Operation "Arche Noah" - Plant Putin so seine Flucht?

Moskau - Wladimir Putin (70) hat offenbar Vorkehrungen getroffen, sollte er den von ihm angezettelten Ukraine-Krieg verlieren. Die Planungen für "Operation Arche Noah" sollen bereits weit fortgeschritten sein. Auch ein befreundetes Land, das den Kreml-Despoten und seine Familie aufnehmen soll, steht angeblich schon fest.

Es ist frostig in Moskau, denn der Krieg läuft anders als geplant. Putins Paladine liebäugeln offenbar mit einem Umzug in wärmere Gefilde.
Es ist frostig in Moskau, denn der Krieg läuft anders als geplant. Putins Paladine liebäugeln offenbar mit einem Umzug in wärmere Gefilde.  © Yuri KADOBNOV / AFP

Falls das "System Putin" zusammenbricht und alles ganz schnell gehen muss, ist man im Kreml offenbar vorbereitet. Das berichtet das Magazin Newsweek unter Berufung auf Kreml-Insider Abbas Galliamow (50).

"Normalerweise erzähle ich keine Insidergeschichten, aber heute werde ich eine Ausnahme machen", schrieb der Politologe und Putin-Kritiker, dem hervorragende Beziehungen zu Kreml-Kreisen nachgesagt werden, am Dienstag in seinem Telegram-Kanal.

Was Galliamow zu erzählen hatte, birgt Sprengstoff. Im Rahmen einer sogenannten "Operation Arche Noah" haben Putins Paladine detaillierte Vorbereitungen zur Flucht getroffen, erklärt der Mann, der früher Reden für Putin schrieb. "Wie der Name schon sagt, geht es dabei um die Suche nach einem neuen Land, in das man gehen kann, wenn es zu Hause wirklich ungemütlich wird."

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Zunächst habe man China als geeignetes Gastland gesehen, doch davon sollen die Planer inzwischen Abstand genommen haben. Galliamow will das Problem kennen: "Die Chinesen sind zu arrogant und zu niederträchtig gegenüber anderen - besonders zu Verlierern", schreibt er.

Derzeit stehe beim russischen Präsidenten und seinen Freunden offenbar Venezuela hoch im Kurs, berichtet der Politikberater - wohl auch weil das Wetter angenehmer, die Strände schöner sind.

Öl-Boss und Putin-Vertrauter Igor Setschin (62) soll zudem hervorragende persönliche Beziehung zu Venezuelas sozialistischem Diktator Nicolás Maduro (60) pflegen.

Wladimir Putin (70) schaut verträumt aus dem Fenster seines Regierungsfliegers. Wird er seiner Heimat bald Lebewohl sagen?
Wladimir Putin (70) schaut verträumt aus dem Fenster seines Regierungsfliegers. Wird er seiner Heimat bald Lebewohl sagen?  © Mikhail KLIMENTYEV / POOL / AFP
Zwei Diktatoren geben sich die Hand: Wladimir Putin empfängt Venezuela-Tyrann Nicolás Maduro (60). Im Hintergrund: Gasboss Setschin (62).
Zwei Diktatoren geben sich die Hand: Wladimir Putin empfängt Venezuela-Tyrann Nicolás Maduro (60). Im Hintergrund: Gasboss Setschin (62).  © Sergei Chirikov/Pool EPA/AP/dpa

Ein Stab im Kreml soll wohl die Details zu Putins Flucht nach Venezuela ausarbeiten

Strände, Natur, sympathische Menschen und eine ihm wohlgesonnene Diktatur: Putin dürfte es in Venezuela gefallen.
Strände, Natur, sympathische Menschen und eine ihm wohlgesonnene Diktatur: Putin dürfte es in Venezuela gefallen.  © 123rf/giongi63

Die Details soll ein eigens eingerichteter Stab im Kreml ausarbeiten. Galliamow will auch wissen, wer das Gremium leitet. Es soll sich demnach um Juri Kurilin (51) handeln, ein Topmanager, der bisher in der Führungsetage des staatlichen Gasriesen Rosneft arbeitete.

"Er hat im Sommer offiziell gekündigt und widmet sich nun ganz der 'Arche Noah'. Er hat die amerikanische Staatsbürgerschaft und ein gutes Netzwerk", ordnet Galliamow die Personalie ein.

Dem Kreml wirft Abbas Galliamow vor, ein doppeltes Spiel zu spielen. "Wenn sie sagen: 'Alles läuft nach Plan', sollten sie angeben, welcher genau gemeint ist. Sie scheinen mehr als einen Plan zu haben", stellt er fest.

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Unabhängig lassen sich diese Gerüchte nicht bestätigen. Wladimir Putin ist es wichtig, in der Öffentlichkeit als starker Mann wahrgenommen zu werden. Wer Details zum Privatleben des Kreml-Herrschers wie etwa zu seiner Schattenfamilie oder den zahlreichen Protz-Palästen veröffentlicht, lebt gefährlich.

Titelfoto: Montage: Mikhail KLIMENTYEV / POOL / AFP, Yuri KADOBNOV / AFP

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