Ukraine-Krieg: "Büchse der Pandora" geöffnet - Putin droht Kiew mit Schlag

Ukraine - Nach dem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih ist die Zahl der Toten auf mindestens 16 gestiegen.

Der russische Angriff auf ein ukrainisches Einkaufszentrum hat mindestens 16 Menschen das Leben gekostet.  © Uncredited/Ukrainian Military administration/dpa

Der ukrainische Zivilschutz sprach am Morgen von noch neun Vermissten, darunter zwei Kinder. Im Krankenhaus wurden mehrere Schwerverletzte behandelt. Am Freitagabend war zunächst von 15 Toten und 130 Verletzten die Rede gewesen. Unter den Verletzten waren viele Kinder.

Russland griff in der Nacht erneut auch die ukrainische Hauptstadt Kiew an. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden, es gebe auch Verletzte, teilten die Behörden mit. Ein Lager geriet demnach in Brand.

Nach zunächst nicht überprüfbaren Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde ein Eisenbahndepot mit Lokomotiven getroffen. Die ukrainische Flugabwehr hatte zuvor vor einem Angriff mit ballistischen Raketen gewarnt.

Ukraine Ukraine-Krieg: Opferzahl steigt! 14 Tote nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum

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22. August, 18.59 Uhr: "Büchse der Pandora" geöffnet - Putin droht Kiew mit Schlag

Kremlchef Wladimir Putin hat nach den massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren in Russland Kiew mit einer harten Antwort Moskaus gedroht

Die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die "Büchse der Pandora" geöffnet - also ein Quell des Unheils -, sagte Putin in seinem ersten Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen seit Beginn der Angriffe vor einigen Wochen. Kiew habe nun selbst den "Geist aus der Flasche" gelassen.

"Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr", sagt er an die Adresse Kiews. Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: "Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen." Die Ukraine habe diese Reaktion selbst provoziert, behauptete Putin, der selbst vor viereinhalb Jahren seinen Angriffskriegskrieg gegen das Nachbarland begonnen hatte.

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Der russische Präsident Wladimir Putin (73, r.) spricht während seines Interviews mit dem russischen Journalisten Pawel Sarubin im Kreml.  © Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

22. August, 15.27 Uhr: Kiew schlägt zurück - drei Tote in Russland

Bei ukrainischen Drohnenschlägen gegen Ziele im Süden Russlands sind mindestens drei Zivilisten getötet und mehrere Menschen verletzt worden.

In Jeisk im Gebiet Krasnodar wurden bei einem Angriff auf zivile Infrastruktur und Wohnhäuser zwei Kinder getötet, wie Gouverneur Weniamin Kondratjew mitteilte. Zwei Erwachsene seien verletzt worden. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass dort ein Kraftstofflager Ziel der Angriffe gewesen sei.

Im Gebiet Samara meldeten die Behörden einen Toten nach einem Drohnenangriff. Dort waren eine Ölraffinerie und der zweitgrößte russische Online-Versandhändler Ozon Ziele der Angriffe Kiews. Es gab mehrere Verletzte.

Bei einem ukrainischen Gegenschlag sind in Russland mindestens drei Menschen verstorben. (Archivbild)  © --/dpa

22. August, 13.36 Uhr: Tote im Gebiet Saporischschja nach russischen Luftangriffen

Infolge russischer Angriffe sind im Südosten der Ukraine mindestens drei Menschen getötet worden.

Zudem seien 15 Menschen bei den Angriffen vor allem auf das Umland der Großstadt Saporischschja verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Es habe Angriffe mit ballistischen Raketen, Drohnen und Gleitbomben unter anderem auf Lagergebäude gegeben.

Neuerliche Angriffe der Russen forderten im Gebiet Saporischschja mindestens drei Menschenleben. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

22. August, 9.18 Uhr: Ukraine attackiert erstmals russischen Versandhändler Ozon

Nach Berichten ukrainischer Medien griff Kiew erneut im Gebiet Samara eine große Ölraffinerie an – und erstmals auch ein Lager des russischen Online-Versandhändlers Ozon.

Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein Logistikzentrum im Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden; es gebe aber auch Verletzte, teilte Ozon am Samstagmorgen mit. Für Mitarbeiter und Angehörige sei ein Notruftelefon eingerichtet worden.

22. August, 9.05 Uhr: Wadephul versichert bei Besuch, dass Kiew gewinnen wird

Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine ist Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt in Kiew eingetroffen, um dem Land die anhaltende Unterstützung Deutschlands im Abwehrkampf gegen Russland zu versichern.

"Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen", sagte der CDU-Politiker nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew. 

Er verwies darauf, dass die Ukraine in den Sommermonaten "auf das Härteste" von Russland angegriffen wurde. Wadephul warf Moskau "wahllosen Mord an Zivilisten" sowie gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur vor. Russland wolle die Lebensgrundlage der Menschen in der Ukraine zerstören und so ihren Durchhaltewillen brechen. Der Außenminister sicherte auch schon mit Blick auf den Winter, in dem verstärkte Angriffe auf die Energieinfrastruktur erwartet werden, weitere Hilfe zu.

"Dass die Ukraine mit internationaler Unterstützung den längeren Atem hat und dass eine Fortführung des Krieges Russland nur weiter in den wirtschaftlichen Ruin führt, wird immer mehr Menschen in Russland klar", sagte der Außenminister. "Die immer wirrere Propaganda und immer totalitärere Unterdrückung im Inneren ist auch ein Zeichen der Schwäche des Regimes." 

Zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt besuchte Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) die ukrainische Hauptstadt Kiew.  © Michael Fischer/dpa

21. August, 22.08 Uhr: Viele Tote bei Angriff auf ukrainisches Einkaufszentrum

Bei russischen Drohnenangriffen sind in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih mindestens 15 Menschen in einem belebten Einkaufszentrum getötet worden.

Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Die Zahl der Verletzten habe sich bis zum Abend auf 130 erhöht, unter ihnen 23 Kinder, teilte Hanscha mit. 29 Personen hätten schwerste Verletzungen erlitten, unter ihnen fünf Kinder.

Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem "absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum". Nach seinen Angaben griffen die Drohnen in zwei Wellen an. "Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte", berichtete er.

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