Massives Tiersterben: WWF veröffentlicht erschreckenden Jahresbericht

London (Großbritannien) - Seit 1970 sind die Tierpopulationen der Erde um durchschnittlich 68 Prozent gesunken. Diese Zahl stellt der WWF in seinem Jahresbericht auf und warnt vor einer Verschlimmerung des weltweiten Tiersterbens.

Plastiktüten und ein angeschwemmter toter Fisch an einem Strand. Weltweit sind die Tierbestände um durchschnittlich 68 Prozent gesunken.
Plastiktüten und ein angeschwemmter toter Fisch an einem Strand. Weltweit sind die Tierbestände um durchschnittlich 68 Prozent gesunken.  © Nopadol Uengbunchoo/123RF

Grund für die Katastrophe sei die maßlose Ausbeutung der Natur durch den von Konsumgier angetriebenen Menschen.

Die Menschheit habe die essentiellen Lebenserhaltungssysteme des Planeten durch Bevölkerungswachstum und intensive Landwirtschaft immer weiter an den Rand gedrängt, so die Umweltschutzorganisation.

Der hohe Rückgang von 68 Prozent bezieht sich dabei auf rund 21.000 beobachtete Populationen von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien zwischen 1970 und 2016.

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Der "Living Planet Report 2020" wurde vom WWF zusammen mit der Zoological Society of London (ZSL) erstellt. Er warnt auch vor den zukünftigen Folgen, sollte die Menschheit ihren derzeitigen Weg weiter fortsetzen.

"Wir löschen wild lebende Tiere aus, verbrennen unsere Wälder, verschmutzen und überfischen unsere Meere und verändern wilde Gebiete. Wir zerstören unsere Welt - den einzigen Ort, den wir als Zuhause bezeichnen können - und riskieren unsere Gesundheit, Sicherheit und unser Überleben hier auf der Erde", sagt Tanya Steele, die Geschäftsführerin des britischen Teils des WWF.

Auch wenn der Report nur einen kleinen Ausschnitt der Tierwelt abbildet, geben genauere Blicke auf einzelne Regionen alarmierende Zahlen wieder. So verzeichnen etwa Lateinamerika und die Karibik bei den Populationen von Wirbeltieren einen extremen Rückgang von 94 Prozent.

WWF: Erschreckend hohes globales Tiersterben, doch es gibt auch positive Entwicklungen

Als besonders gefährdet gelten laut WWF Störe im Jangtsekiang, Flachlandgorillas im Kongo und Lederschildkröten in Costa Rica. Durch die Übernutzung der Ökosysteme und die Fragmentierung ihrer Lebensräume werde die Situation der Tiere immer weiter verschlimmert.

Dabei liefert der Jahresbericht jedoch auch positive Beispiele: So hätten sowohl der Schwarzschwanz-Riffhai in Australien als auch nepalesische Tiger-Populationen Anzeichen einer Erholung gezeigt. Kalifornien vermeldete kürzlich außerdem die überraschende Genesung einer Berglöwen-Population (TAG24 berichtete).

Solche einzelnen Positivbeispiele können jedoch nicht über den Gesamttrend in Form des erschreckend hohen Tiersterbens in weiten Teilen der Erde hinwegtäuschen.

Titelfoto: Nopadol Uengbunchoo/123RF

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