Nahe der Hamburger Stadtgrenze: Autofahrer entdecken Wolf
Landkreis Harburg/Hamburg - Am Dienstagmorgen haben unter anderem Autofahrer in der Nähe von Hamburg - auf dem Elbdeich bei Fliegenberg (Landkreis Harburg) - einen Wolf entdeckt.
Was zu tun ist, wenn man die Tiere sichtet, erklärte Bernard Wegner, Kreisobmann Öffentlichkeitsarbeit, Jägerschaft Landkreis Harburg e.V. auf Nachfrage TAG24.
Beim "Wolfsmonitoring" seien mehrere Meldungen zu dem Wolf eingegangen, so Wegner. Das Tier sei beispielsweise auch in einem Vorgarten gesichtet worden, bevor es sich am Rande der Straße bewegte.
"Die Menschen vor Ort haben sich vorbildlich verhalten und Abstand zum Tier gehalten. Zudem wurde die Sichtung mit Foto und Video gemeldet", erklärte der Wolfs-Experte.
Das sei sehr gut gewesen. So könne man versuchen zu analysieren, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelt. So auch in diesem Fall.
"Auf einem der Bilder können wir vermuten, dass es sich um einen weiblichen Wolf, eine Fähe handelt", erklärte der Kreisobmann. Er ergänzte: "Allerdings ist dies aufgrund des dicken Fells schwierig zu beurteilen, da die Organe bei einem jungen Rüden nicht stark ausgebildet sind und im Fell versteckt sein können."
Der Wolf überquert die Straße:
Wölfe niemals anlocken oder füttern
Doch was ist zu tun, wenn sich ein solches Wildtier nähert? Als erstes sollte man Wölfe nur aus der Ferne beobachten, ihnen nicht hinterhergehen oder sie gar in die Enge treiben. Insbesondere, wenn sie sich in menschlichen Siedlungen bewegen, betonte Wegner.
Zudem gelte immer: Nicht anlocken oder versuchen zu füttern.
Sollte man von einem Wolf überrascht werden, der sich auf eine Distanz von unter zehn Metern annähert, solle man auf gar keinen Fall weglaufen, sondern sich Aufbauen und mit einer möglichst dunklen Stimme versuchen, das Tier anzuschreien, erklärte der Wolfsberater.
Denn eine "hektische, helle, womöglich kreide Stimme" könne den Wolf verwirren und einen falschen Impuls auslösen. Jede Wolfssichtung sollte außerdem immer unter wolfsmonitoring.com gemeldet werden.
Wieso sich das Wildtier in den genannten Umgebungen blicken ließ, erklärte sich Wegner wie folgt: "Die Wölfe befinden sich derzeit in der sogenannten Ranzzeit. Diese Paarungszeit geht noch bis März. Auch verlassen die jungen Wölfe mit zehn bis 22 Monaten das Rudel und ziehen auf der Suche nach freien Revieren umher."
Titelfoto: Screenshot wolfsmonitoring.com/privat

