Dresden - Romantischer wird es in hiesigen Sommernächten kaum: Sobald es dunkel wird, fliegen glimmende Glühwürmchen wie kleine Funken durch die Luft. Das Leuchtspektakel ist für die Käfer jedoch purer Ernst: Ihre Partnersuche hat begonnen.
Nach rund drei Jahren als Larven bleibt erwachsenen Käfern nur ein winziges Zeitfenster: Nach fünf bis zehn Tagen ist ihr Leben bereits vorbei. Nahrung nehmen sie dann kaum noch auf. "Jede Nacht zählt", erklärt dazu Matthias Nuß (58) vom Dresdner Senckenberg Institut.
Ihr einziges Ziel sei es, einen Partner zu finden. Dafür bringen die Männchen ihr Hinterteil durch eine biochemische Reaktion zum Leuchten, um die am Boden sitzenden Weibchen anzulocken.
Wer das Naturschauspiel beobachten will, sucht am besten Auenwälder oder Wiesen nach einem Regenschauer auf. "Die Larven der Leuchtkäfer ernähren sich von Schnecken. Und die erwachsenen Insekten mögen feuchtes Klima", erklärt Experte Nuß. "Sie brauchen also Wiese und nasse Umgebung nebeneinander."
In Dresden etwa sind die Bedingungen im Prießnitzgrund oder an den Rhododendronbüschen im Großen Garten ideal. Wer die Lichtshow sehen möchte, muss sich allerdings beeilen: Spätestens Mitte Juli ist das Leuchten vorbei.
In der Hauptsaison bietet das Senckenberg Institut sogar Glühwürmchen-Wanderungen am Rand der Heide an. Nach kurzer Eingewöhnung an die Dunkelheit sind dort tatsächlich unzählige glimmende Käfer zu sehen. Sein Tipp: "Um die Glühwürmchen nicht zu verschrecken, am besten keine Taschenlampe anmachen."