Detroit (Michigan/USA) - Sein Tier mit einem Zettel auszusetzen, ist fast schon gang und gäbe. Auch das nur etwa drei Monate alte Welpen-Weibchen Faith kam mit einer Notiz zu seinen Rettern. Vor einigen Tagen stand die Fellnase in einer Transportbox vor der Tür des Tierheims "Michigan Anti-Cruelty Society" in Detroit. Dessen Leiterin Mary Brinker ging der Zettel ans Herz.
Es waren nicht die großgeschriebenen Worte, sondern das kleingeschriebene P.S., das erklärte, warum es zu dieser herzzerreißenden Trennung gekommen war. So stand auf dem Zettel: "Bitte kümmert euch um meinen Hund. P.S. Ich habe kein Zuhause."
Das Tierheim machte einige Fotos von der Transportbox, dem Zettel und natürlich von Faith, um die Geschichte auf Facebook zu verbreiten. Dabei ging es aber nicht darum, die Person, die das Jungtier verlassen hatte, zu verurteilen.
"Mir ist es sehr wichtig, dass wir in solchen Situationen - die leider oft vorkommen - die Absicht hinter dem Handeln berücksichtigen. Das war der Zweck meines Postings", sagte Brinker jetzt in einem Interview mit Newsweek.
Sie lobte das Verhalten der fremden Person sogar: "Dieser Mensch hat den Welpen nicht einfach auf die Straße gesetzt. Er wusste, dass wir uns um ihn kümmern können, und ist deshalb zu uns gekommen."
Auch sonst hatte sie gleich mehrere Erklärungen parat, warum es in diesem Fall mal wieder so weit gekommen war.
Tierheim meldet sich mit Facebook-Update
Ohne den Iran-Krieg oder US-Präsident Trump (79) direkt zu erwähnen, machte Brinker dennoch deutlich, wie die aktuelle Stimmung in den Vereinigten Staaten ist.
"Der Bedarf ist in Detroit groß, wie in den meisten Großstädten. Die Zeiten sind hart. Wir sind eine Arbeiterstadt, die stark von der Automobilindustrie der drei großen Hersteller geprägt ist, und wir spüren die wirtschaftlichen Auswirkungen", erklärte die Tierschützerin.
Mitte der Woche hat die Michigan Anti-Cruelty Society übrigens ein Facebook-Update zu Faith gegeben.
Demnach geht es der Fellnase inzwischen deutlich besser. Sie hat sich eingelebt und ist gesund. Für ein neues Zuhause ist der Vierbeiner aber noch nicht bereit. Ihre Betreuer wollen Faith zunächst noch weiter aufpäppeln.