"Timmy" ist nicht der einzige gestrandete Wal: Rettungsaktionen bleiben oft erfolglos

Von Jan-Uwe Ronneburger, Julia Wäschenbach, Christina Horsten, Steffen Trumpf, Lars Nicolaysen und Annett Stein

Madrid/Lissabon - In Deutschland beschäftigt das Wal-Drama viele Menschen - in anderen Ländern gibt es vielfach nur nüchterne Meldungen dazu. Auf Interesse stößt vor allem das große Aufsehen um das Tier hierzulande. Die "New York Times" schrieb von "Deutschlands Lieblingswal", um den ein Touristen- und Medienspektakel entstanden sei.

Der gestrandete Buckelwal "Timmy" vor Deutschlands Küste erregt weltweit große Medienaufmerksamkeit. Er soll von einer privaten Initiative gerettet werden.  © Marcus Golejewski/dpa

Ähnlich ist das Bild unter anderem in spanischen und portugiesischen Medien. Der Fall sei zu einem "Medienphänomen" geworden, bei dem lokale Nachrichtensender live über "selbst kleinste Veränderungen" des Zustands berichteten, schrieb die spanische Zeitung "El País".

Vor allem auf den zu Portugal gehörenden Azoren-Inseln im Atlantik, wo die natürlichen Wanderwege der Tiere verlaufen, werden immer wieder geschwächte oder kranke Tiere angespült. Die meisten Strandungen betreffen Zwergwale, Pottwale und Delfine.

Rettungsaktionen bleiben oft erfolglos, etwa im April 2022, als ein junger Pottwal südlich von Lissabon strandete. Tierschützer, Feuerwehrleute und die Polizei versuchten, das Tier mit Kränen, Planen und Wasser zurück ins Meer zu bringen. Der Wal starb jedoch. Eine Obduktion ergab, dass er krank war.

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In Dänemark strandeten allein in diesem Jahr schon mehrere Wale, zuletzt im Februar etwa sechs Pottwale vor der Küste der Nordseeinsel Fanø. Nach Einschätzung der Umweltbehörde lebte mindestens eines der Tiere zunächst noch. Einen Rettungsversuch unternahmen die Dänen nicht. Auch einschläfern wolle man den Wal nicht, hatte die Umweltbehörde in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Forschern zuvor beschlossen.

"Bei Walen, die größer als vier Meter sind, kann dies nicht auf eine ethisch und sicherheitsmäßig verantwortliche Weise passieren", hieß es. "Deshalb lassen wir den lebenden Pottwal am Strand von Sønderho in Ruhe, damit er friedlich sterben kann." Wenn Menschen sich ihm näherten, würde das die Situation für den Wal nur verschlimmern, so die Einschätzung der Umweltbehörde im Februar.

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Gestrandete Wale: Wohin mit dem Kadaver?

Ein rund 16 Meter langer Kadaver eines Pottwals wurde auf Sylt im Februar 2025 aus dem Wasser geborgen, wo er schon einige Zeit trieb.  © Lea Albert/dpa

Auch Buckelwale und andere Arten werden immer wieder vereinzelt vor den Küsten Dänemarks gesichtet, Strandungen kommen in der Regel aber nur relativ selten vor. Gemäß den Vorgaben des dänischen Umweltministeriums für den Umgang mit großen Meeressäugern gilt in dem deutschen Nachbarland generell die Praxis, gestrandete Tiere weder zu töten noch Rettungsversuche zu unternehmen – vielmehr solle die Natur ihren Lauf nehmen.

Um die Entsorgung des Kadavers wurde im März unter anderem in Dänemark bei einem am Strand in Nordjütland angespülten Pottwal diskutiert. Anwohner forderten die Behörden der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge auf, den Kadaver zu entfernen.

Sie fürchteten demnach, dass er im Sommer durch seinen Gestank Touristen abschrecken könnte. Die Umweltbehörde war gegen einen Abtransport: Der tote Wal könne Möwen und anderen Aasfressern als Nahrung dienen.

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