Berlin - Jedes Jahr am 13. April feiert der Berliner Zoo den Geburtstag von Gorilladame Fatou. Mit schätzungsweise 69 Jahren gilt sie als die weltweit Älteste ihrer Art. Die Tierschutzorganisation PETA sieht wenig Grund zur Freude.
Seit 1959 lebt Fatou im Berliner Zoo. Anstatt eine große Fete zu feiern, will PETA den Anlass nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, dass Fatous "Geburtstag" zugleich der "Jahrestag ihrer Gefangenschaft" ist.
"Fatou steht seit Jahrzehnten stellvertretend für das Leid von Menschenaffen in Zoos: als Kind ihrer Familie und Umgebung entrissen, eingesperrt und über lange Zeit sozial isoliert", erklärte PETA-Biologin Yvonne Würz.
Seit dem Tod ihrer Gefährtin Gigi im Jahr 2009 lebe Fatou allein in ihrem Gehege, hieß es in der Pressemitteilung weiter. Aus Sicht der Organisation verkennt der Zoo mit der jährlichen Geburtstagsfeier Fatous Schicksal und das damit verbundene Leid. Statt eines "Pseudo-Geburtstags" müsse der Zoo, so Würz, das "Unrecht eingestehen" und langfristig die Tierhaltung beenden.
Nach Angaben von PETA unterschreiten die Gehege für Menschenaffen im Berliner Zoo teils deutlich die Mindeststandards des sogenannten Säugetiergutachtens des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Auch das geplante neue Affenhaus könne, so die Organisation, den komplexen Bedürfnissen der Tiere - etwa nach Bewegung, sozialer Interaktion und Rückzugsmöglichkeiten - nicht gerecht werden.
Tierschützer fordern Ende der Haltung von Affen in Zoos
Darüber hinaus fordert PETA einen sofortigen Zuchtstopp und ein Auslaufen der Haltung von Menschenaffen in deutschen Zoos.
Die Zuchtprogramme, die offiziell dem Artenschutz dienen, seien in Wahrheit reine Bestandssicherung für die Schauhaltung.
"Echte Auswilderungen finden in Zoos nicht statt", hieß es in der Mitteilung. Stattdessen würden Millionen Euro an öffentlichen Geldern in Nachzucht und Neubauten investiert, während der Schutz natürlicher Lebensräume zu kurz komme.
PETA hat parallel eine Online-Petition gestartet, die sich an das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat richtet. Die Organisation will erreichen, dass die Haltung und Zurschaustellung von Menschenaffen bundesweit beendet wird.