Rehkitz angefasst: "Jetzt haben wir ein großes Problem!"

Köln - Ein junges Rehkitz im Kölner Tierheim Bergheim sorgte für Probleme. Die Finder hatten es angefasst und damit ihren eigenen menschlichen Körpergeruch auf das Jungtier weitergegeben. Für Reh-Mütter ist der fremde Geruch häufig ein Grund, das Junge zu verstoßen.

Das Rehkitz soll durch einen unangeleinten Hund aufgeschreckt worden sein. Später wurde es von Menschen aus einem Gebüsch geholt und dabei angefasst.
Das Rehkitz soll durch einen unangeleinten Hund aufgeschreckt worden sein. Später wurde es von Menschen aus einem Gebüsch geholt und dabei angefasst.  © Facebook/Tierheim Bergheim

"Heute Morgen wurde uns dieses kleine Rehkitz gebracht. Die Finder haben es leider angefasst - etwas, was man NIEMALS tun sollte, denn wenn fremder Geruch an ihnen haftet, verstoßen die Mütter in der Regel ihre Jungen, und sie müssen elendig verhungern", beschrieben die Mitarbeiter des Tierheims das Problem in ihren Worten.

Für das Tierheim, das sich in der Regel um Hunde und Katzen und andere Haustiere kümmert, sorgte das Wildtier zusätzlich für eine Herausforderung.

"Nun war für uns guter Rat teuer, und wir telefonierten etliche Wildtierstationen ab. Hilfe bekamen wir schließlich von der Wildtierpflegestation Koblenz e. V.", berichteten die Mitarbeiter. Ein Pfleger sei dann am Montag losgefahren.

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Die Bilanz für das Tierheim ist traurig. "Einen halben Arbeitstag wird ihn die Aktion kosten - und das Kitz wird seine Mama leider nie wieder sehen."

Das Kitz soll sich laut der Finderin durch einen unangeleinten Hund erschrocken haben. Danach sei es in ein Gebüsch gelaufen und die Frau zunächst weitergegangen.

Als die Frau nach dem Rundgang mit ihrem eigenen Hund später wieder an der Stelle vorbeikam, sollen andere Personen das Tier aus dem Versteck geholt haben. Dabei sei der Kontakt erfolgt. Die Frau habe sich dann wissentlich dem Tier angenommen und es ins Tierheim gebracht.

"Danke an das Team vom Tierheim Bergheim, die sich im Moment um das Kitz kümmern", schrieb sie weiter. Über den Hundebesitzer ohne Leine und die anderen Finder hatte sie sich zuvor sehr aufgeregt.

Rat der Tierheim-Experten: Bei Wildtieren erst informieren

Für die Finder von Wildtieren haben die Experten eine klare Bitte und appellierten, zunächst im Internet zu recherchieren: "Bitte schauen Sie doch, wenn Sie im Umgang mit einem gefundenen Wildtier unsicher sind, ob Sie dort einen Rat/Hilfe finden. Oder versuchen Sie, telefonisch Hilfe zu bekommen, bevor Sie das Tier aus seiner natürlichen Umgebung entfernen."

Den gleichen Tipp hatten die Profi-Pfleger für Vögel parat: "Gleiches gilt für viele Jungvögel, die auf dem Boden herumhüpfen. Viele lernen gerade fliegen und werden von ihren Eltern versorgt - und möchten auf keinen Fall ins Tierheim gebracht werden."

Titelfoto: Facebook/Tierheim Bergheim

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