"So etwas habe ich noch nie gesehen": Dieses Knäuel hätte jungen Storch fast das Leben gekostet

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Elz - Es ist ein Foto, das unscheinbar wirkt, auf dem aber bei genauerer Betrachtung zu sehen ist, wie unscheinbar der Tod auf Wildtiere lauern kann. In diesem Fall hat ein Storch für die Fehler von Menschen fast mit dem Leben bezahlt.

Diese Gummibänder hätten einen Storch fast das Leben gekostet.
Diese Gummibänder hätten einen Storch fast das Leben gekostet.  © Screenshot/Facebook Biga Kruse

"Ich bin einfach nur entsetzt. So etwas habe ich wirklich noch nie gesehen", schildert Biga Kruse, Gründerin der Wildtierauffangstation Klingelbacher Mühle, auf Facebook zu dem Bild, das Beine eines Storchs und ein Knäuel aus Gummibändern zeigt.

Doch was genau hat es damit auf sich? Was auf den ersten Blick bei vielen Betrachtern wohl eher für fragende Blicke sorgen dürfte, hätte den jungen Storch fast das Leben gekostet. Über den Berg ist das Tier zwar trotz großem Glück im Unglück aktuell nicht, aber auf dem Weg der Besserung.

Laut Kruse wurde der Jungstorch zusammen mit einem weiteren am vergangenen Freitag in eine Tierarztpraxis in der rheinland-pfälzischen Stadt Elz gebracht, da ein Humpeln festgestellt worden sei und er außerdem sehr geschwächt gewirkt habe.

Kater Charlie lebt mit Obdachloser in verwahrlostem Hotelzimmer, dann wird er eiskalt zurückgelassen
Tiergeschichten Kater Charlie lebt mit Obdachloser in verwahrlostem Hotelzimmer, dann wird er eiskalt zurückgelassen

Das zweite Tier hatte den Angaben zufolge eine Verletzung am Flügel erlitten, ein Muskel war durchtrennt worden. Auf den ersten Blick schien dies der größere der Notfälle zu sein. Der Eindruck täuschte, schnell ging es um Leben und Tod.

Mageninhalt des Storchs sorgt für Schock: "Ich konnte es erst nicht glauben"

Der Jungstorch war zusammen mit einem anderen in eine Tierarztpraxis gebracht worden - offenbar gerade noch rechtzeitig. (Symbolbild)
Der Jungstorch war zusammen mit einem anderen in eine Tierarztpraxis gebracht worden - offenbar gerade noch rechtzeitig. (Symbolbild)  © Boris Roessler/dpa

Bei der Untersuchung durch die Mitarbeitenden der Praxis stellte sich demnach heraus, dass der erste Storch einen übergroßen sowie steinharten Magen aufwies. "Sie sagten, es fühlte sich an ein riesiges Ei", schilderte Kruse zur ersten Diagnose.

Das Tier habe daraufhin neben Schmerzmitteln erstmal nur leichte Nahrung bekommen, damit es einfach etwas zum Hochwürgen gehabt habe.

Das Ergebnis dieser Maßnahme ist auf dem Bild zu erkennen. "Ich konnte es erst nicht glauben. Ein riesiger Haufen Gummibänder und zwei Stangen Silikon, wie sie bei Fenster Dichtungen verwendet werden", schildert Kruse, was exakt zu sehen ist.

Private Probleme und keine Kohle: Hündin Emma von Besitzer schmerzhaft im Tierheim abgegeben
Tiergeschichten Private Probleme und keine Kohle: Hündin Emma von Besitzer schmerzhaft im Tierheim abgegeben

Ohne die medizinische Hilfe wäre der Jungstorch laut der Tierfreundin "elendigst verhungert".

Jungstorch auf Weg der Besserung: So gelangen die Gummibänder in die Natur und werden zur Gefahr

Die Fortschritte wecken nun Hoffnung, dass die Geschichte gut ausgeht. So sei der Bauch schon deutlich abgeschwollen und wieder weich. Zwar könne das Tier noch nicht alleine fressen, die zwangsgefütterte Nahrung allerdings offenbar verarbeiten.

"Wir wissen noch nicht, ob und wie er das ganze Gummi aus seinem Bauch entsorgen kann, aber es ist schon deutlich besser und es scheint nichts im Verdauungstrakt verschlossen zu sein", erklärt Kruse und bittet um zahlreiche gedrückte Daumen.

Auch wie die Gummiteile im Magen des Storchs gelandet sind, wird erklärt. So würden nicht verkaufte Gemüsereste wie mit Gummibändern gebündelte Radieschen in großen Mengen in die Komposttieranlagen gebracht. Die Folge: Das Gemüse verrotte nach und nach, die vielen Gummibänder aber nicht. Der Kompost lande dann auf Feldern und Gärten.

Titelfoto: Montage: Screenshot/Facebook Biga Kruse, Boris Roessler/dpa

Mehr zum Thema Tiergeschichten: