Riesa - Wie grausam können Menschen eigentlich sein? Am 15. September wurde in der privaten Igelhilfe Riesa in Sachsen ein kleiner Igel eingeliefert, dessen Stacheln komplett mit roter Farbe eingesprüht waren. "Pinkie" war außerdem voller Zecken, Milben und Flöhe und brachte eine eitrig-verrotzte Nase mit. Ein echtes Notstachelchen! Doch trotz aller Bemühungen überlebte der kleine Kerl nicht.
"Nachdem ich endlich diese blöde Farbe fast abhatte, war ich froh, dass es erst mal bergauf ging. Und heute, von einem Tag auf den anderen, ging alles schnell bergab", berichtet die Betreiberin der Auffangstation, die lieber anonym bleiben möchte.
Doch für Trauer bleibt der Frau dieser Tage kaum Zeit. Denn am vergangenen Wochenende kamen elf neue Igelkinder mit vielen anderen Problemen an.
So hat der kleine Egon eine Bissverletzung am Hals, die schon voller Maden war. Und fünf Igelkinder verloren ihre Mama, deren Hinterbeine, vermutlich durch eine Falle, zertrümmert waren.
"Es ist echt Wahnsinn, was dieses Jahr los ist", resümiert die Tierfreundin.
Mit insgesamt 42 Stachelchen, die aktuell in Pflege sind, platzt die Igelhilfe mittlerweile aus allen Nähten.
"Wir sind bereits weit über unsere Kapazitäten, doch Aufgeben ist keine Option." Wer das ehrenamtliche Engagement unterstützen möchte, kann eine E-Mail (private_igelhilfe_riesa@outlook.de) schreiben.