Kreml glaubt an Wunderwaffe: "Killer-Roboter" auf deutsche Panzer angesetzt

Moskau - Der Kreml hofft auf seine Wunderwaffen. Nach dem Bundeskanzler-Beschluss sollen schon bald Leopard-Panzer in der Ukraine rollen. Für die russische Armee könnten die deutschen Panzer zum echten Problem werden. Ein neuartiger "Panzerkiller-Roboter" soll es jetzt richten.

Der unbemannte Kampfroboter "Marker" ist die neuste Wunderwaffe des Kremls.
Der unbemannte Kampfroboter "Marker" ist die neuste Wunderwaffe des Kremls.  © Twitter/2lin

Katerstimmung in Moskau: Wenn die Ukraine bald westliche Panzer bekommt, könnten die Russen schnell ins Hintertreffen geraten. Um das zu verhindern, möchte man im Kreml nicht länger kleckern, sondern ordentlich klotzen.

Die Hoffnung ruht auf Kampfroboter "Marker". Wie das Kreml-Medium RIA-Novosti berichtet, wird das unbemannte Fahrzeug derzeit auf die "Zerstörung von NATO-Panzern vorbereitet".

Man sei sich einig den Roboter dahingehend umzurüsten, dass er deutsche Leopard-2 und US-amerikanische M1 Abrams automatisch erkennen und bekämpfen kann, tönte Dmitri Rogosin (59) - früher Chef der russischen Weltraumbehörde.

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Vier Stück des Killer-Roboters seien bereits in die sogenannten "Zone der Spezialoperation" - gemeint sind die von Russland besetzten Teile der Ukraine - verlegt worden, erklärte Rogosin weiter.

Der Kreml-Hardliner, der nach eigenem Bekunden von einem groß-russischen Imperium träumt, hält sich mittlerweile eine kleine Privatarmee. Seine Soldaten wollen aber nicht so genannt werden, die "Wölfe des Zaren" betrachten sich als technisch-militärische Berater der russischen Armee.

In einem Video, das "Marker" in Aktion zeigt, ist zu sehen, wie das unbemannte Kampffahrzeug (auch UGV) mit einem Maschinengewehr Salven abfeuert und eine Drohne sowie ein Luftziel vom Himmel holt.

Video: Der russische UGV "Marker" auf dem Testgelände

Dimitri Rogosin bringt sich in Position

Dmitri Rogosin (59) war bis Juli 2022 Chef von Roskosmos. Dann wurde er gefeuert und ist seitdem offiziell arbeitslos. Zurzeit soll er sich in der Ukraine aufhalten, wo er die pro-russische Gruppierung "Wölfe des Zaren" leiten soll.
Dmitri Rogosin (59) war bis Juli 2022 Chef von Roskosmos. Dann wurde er gefeuert und ist seitdem offiziell arbeitslos. Zurzeit soll er sich in der Ukraine aufhalten, wo er die pro-russische Gruppierung "Wölfe des Zaren" leiten soll.  © SHAMIL ZHUMATOV / POOL / AFP
Wurde lange als möglicher Putin-Nachfolger gehandelt. Doch dann wurde Dmitri Rogosin selbst dem derzeitigen Kreml-Despoten zu extrem. Immer wieder fiel der 59-Jährige mit fremdenfeindlichen Poltereien und rechtsextremen Positionen auf.
Wurde lange als möglicher Putin-Nachfolger gehandelt. Doch dann wurde Dmitri Rogosin selbst dem derzeitigen Kreml-Despoten zu extrem. Immer wieder fiel der 59-Jährige mit fremdenfeindlichen Poltereien und rechtsextremen Positionen auf.  © Yevgeny BIYATOV / Sputnik / AFP

Probleme beim T-14 Armata: Kann der "Marker" das Kriegsgeschehen beeinflussen?

Nach Einschätzung vieler Beobachter ist der T-14 Armata vielen westlichen Panzern überlegen. Doch die russische Armee kann nur wenige ins Feld führen. Die Produktion soll stocken. (Archivbild)
Nach Einschätzung vieler Beobachter ist der T-14 Armata vielen westlichen Panzern überlegen. Doch die russische Armee kann nur wenige ins Feld führen. Die Produktion soll stocken. (Archivbild)  © 123rf/miklyxa

Der etwa drei Tonnen schwere Roboter ist modular aufgebaut. Nach Bedarf lassen sich verschiedene Waffengattungen auf dem Sechsachser installieren. Mittels künstlicher Intelligenz soll "Marker" seine Ziele angeblich autonom erfassen und bekämpfen können.

Zwar hat Russland mit dem T-14 Armata auch einen modernen Kampfpanzer, der es durchaus mit NATO-Ausrüstung aufnehmen kann. Doch die Produktion läuft, wie CNN berichtet, schleppend. Weniger als 100 Armatas sollen den Kreml-Truppen zur Verfügung stehen.

Ob der "Marker" das Kriegsgeschehen entscheidend beeinflussen kann, darf indes bezweifelt werden.

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Selbst wenn der Roboter kann, was Rogosin und Konsorten behaupten, dürfte Russland weder über nennenswerte Stückzahlen, noch über die Fähigkeit verfügen eine entsprechende Hightech-Produktionslinie aufzubauen. Den Sanktionen des Westens sei Dank.

Der "Marker" bleibt wohl nur ein Potemkinsches Dorf - Sieht gut aus, wenig dahinter.

Titelfoto: Twitter/2lin

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