Ukraine-Konferenz in der Schweiz: Selenskyj nennt seine Bedingungen für den Frieden

Obbürgen (Schweiz) - Mit Spannung blickte die Welt am Wochenende ins schweizerische Obbürgen. Dort berieten 93 Staaten - in Abwesenheit von China und Russland - über einen möglichen Frieden in der Ukraine. Dessen Präsident Wolodymyr Selenskyj (46) verriet am Rande des Treffens seine Bedingungen für ein Ende der Kämpfe.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (46).
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (46).  © dpa/Laurent Cipriani

So nannte er einen russischen Truppenabzug als maßgeblichen Punkt dafür, um mit Moskau über einen Frieden zu verhandeln.

"Russland kann morgen mit uns Verhandlungen beginnen, ohne auf etwas zu warten, wenn es sich von unseren rechtmäßigen Territorien zurückzieht", so Selenskyj. Er schränkte sogleich selber ein: "Russland und seine Führung sind nicht bereit für einen gerechten Frieden."

Abseits der wohl eher unrealistischen Selenskyj-Forderung wurde die Konferenz von der Tatsache überschattet, dass lediglich 80 der 93 teilnehmenden Staaten der Abschlusserklärung zustimmten.

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Und das, obwohl das Papier schon auf Putin-Freunde wie Brasilien, Mexiko, Saudi-Arabien, Südafrika oder Indien Rücksicht genommen und auf eine klare Verurteilung Russlands verzichtet hatte.

80 Staaten drücken Willen aus, Russland an künftigen Gesprächen zu beteiligen

In der Schweiz wurde am Wochenende über einen Frieden in der Ukraine verhandelt.
In der Schweiz wurde am Wochenende über einen Frieden in der Ukraine verhandelt.  © dpa/Alessandro Della Valle

Die Unterzeichner sprachen sich derweil dafür aus, Drohungen über einen Einsatz von Atomwaffen zu verurteilen oder dass es Getreideexporte ohne Hindernisse geben müsse.

Auch bekräftigte man die "die Prinzipien der Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen Integrität aller Staaten, einschließlich der Ukraine".

Interessant: In dem Dokument drücken die 80 Staaten ihren Willen aus, Russland an möglichen künftigen Gesprächen zu beteiligen. "Wir glauben, dass die Einbeziehung und der Dialog zwischen allen Parteien notwendig ist, um Frieden zu schaffen."

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Auch Selenskyj hofft auf weitere Fortschritte, die seiner Meinung nach möglichst bald - also nicht in Jahren, sondern in Monaten - bei einem zweiten Treffen erzielt werden sollten.

Titelfoto: dpa/Laurent Cipriani

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