Diese süße Tierart lebt an Thüringer Gewässern

Von Marie-Hélèn Frech

Thüringen - Er huscht auch an Ufern in Thüringen entlang: Der als invasiv geltende amerikanische Nerz, auch Mink genannt, hat inzwischen auch an hiesigen Gewässern ein Zuhause gefunden.

Der Mink gehört zur Familie der Marder und sei in Thüringen mittlerweile dauerhaft etabliert.
Der Mink gehört zur Familie der Marder und sei in Thüringen mittlerweile dauerhaft etabliert.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Er sei weit verbreitet und dauerhaft etabliert, teilte das Umweltministerium auf Anfrage mit.

Wie viele der zur Familie der Marder gehörende Tiere es in Thüringen gibt, ist derweil nicht klar. "Da er stark an Gewässer gebunden ist, kommt er insgesamt jedoch seltener vor als andere invasive Marderartige wie der Waschbär oder der Marderhund."

Da er aber von Jägern geschossen werden darf, gibt dem Ministerium zufolge die Jagdstrecke zumindest einen groben Hinweis auf die Bestandsentwicklung: Im Jagdjahr 2024/25 hatten Jäger demnach 27 Minke erlegt. In den beiden Jagdjahren davor waren es 45 Tiere (2023/24) und 60 Tiere (2022/23) gewesen. Die meisten Minke seien zuletzt im Unstrut-Hainich-Kreis geschossen worden, aber auch in den anderen Landkreisen seien Einzeltiere erlegt worden.

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Der Mink wurde einst nach Europa geholt, um in für Pelzmode zu züchten. Die Tiere, die aus den Zuchtfarmen entwichen, haben sich in vielen Regionen verbreitet. Der Marderartige gilt aber nach wie vor als sogenanter Neozoon, wird also als Eindringling in die heimische Tierwelt gewertet.

Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und gute Schwimmer: Auf der Speisekarte stehen etwa Fische, Krebse, Frösche, Lurche, aber auch Vögel und ihre Eier.

Der Mink ist stark an die hiesigen Gewässer gebunden. (Archivbild)
Der Mink ist stark an die hiesigen Gewässer gebunden. (Archivbild)  © Daniel Vogl/dpa

Potenzielle Gefahr für Bodenbrüter

So stelle er auch eine gewisse Gefahr für bestimmte Vogelarten dar, die etwa in Feuchtgebieten am Boden oder in Gewässernähe brüten, heißt es aus dem Umweltministerium. Andernorts konkurriere er zudem mit dem Europäischen Nerz um Lebensraum und Nahrung.

In Deutschland gilt dieser aber laut Bundesamt für Naturschutz schon seit Langem als ausgestorben. Daneben seien dem Ministerium auch keine Berichte über durch den Mink verursachte Schäden in Thüringen bekannt.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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