Bilder des Grauens: Mehr als 400 Mäuse hausen in Münchner Stadtwohnung

München - Man kann das ganze Ausmaß der Lage nur erahnen: In einer Münchner Einzimmerwohnung wurden mehr als 400 Mäuse in katastrophalem Zustand gehalten.

In der Wohnung des Ex-Halters hausen mehr als 400 Mäuse zusammen. Durch Kämpfe mit Artgenossen und Revierstreitigkeiten waren manche der Tier teils schwer verletzt (rechts).
In der Wohnung des Ex-Halters hausen mehr als 400 Mäuse zusammen. Durch Kämpfe mit Artgenossen und Revierstreitigkeiten waren manche der Tier teils schwer verletzt (rechts).  © Bildmontage: Tierheim München

Bereits Ende Oktober musste der Tierschutz mehr als 250 Kaninchen und Meerschweinchen aus einer Qualhaltung in Ismaning bei München befreien.

Nun die nächsten traurigen Bilder: Hunderte Mäuse hausten in einer Einzimmerwohnung in München-Solln.

Am 29. Dezember 2020 übernahmen die Tierschutzinspektoren des Tierschutzvereins zusammen mit dem Mäuseasyl München mehr als 400 der Tiere.

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Es handelte sich keinesfalls um eine Zucht von Futtermäusen für Reptilien o. ä., sondern um eine Privathaltung, die aus dem Ruder gelaufen war, teilte das Münchner Tierheim mit.

Mit nur vier Mäusen hatte der ehemalige Halter angefangen. Da er jedoch über keine Erfahrung in der Haltung verfügte und die Tiere nicht nach Geschlechtern trennte, vermehrten sich die Mäuse in kurzer Zeit exponentiell.

Er selbst meldete sich schließlich beim Tierschutz und bat um Hilfe. In der 30-Quadratmeter-Wohnung bot sich den Tierschützern ein Bild des Grauens: Gerümpel, Kot, dazwischen freilaufende Mäuse. Aufgrund von Revierkämpfen mit anderen Mäusen waren viele der Tiere teils schwer und sogar tödlich verletzt.

Da die Tiere alle in der Wohnung wild herumliefen, mussten sie von Hand einzeln eingefangen werden und in zig Transportboxen gesetzt werden.

Hunderte Mäusebabies noch erwartet, Tierschutz hofft auf Spenden

Friedlich schlummernd haben sich die Mäuse im Tierheim zusammen gekuschelt.
Friedlich schlummernd haben sich die Mäuse im Tierheim zusammen gekuschelt.  © Tierheim München

Im Tierheim wurden die Mäuse nach Geschlechtern getrennt. Die Bestandsaufnahme ergab: 65 hochträchtige, 70 Weibchen teils schon mit vorhandenem Nachwuchs, 144 Jungtiere und über 130 Böcken.

Im Heim sind inzwischen weiter 128 Mäusebabies zur Welt gekommen, mehrere Hundert werden noch erwartet.

Rund einhundert Mäuse konnten bereits an umliegende Tierheime sowie das Mäuseasyl verteilt werden. Die restlichen Tiere müssen zunächst aufgepäppelt, kastriert und auf Krankheiten untersucht werden.

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In zwei bis drei Wochen sollen die Mäuse dann zur Vermittlung freigegeben werden. Wer das Tierheim unterstützen möchte und Mäuse in Pflege nehmen möchte, kann sich ab sofort unter Tel.: 08992100052 oder per E-Mail an: kleintierhaus@tierheim-muenchen.de richten.

Außerdem hofft das Tierheim auf finanzielle Unterstützung oder Sachspenden für die Mäuslein. "Benötigt werden dringend Einrichtungsgegenstände für Mäusegehege/-terrarien, Mäusespielzeug und –leckerlis", teilten die Helfer mit.

Alle Spendemöglichkeiten findest Du >>>hier beim Tierheim München.

Aufgrund der Corona-Pandemie können Sachspenden leider nicht persönlich im Tierheim abgegeben werden, sondern sollen per Post geschickt werden.

Titelfoto: Bildmontage: Tierheim München

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