Dallas - Als wäre der Anblick von Hunden im Tierheim nicht schon schlimm genug, bricht einem das Schicksal dieses schwarzen Hundes gleich doppelt das Herz: Vierbeiner Joe, der als Streuner zusammen mit einem Wurf Welpen in die texanische Einrichtung kam, zog sich völlig zurück, als man ihn von den Jungtieren trennte. Seitdem verkriecht sich der Rüde in den hintersten Ecken - mit dem Gesicht zur Wand.
US-Amerikanerin Vivian Powers, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, im Internet die ganz individuellen Geschichten der Tierheim-Tiere zu erzählen, war völlig am Boden zerstört, als sie im "Dallas Animal Services" auf Joe traf. Anders als die anderen Hunde, die bei ihren Besuchen sofort angestürmt kamen, wenn sie an den einzelnen Zwingern vorbeiging, saß der schwarze Rüde verängstigt in der Ecke seiner Box und hob nicht einmal den Kopf.
"Es brach mir das Herz zu sehen, wie er sich in die Ecke presste und versuchte, einfach zu verschwinden", erzählt die Texanerin The Dodo.
Sie erfuhr, dass Joe einst ein Straßenhund war und sich, bevor er im Tierheim landete, um ein Wurf Welpen gekümmert hatte. Als die Familie separiert wurde, verzweifelte der Rüde völlig.
Vivian ertrug es nicht, dass der Hund sich nur noch verkroch und versuchte, ihn zusammen mit einer Freundin aus seinem Versteck zu locken, wollten ihm etwas Zeit an der frischen Luft gönnen. Doch selbst nach einer Viertelstunde, in der die beiden Frauen alles versuchten, bewegte sich Joe keinen Millimeter. "Draußen im Auslauf wirkte Joe völlig erstarrt", meint Vivian. "Wir wollten ihn wirklich nur ungern wieder zurück in seinen Zwinger bringen."
Tierheimhund verkriecht sich verängstigt in Ecken
Aus diesem Grund telefonierte die US-Amerikanerin herum und erreichte schließlich eine Pflegefamilie, die Joe zumindest für ein Wochenende aus dem Tierheim holen würde. Dort traf er unter anderem auf Brussels Sprouts - ein Hund, der ebenfalls einst als Streuner gerettet worden war.
Auch wenn Joe sich dem Vierbeiner nicht annäherte, wich Brussels ihm - mit etwas Abstand - nicht von der Seite. Ganz so, als würde er spüren, was in der Fellnase vorging. "Joe hat jetzt ein ganzes 'Dorf' um sich herum … und einen kleinen, pelzigen Freund, der ihn wirklich versteht", schreibt die Tierfreundin auf Instagram.
Dank der Aufmerksamkeit, die Joes Geschichte auf der Plattform erregte, geschah letztendlich ein wunderschönes Wunder:
Eine Familie, die selbst erst ihren geliebten Hund verloren hatte, wurde auf den verängstigten Rüden aufmerksam und verliebte sich sofort. Sie wollten Joe langfristig in Pflege nehmen und ihn mit so viel Liebe überschütten, die er benötigte, um wieder zurechtzukommen.
Auch wenn er noch etwas Zeit braucht, um in der neuen Umgebung anzukommen, gebe es laut Vivian schon kleine Fortschritte: "Heute lag er draußen, und für einen kurzen Moment rollte er sich ganz fest zusammen – ohne dabei sein Gesicht in eine Ecke zu drücken", freut sie sich.