch in Wiesbaden fallen die meisten Buslinien aus, teilte die ESWE Verkehrsgesellschaft mit.
Auch in Wiesbaden fallen die meisten Buslinien aus, teilte die ESWE Verkehrsgesellschaft mit.  © Andreas Arnold/dpa

In Wiesbaden fallen nach Angaben auf der Homepage von Eswe Verkehr die meisten Buslinien aus - mit Ausnahme der Linien 5, 28, 39 und 46, die von Partnerunternehmen betrieben würden sowie die Regionalbusse.

"Es kann aber auch hier zu Einschränkungen kommen", so das Unternehmen. Auch das an anderen Tagen auf Abruf verfügbare "Wi Mobil" sei vom Warnstreik betroffen.

Weniger Probleme dürften Pendler auch bei diesem Warnstreik im Busverkehr in Gießen und Marburg haben. Für den Linienverkehr in Gießen rechnete die Nahverkehrstochter der Stadtwerke Gießen "Mit.Bus" mit keinen Auswirkungen des Warnstreikaufrufs.

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Auch von den Stadtwerken Marburg hieß es, dass sich Fahrgäste auf einen regulären Linienverkehr der Stadtbusse einstellen könnten.

In beiden mittelhessischen Städten gelten unterschiedliche Tarifverträge für das Fahrpersonal, sodass weniger Beschäftigte in den Verdi-Warnstreikaufruf einbezogen sind.

Verdi macht Druck vor nächster Verhandlungsrunde

Mit den Streiks will Verdi vor der vierten Verhandlungsrunde mit den kommunalen Verkehrsbetrieben Druck machen.
Mit den Streiks will Verdi vor der vierten Verhandlungsrunde mit den kommunalen Verkehrsbetrieben Druck machen.  © Andreas Arnold/dpa

Die Gewerkschaft Verdi will einen Tag vor der vierten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt bei den kommunalen Verkehrsbetrieben mit den weiteren Warnstreiks Druck machen.

Die Arbeitsniederlegungen richten sich laut Verdi gegen Bestrebungen der Arbeitgeber, eine tariflich vereinbarte Zulage zur Mitarbeitergewinnung mit künftigen Tariferhöhungen verrechnen zu wollen. Zudem solle eine ebenfalls tariflich seit langem gültige Aufstockung des Krankengelds gekürzt werden.

Bei den Verhandlungen an diesem Mittwoch (25. Februar) erwarte man von den Arbeitgebern, "dass sie einsichtig sind und von ihren Vorhaben ablassen", so die Gewerkschaft.

Titelfoto: Verdi macht Druck vor nächster Verhandlungsrunde

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