Schottland - Ein niedlicher schwarzer Labrador wurde zum "Tier des Jahres" gekürt. Der Grund: Die Hündin hilft dabei, eine invasive Meerestierart aufzuspüren, die heimische Meereslebewesen bedroht.
Wie der Internationale Tierschutzfonds (IFAW) in einer Pressemitteilung mitteilte, war die Labrador-Dame Sgiath gemeinsam mit ihrer Besitzerin Dr. Texa Sim in den schottischen Highlands unterwegs.
Ihre Mission: Die Hündin spürt die invasive Teppich-Seescheide - die umgangssprachlich auch Meereskotze genannt wird - auf.
Dass Sgiath zum Tier des Jahres gekürt wurde, sei für ihr Frauchen eine "vollständige Überraschung" gewesen.
Texa selbst ist Meeresökologin und brachte ihrer Hündin bei, die lästigen Tierchen anhand ihres Geruchs zu erkennen. Denn die Teppich-Seescheiden können sich wahnsinnig schnell in Häfen ausbreiten und heimische Meereslebewesen überwuchern.
Laut IFAW ist der Labrador der erste Hund weltweit, der diese invasive Tierart aufspüren kann. Besonders bemerkenswert: Normalerweise können die Seescheiden nur mithilfe spezieller Laboranalysen und DNA-Tests nachgewiesen werden.
Zweiter Labrador soll Sgiath künftig unterstützen
Sgiath, die ursprünglich als Suchhund für die Bergrettung ausgebildet wurde, kann die Tiere mittlerweile allein am Geruch erkennen. Texa erklärte: "Als ich sie zum ersten Mal bat, die Zielart zwischen vielen ähnlichen Gerüchen zu identifizieren, lief sie direkt darauf zu. In diesem Moment dachte ich: 'Vielleicht funktioniert das tatsächlich.'"
Weil das Training mit ihrem schwarzen Labrador so erfolgreich war, bildet die Meeresökologin inzwischen einen zweiten Vierbeiner aus. Der drei Jahre alte Labrador Uisge soll Sgiath schon bald bei der Suche unterstützen.
"Die Hunde überraschen mich ständig. Jedes Mal, wenn ich denke, die Grenze ihrer Fähigkeiten erreicht zu haben, beweisen sie mir das Gegenteil. Ihre Fähigkeit, selbst unglaublich geringe Geruchskonzentrationen wahrzunehmen, ist einfach phänomenal", schwärmte Texa.
In der Pressemitteilung wurde zudem darauf hingewiesen, dass Spürhunde an Land bereits häufig eingesetzt werden, um invasive Pflanzen- und Tierarten aufzuspüren. Texa habe jedoch die Möglichkeit erkannt, denselben Ansatz auch in der Meeresumwelt anzuwenden und damit einen völlig neuen Weg für den Meeresschutz zu ebnen.
Sie erklärte: "Ich mache das nicht, um Preise zu gewinnen. Ich mache es, weil ich gerne mit den Hunden arbeite, gerne dazulerne und wirklich glaube, dass dies dem Meeresschutz helfen könnte. Dass diese Arbeit nun gewürdigt wird, ist für mich eine unglaublich demütige Erfahrung."