Kampala (Uganda) - Was für ein unglaubliches Comeback! Über vier Jahrzehnte lang galt Ugandas Wildnis als nashornfreie Zone, jetzt sind die mächtigen Tiere plötzlich wieder da. Doch die Gefahr, die sie einst verschwinden ließ, besteht noch immer.
Im abgelegenen Kidepo-Valley-Nationalpark streifen erstmals seit 1983 wieder Nashörner durch die Savanne, wie es in einer Mitteilung der Uganda Wildlife Authority heißt.
Damals wurde das letzte Tier von Wilderern getötet, ein trauriger Tiefpunkt in der Geschichte des Landes. Die Vergangenheit ist düster: Während politischer Unruhen wurden die Tiere systematisch ausgerottet.
Einst lebten laut BBC rund 700 Nashörner in Uganda, doch am Ende blieb keines übrig. Der Grund: ihre Hörner, die auf dem Schwarzmarkt enorme Summen einbringen.
Jetzt gibt es neue Hoffnung. Zwei südliche Breitmaulnashörner wurden für den Start eines ambitionierten Wiederansiedlungsprojekts in den Nationalpark gebracht. Insgesamt sollen acht Tiere eine neue Population bilden.
"Dieser Moment markiert den Beginn einer neuen Nashorngeschichte für den Kidepo Valley Nationalpark", sagte James Musinguzi, Geschäftsführer der Uganda Wildlife Authority.
Die Tiere sollen rund um die Uhr überwacht werden
Der Aufwand dafür ist enorm: Experten haben das Gebiet umfassend geprüft und als geeignet eingestuft.
Heute gibt es dort ein speziell gesichertes Schutzgebiet mit Zäunen, Überwachungssystemen, Infrastruktur und bewaffneten Rangern, die die Tiere rund um die Uhr überwachen.
Langfristig geht es um mehr als nur einzelne Tiere. Die Rückkehr der Nashörner soll das gesamte Ökosystem stärken und sogar den Tourismus ankurbeln.
Doch die große Angst bleibt: Die Gier nach den wertvollen Hörnern hatte die Tiere einst vernichtet und diese Gefahr besteht auch heute.
Weltweit gibt es nur noch etwas mehr als 10.000 südliche Breitmaulnashörner, ihre Zahl geht zurück. Umso wichtiger ist dieses Projekt für den Artenschutz.