Kann ich mir ein Haustier überhaupt leisten? Diese Fehler solltest Du vermeiden

Sulzbach im Taunus - Der Wunsch nach dem eigenen Haustier kann schnell geäußert sein. Doch oftmals werden Hund, Katze und Co. vorschnell in die eigenen vier Wände geholt, ehe man sich weitreichende Gedanken über die tatsächlich anfallenden Kosten macht. TAG24 verrät Dir, auf was Du vor dem Haustierkauf achten solltest.

Unterschätzt man die Kosten, die sich - beispielsweise durch Tierarztbesuche oder Futter - im Laufe eines Tierlebens ergeben, kann der Traum vom Haustier schnell wieder vorbei sein.
Unterschätzt man die Kosten, die sich - beispielsweise durch Tierarztbesuche oder Futter - im Laufe eines Tierlebens ergeben, kann der Traum vom Haustier schnell wieder vorbei sein.  © 123RF/sidelnikov

Machen wir uns nichts vor - selten war der Spruch "alles wird teurer" passender als zurzeit. Die Energiepreise schießen trotz zwischenzeitlicher Erholung und Preisbremsen stetig in die Höhe. Und auch an der Supermarktkasse ereilt uns praktisch im Wochentakt ein neuer Schock-Höhepunkt.

Wer sich also angesichts all dieser zusätzlichen finanziellen Belastungen noch für ein Haustier entscheidet, der sollte das keinesfalls aus einer emotionalen Bauchentscheidung heraus tun. Auch die Tierschutzorganisation TASSO mahnt eindringlich dazu, sich selbstkritisch zu hinterfragen, ob diese finanzielle Verantwortung dauerhaft und "ohne Verbiegen" gestemmt werden kann.

"Wir raten natürlich schon immer, dass sich Menschen vor der Anschaffung eines Tieres sehr offen und ehrlich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie sich ein Tier wirklich das ganze Tierleben lang leisten können und wollen", so die Betreiber des nach eigenen Angaben größten europäischen Haustierregisters.

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Mit "wollen" sei dabei vor allem gemeint, dass sich potenzielle neue Haustierbesitzer bewusst machen müssten, dass es durchaus vorkommen könnte, dass man zugunsten seines Tieres hin und wieder auf etwas verzichten müsste.

"Sich diese Tatsache bewusst zu machen ist unverzichtbar für eine verantwortliche Heimtierhaltung", präzisiert Heike Weber, Leiterin Tierschutz bei TASSO.

Tierschutzorganisation TASSO mahnt zur genauen Kalkulation vor dem Haustiererwerb

Finanzielle Engpässe bei Herrchen oder Frauchen sind für Mensch sowie auch Tier gleichermaßen unangenehm.
Finanzielle Engpässe bei Herrchen oder Frauchen sind für Mensch sowie auch Tier gleichermaßen unangenehm.  © 123RF/nilsjacobi

Wer nun denkt, mit den Kosten für Anschaffung und Futter sei bereits alles erledigt, der irrt gewaltig und sollte wohl bereits jetzt schon vom Haustierkauf weiten Abstand nehmen.

Denn unverzichtbar sind vor allem für Hunde Ausstattungsgegenstände wie Leinen, Geschirr oder mitunter Winterkleidung. Hinzu kommt die Hundesteuer und - sollte es notwendig werden - die Kosten für eine Hundeschule

Für Stubentiger sind Anschaffungen wie Kratzbäume, Katzentoiletten und ebenfalls Spielzeuge unabdingbar und zwingend mit einzukalkulieren.

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Für Katzen und Hunde kann gleichermaßen eine Autotransportbox nicht unbedeutend zu Buche schlagen. Außerdem muss der liebe Vierbeiner auch haftpflichtversichert werden.

Wichtiger Fakt am Rande: Solltet Ihr meinen, dass Kleintiere wie Hamster, Hase und Co. die günstigere Alternative beim Haustierwunsche darstellen, der liegt dabei ebenfalls falsch.

Denn wie Weber betont, benötigten Kleintiere "wirklich sehr viel Platz", um artgerecht zu leben. Darüber hinaus seien ein stabiles und sicheres Gehege und in der Regel mehrere Artgenossen und "vor allem Frischfutter in größerer Menge" erhebliche Kostenfaktoren.

Haustier anschaffen: Kleintiere definitiv keine zwingend günstigere "Alternative"

Kleintiere wie Hasen als kostengünstigere Alternative? Wer so denkt, irrt gewaltig.
Kleintiere wie Hasen als kostengünstigere Alternative? Wer so denkt, irrt gewaltig.  © 123RF/papapics

Bei all diesen Punkten haben wir bislang den unverzichtbaren, wie auch schwer kalkulierbaren Faktor der Tiergesundheit unerwähnt gelassen. Wenn dein tierischer Liebling über mehr oder weniger ernste Wehwehchen klagt, ist der Gang zum Tierarzt unabdingbar.

Dass eine dortige Behandlung richtig ins Geld gehen kann und oft auch weitere Arztbesuche oder gar dauerhafte Therapien notwendig macht, ist keinesfalls selten. Auch deshalb raten die TASSO-Verantwortlichen: "Wer ein Tier aufnimmt, sollte – sofern es ihm oder ihr nicht möglich ist, problemlos mehrere tausend Euro für plötzlich auftretende Behandlungen zu zahlen – unbedingt sofort beim Einzug des Tieres beginnen, ein Polster für Krankheiten und Notfälle aufzubauen."

Vor allem mit fortschreitendem Alter des Vierbeiners werden medizinische Probleme und damit die einhergehenden Ausgaben immer regelmäßiger.

Fakt ist: Auch wer sich nach eingängiger Abwägung dazu entscheidet oder entscheiden muss, sich kein Haustier anzuschaffen, beweist damit wahre Tierliebe. Denn im Vordergrund sollte stets das dauerhaft und gleichbleibend gewährleistete Wohl von Hund, Katze und Co. stehen.

Titelfoto: 123RF/nilsjacobi

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